Dick-Parade: Warum Rick Owens das männliche Genital raushängen ließ

Penisse als Äquivalent zum Mittelfinger

In der letzten Woche explodierte das Internet fast wegen der offenherzigen menswear AW15-Kreationen, die goth-chic Überlord Rick Owens über den Runway flanieren ließ. Eine Parade voll frontaler, männlicher Nacktheit. In dieser kreativen Art wurde der Penis wahrscheinlich noch nie ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt… Obwohl der Designer für seine außergewöhnlichen Präsentationen bekannt ist (man denke zurück an seine Tanzarmee), hat er sich mit dieser Performance selbst übertroffen.



Natürlich ist es Sinn und Zweck dem Zuschauer Platz für eigene Interpretation zu lassen, nach diesem Defilée allerdings blieben etwas zu viele Fragen offen. Was für Unterwäsche trägt man darunter? Gibt es irgendwelche Orte, außer dem Berghain und anderen Clubs, die diesen Kleidungsstil akzeptieren würden? Wie wird sich diese Kollektion auf die gesamte Männerkleidung auswirken? Und vor allem was genau hat Rick Owens gedacht, als er diese Stücke designte?!



Zumindest können wir mittlerweile die letzt Frage von unserer Liste streichen. In einem Interview mit dem i-D Magazine erklärte Owens seine Idee: ‘I thought it was the most simple, primal gesture—and you know I love a simply tiny, little gesture that packs the wallop.’

Mission erfolgreich beendet. Noch interessanter ist allerdings weshalb Owens gerade an dieser Stelle ein Loch gesetzt hat: ‘It’s very powerful. Not many people can do that. I mean, it’s a straight world now. And it also, I think, says something about being independent. Who else can really get away with that kind of stuff? It’s a corporate world.’



Im Gegensatz zu anderen seiner Kollegen, die die Aktien ihres Unternehmens an Investoren verkauft haben, muss sich Owens vor niemandem rechtfertigen (das ist auch der Grund, weshalb seine Shows jedes Mal so unkonventionell sind). Durch diese Geste, die den Penis zum Äquivalent des Mittelfingers machte, zeigte er allen anderen, wie unabhängig er ist, dass er machen kann, was er möchte. Dass er sogar Penisse zum modischen Statement machen kann, wenn er will.

Montag, 26. Januar 2015