Gruselige Abzocke: So dreist wird versucht mit falschen Todesmeldungen von Stars Geld zu machen

15 März 2016
Anfang März machte eine traurige Meldung auf Facebook die Runde: Fernsehmoderator Stefan Raab - der sich 2015 aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte - seit tot: "++SELBSTMORD++ Stefan Raab wurde der Stress zu viel" - lautete der Titel der Meldung, die scheinbar von Raabs ehemaligem Arbeitgeber Probsieben/TV Total verfasst wurden war. Doch wer auf den Beitrag klickte, landete nicht bei einem Bericht zur Todesmeldung, sondern wurde zu einem Gewinnspiel geleitet. Verwirrend, aber vor allem geschmacklos. Dennoch war Raabs gefakter Selbstmord bei weitem nicht die erste Fake-Todesmeldung eines Promis, die durch die sozialen Netzwerke geisterte.
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Rapper Kay One, Schauspieler Charlie Sheen, Oscar-Preiträger Leonardo DiCaprio und sogar US-Präsident Barack Obama wurden schon Opfer der fiesen Abzockermasche. Doch was steckt hinter den geschmacklosen Posts? Es gehe um das gezielte Sammeln von persönlichen Daten, erklärt Andre Wolf von der österreichischen Non-Profit-Organisation Mimikama im Interview. Mimikama ist seit Jahren Abofallen und Falschmeldungen auf der Spur. Mit Hilfe von Name, Alter, Anschrift und E-Mail können Unternehmen aller Art gezielt Werbung aussenden und das ist ihnen eine Menge Geld wert. Deshalb spezialisieren sich immer mehr Dienstleister darauf, solche Datensätze im Netz zu sammeln. Dies sei erstmal weder illegal noch besonders ungewöhnlich.
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Doch die Mittelsmänner, die die Links im Netz verbreiten, versuchen häufig mit allen Mitteln möglichst viele User auf ihre Seiten zu locken und genau dann wird es kriminell: Mehr Daten bedeuten mehr Geld und deshalb schrecken sie vor nichts zurück.Manchmal verstecken sich sogar Trojaner hinter den Fake-Meldungen, die den Computer mit einem Virus infizieren und großen Schaden anrichten. Dabei sind falsche Todesmeldungen von Stars nur eine vielen Maschen, die die Betrüger einsetzen: Auch falsche Vermisstenmeldungen junger Mädchen und Fake-Spendenaufrufe für Tierheime wurden von Unbekannten in der Vergangenheit für die Fishing-Links missbraucht.
Wichtig dabei ist, dass Ihr nie irgendetwas eintragt, solltet Ihr mal auf einen der Fake-Links stoßen. Denn damit die Fisher wirklich an Eure Daten kommen, müsst Ihr sie in den meisten Fällen wirklich selber eintragen. Denn wenn Ihr Eure Daten erst mal rausgegeben habt, kann man meistens wenig Machen. Denn die Täter sind meistens Teil einer Organisation, die ihren Sitz im Ausland hat, erklärt Karsten Gulden, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht und Berater von Mimikama.
Seid also wachsam und klickt nicht sofort alles wann, wenn Euch der nächste angeblich tote Promi bei Facebook über den Weg läuft.

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