1993: Die Zukunft der Fotografie

Anfang der Neunziger tummelten sich Starfotografen im Modebusiness. Heute sind noch immer viele von ihnen aktiv, müssen sich aber gegen den Nachwuchs behaupten...

Anfang der Neunziger war das Modelbusiness in fester Hand. Nadja Auermann, Christy Turlington, Linda Evangelista, Naomi Campbell, Claudia Schiffer, Cindy Crawford. Makellose Schönheiten, die von Topfotografen perfekt inszeniert wurden. Zumindest bis Kate Moss mit ihren 1,70 m um die Ecke kam, 1993 eine große Calvin Klein Kampagne landete und mal eben den Heroin Chic in Mode brachte. Wer jetzt aber denkt „Oh, arme Claudi“, kann sein Mitleid an anderer Stell unterbringen. Natürlich blieben die anderen Grazien dick im Geschäft, es entwickelte sich nur zusätzlich eine unkonventionellere Ästhetik. Aber unbeachtet wie unterschiedlich die Looks der Models zu dieser Zeit sein mochten, ein hatten sie gemein: Das Glück mit den wichtigsten Fotografen unserer Epoche zusammenzuarbeiten.

Im Jahr 1993 waren Helmut Newton, Peter Lindbergh und Richard Avedon bereits seit Jahrzehnten im Geschäft, Steven Meisel fotografierte seit fünf Jahren jedes Cover der italienischen Vogue, Bruce Weber machte seine Schwarz-Weiß-Fotografien zu seinem Aushängeschild. Nick Knight trieb auch ohne showstudio.com sein Unwesen, Ellen von Unwerth wurde schon mit dem ersten Preis der International Festival of Fashion Photography ausgezeichnet. Das ehemalige Model Corinne Day verhalf Kate Moss zum Durchbruch, David Sims arbeitete für i-D und The Face. Diese Künstler prägten das Bild der Zeit, entwickelten die Darstellung von Mode weiter. Sie waren die Kuratoren der Popkultur und zeigten, wie wichtig ihr Beruf dafür ist.

Viele von ihnen sind auch heute noch aktiv. Prägen noch immer das Bild unserer Welt. Und Tage für Tag kommen neue Talente auf den Markt, die ihre eigene Wahrnehmung der Umgebung in Fotografien festhalten. Jeder auf eine andere Weise.

Hobbes Ginsberg
Bunt, laut, roh. Der 19-jährige Hobbes Ginsberg aus L.A. fotografiert alles, was ihm vor die Linse kommt. Vor allem sich selbst und seine einzigartigen Freunde. Er porträtiert das Nachtleben, seine unperfekte Umgebung. Irgendwo zwischen Inszenierung und Schnappschuss, Sub- und Popkultur.

Aela Labbé
Die Bilder der Französin erzählen Geschichten mit nur einem Klick. Sie flüstern mystische Sagen und märchenhafte Fantasien. Ihre Fotografien sind individuelle Momentaufnahmen, die durch verschiedene Effekte und ungewöhnliche Posen im Gedächtnis bleiben.

Daniela Macé Rossiter
1986 wurde Daniela Macé Rossiter in Paris geboren, ist mittlerweile aber in Berlin ansässig. Besonders beeindruckend wirken ihre vielseitigen Fotografien in den zahlreichen Ausstellungen. Eines unserer Highlights: Die Fotografie einer Frau in einem langen Kleid, die auf Baumwolle gedruckt wurde.

Oliver Blohm
Der deutsche Oliver Blohm macht Kunstwerke aus analogen Fotos. Seine Werke sind hochästhetisch und vor allem sehr experimentell. Oder habt ihr schon von einem anderen Fotografen gehört, der seine Polaroids in die Mikrowelle steckt, um so spezielle Effekte zu erzeugen?

Katie Eleanor
Wir können nicht aufhören uns durch die Bildergalerie der 1993 geborenen Katie zu klicken. Sie zieht uns in ihr detailverliebtes Paralleluniversum, das durch Beleuchtung und Effekte fremdartig und faszinierend wird.

Mittwoch, 13. August 2014