7 Dinge, die Ihr niemals zu einem Depressiven sagen solltet

8 September 2018
Von "Reiß' Dich mal zusammen" bis hin zu "Mach’ doch mal ein bisschen Yoga" – diese Sätze solltet Ihr Euch als Angehörige oder Freunde von Depressiven klemmen.
Falls Ihr jemanden kennt, der an Depressionen leidet, solltet Ihr natürlich das Gespräch suchen und Eure Hilfe anbieten. Allerdings gibt es bei diesem Gespräch ein paar Tipps, die Ihr beachten solltet, denn Depressionen sind eine Krankheit und diese muss professionell behandelt werden.
Küchenpsychologische Sprüche helfen dabei nicht weiter, auch, wenn sie von Herzen kommen und gut gemeint sind. Am besten Ihr nehmt Eure depressive Freundin oder Euren depressiven Freund an die Hand und bietet ihr/ihm an gemeinsam eine professionelle Beratungsstelle aufzusuchen. Anlaufstellen findet Ihr hier .

Diese Sätze jedenfalls sind mit Vorsicht zu geniessen ...
1. "Reiß’ Dich mal zusammen"
Depressionen sind nicht einfach nur eine schlechte Laune. Der Psychiater Ashwini Nadkarni zu "Seventeen.com": "Leute mit Depressionen leiden an einer Krankheit, die im Gehirn festzustellen ist. Genauso, wie man nicht jemanden bei Asthma sagen kann, hör doch mal auf zu husten, kann man einer depressiven Person nicht sagen, sei’ doch jetzt mal nicht depressiv." Am besten bietet man an dass man gerne zuhören möchte und interessiert ist an der Krankheit.
2. "Du brauchst keine Therapie oder Tabletten. Du braucht nur ein bisschen Sonne und Yoga"
Keiner von uns kann es gut ertragen, wenn es Menschen, die wir lieben, schlecht geht. Der häufigste Impuls ist sofort für den anderen eine Lösung finden zu wollen, denn die Tragik aushalten zu müssen ist zu schwer zu ertragen. Doch mit einem solchen Spruch zeigt man eher, dass man das Problem nicht ernst nimmt. Und das führt wiederum häufig zu einer weiteren Distanzierung der betroffenen Person.
3. "So viele Menschen haben es schlechter als Du"
Der typische Abwärtsvergleich führt in der Sozialpsychologie oft dazu, dass wir uns besser fühlen. Doch dies trifft nur bei alltäglichen Problemen zu, nicht bei Krankheiten. Zudem impliziert dieser Satz, dass man davon ausgeht, der Depressive hat seine Krankheit selbst zu verschulden, jemand, der in Afrika an Hunger leidet nicht. Doch beides, also eine Depression als auch eine an Hunger leidende Person haben ihre Situation nicht selbst verschuldet und würden alles dafür tun, um ihre Lage zu ändern. Wenn sie denn könnten und Hilfe bekommen. Deswegen ist es so wichtig zu helfen.
4. "Jetzt sei doch mal nicht so eine Bremse"
Klar ist es manchmal schwer mit einer an Depressionen erkrankten Person zu tun zu haben. Doch die schlechte Laune sucht sich die Person nicht aus und kann sie nicht einfach an- oder abschalten, so wie viele gesunde Personen es schaffen, sich durch Musik, positive Gefühle oder Ablenkung wieder aus einer schlechten Laune zu holen.
5. "Sie haben meine Make-Up-Marke nicht mehr bei Rossman, ich bin so depressed! "
Diese Sätze rutschen einem leicht mal über die Lippen, denn viele Dinge ärgern uns tagtäglich. Doch für einen Depressiven bedeutet dieses Wort jeden Tag aufs Neue Kummer und eine tief sitzende Krankheit, die bedrohlich ist. Deswegen sollte man erst überlegen, bevor man so etwas sagt und sich am besten ein anderes Wort überlegen. Vielleicht "enttäuscht" oder "verärgert".
6. "Suizid ist so egoistisch"
Ihr mögt Recht haben, aber mit diesem Satz werdet Ihr Eure Freundin oder Euren Freund von Euch wegtreiben und ihm nicht das Gefühl geben, dass sie/er mit Euch sprechen kann, wenn Selbstmordgedanken da sind. Fakt ist: Depressionen enden oft tödlich. 3 bis 4% der Erkrankten sterben laut der "Gesundheitsberichterstattung des Bundes" durch Suizid, alleine in Deutschland waren das im Jahr 2008 9.451 Sterbefälle. Besser als diesen Satz zu formulieren wäre ganz sensibel und empathisch zuzuhören und professionelle Hilfe zu holen.
7. "Fühlst Du Dich jetzt besser? "
Auch hier – wir verstehen das Bedürfnis zu wollen, dass alles wieder gut ist und das Gegenüber wieder gesund ist. Oft helfen Gespräche mit Freunden, doch am Ende muss ein Fachmann die Situation einschätzen und gegebenenfalls Medikamente verschreiben. Lasst Euch also als Angehörige helfen und seid offen für das Thema ohne Vorurteile zu schüren und vorschnelle Lösungen zu präferieren.
Eva für MTV

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