So war Tag 3 der Berlin Fashion Week!

Heute mit der Premium Berlin, Zukker und Julian Zigerli

Endspurt, Freunde! Der vorletzte Tag der Berliner Modewoche ließ keine Trägheit und Müdigkeit zu, sondern verlangt noch mal die komplette Gefühlsbandbreite und Aufmerksamkeit ab. Von den bereits schmerzenden Füßen ließen wir uns allerdings nicht abhalten und humpelten die 20.000 qm Ausstellungsfläche gnadenlos ab. Schmankerl wie WoodWood oder 5Preview waren Anreiz genug die Zähne zusammenzubeißen und durchzuhalten! Hat sich auch gelohnt: so konnten wir allerlei neue Labels, Trends und hübsche Kleidungsstücke entdecken.



Nachdem die sieben Hallen durchquert wurden, ging’s weiter zum Brandenburger Tor, wo wir uns die Fashion Week Premiere des Brands Zukker ansehen durften. Das Designer-Kollektiv konzentriert sich auf tragbare, reduzierte Mode, die durch Details, Material und Schnitt zu etwas ganz Besonderem wird. Wir jedenfalls hätten den Models am liebsten die Kleider vom Leib gerissen und wären damit geflüchtet. Die meist körperfernen Stücke kamen in Schwarz, Grau und Gelb daher, Rost durchbrach das sonst sehr einheitliche Bild auf eine angenehme Weise. Besonders schön: Die Chesterfield-Technik bei Rock und Mantel! Irgendwo zwischen skandinavischem Minimalismus und sportiver Eleganz pendelte sich die Kollektion, die übrigens komplett in Deutschland hergestellt wird, ein. Durchweg ein gelungenes Debüt, ihr Lieben!



Der letzte Stopp an diesem Abend war die Installation von Julian Zigerli, der bekannt ist für ganz besondere Modeinszenierungen. In diesem Jahr fand seine Präsentation (untypischerweise) im Zelt statt. Wer dachte, das sei Überraschung genug, sollte eines Besseren belehrt werden: Ein bisschen verloren stand das Publikum in dem leeren Raum, in dem sich nur eine Bank, zwei Stühle und mehrere erhöhte Plattformen befanden. Die Sängerin Balbina kam auf die Bühne, begann zu singen und dann kamen ganz unscheinbar die Models herein, die sich an ihren Plätzen verteilten. Es gab eine Dreier-Gruppe, die auf der Bank kuschelten. Auf den Stühlen aßen zwei Typen einen Apfel und Chips. Zwei Mädels hielten Kaffeekranz, eine Frau verrenkte sich auf einem Podest, ein blonder Mann zeigte seine Muskelkraft. Und als ob das nicht Spektakel genug gewesen wäre, wechselten die Models bei diesen Aktivitäten kontinuierlich ihre Kleidung (zugegeben: Bei dem Blondie sind wir bei einer Performance in Unterhose etwas hängen geblieben). Trotz leichter Reizüberflutung haben wir natürlich auch die sportlichen Basics, die abstrakten Fotodrucke und hübschen Taschen/Rucksäcke bewundert. Eine modische Stalker-Entdeckungsreise.

Donnerstag, 22. Januar 2015