Streaming-Krieg: Deshalb cancelt Netflix ständig gute Serien

3 September 2019
Bisher war es in der Entertainmentbranche immer so: Eine Serie wird solange fortgesetzt, wie sie erfolgreich ist. Für Netflix hat dieses Konzept jedoch kaum eine Bedeutung. Warum das so ist, erklären wir hier.
In letzter Zeit kam das überraschende Aus für einige der beliebtesten Serien auf Netflix. Trotz großer Beliebtheit wurde "Orange Is The New Black" nach sieben Staffeln abgesetzt. Für andere Formate kam das Ende noch viel früher. Die Serie "The OA" zum Beispiel baute sich nach kürzester Zeit eine riesige Fangemeinde auf, doch nach nur zwei Staffeln zog Netflix den Schlussstrich.
Sogar "Stranger Things", die vielleicht bekannteste Serie des Streamingdienstes, soll nur noch eine weitere Staffel bekommen. Netflix' derzeitiger Kurs sieht ganz offenbar vor, dass ein Großteil der Serien auf wenige Staffeln begrenzt wird. Die deutsche Erfolgsserie "Dark" beispielsweise bekam von vornherein nur drei Staffeln. Ähnlich ist es bei "Tote Mädchen lügen nicht", welche vier Staffeln produzieren durfte.
Um die ganze Situation zu verstehen, muss man sie aus der Sicht von Netflix betrachten. Die Firma ist auf neue Abonennten angewiesen, denn das ist derzeit der einzige Weg, wie der Streaming-Riese Umsatz generiert. Der Anbieter arbeitet also nicht nach dem Prinzip: "So viele Zuschauer wie möglich". Viel eher stellt er sich die Frage: Wie bekomme ich neue Abos verkauft?
Leider passiert das kaum, indem man neue Staffeln beliebter Serien produziert. Während die Fans von "Orange Is The New Black" dem Streaminganbieter über die Jahre treu geblieben sein dürften, gewinnt man mit der Ankündigung einer fünften oder sechsten Staffel kaum neue Kunden dazu. Viel mehr hilft da ein frisches Format, das aggressiv beworben wird und potenzielle Neukunden neugierig machen könnte.
Ein weiterer finanzieller Grund: Je länger eine Serie läuft, desto teurer wird sie. Die Stories von Serien werden in der Regel von Staffel zu Staffel komplexer, es kommen mehr Charaktere dazu und Schauspieler und Produzenten können mehr Gage verlangen.
Zuletzt wurden auch Marvel-Serien wie "The Punisher" oder "Jessica Jones" abgesetzt. Das hat allerdings damit zu tun, dass Marvel Entertainment vor zehn Jahren von Disney übernommen wurde. Da Disney Ende des Jahres in den USA mit 'Disney+' ein eigenes Streaming-Portal starten wird, wird Marvel-Content künftig nur noch dort zu sehen sein. Das gleiche gilt dann natürlich für alle Star Wars- und Pixar-Inhalte, sowie die Eigenproduktionen und Klassiker des Mediengiganten. Ein starker Rivale für Netflix, auf den man sich seit langem vorbereitet. Ach, und dann soll es natürlich auch noch 'Apple TV Plus' geben...
Das Werben um Neukunden dürfte in Zukunft jedenfalls um einiges stärker werden und kürzere Serien werden vermutlich zur Normalität. Wer erfolgreich aus dem kommenden Streaming-Krieg herausgehen wird, bleibt abzuwarten.

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