Musikmagazin "Spex" wird nach über 38 Jahren eingestellt

17 Oktober 2018
Das Kultmagazin "Spex" wird nach 38 Jahren Ende 2018 eingestellt. Diese traurige News teilte Chefredakteur Daniel Gerhardt jetzt mit.
Das Musik- und Popkulturmagazin "Spex" wird am 27. Dezember 2018 seine letzte Ausgabe herausbringen, so der Chefredakteur Daniel Gerhardt. Nach 38 Jahren ist somit leider Schluss mit dem Kultmedium.

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Es ist nach wie vor traurige Zeiten für den Print. Seit Jahren sinken die Verkaufszahlen rapide und Verlage und Redakteure sind ratlos und hilflos gegen diese Entwicklung. Jetzt hat es auch das Popkulturmagazin "Spex" getroffen. Nach 38 Jahren wird am 27. Dezember 2018 die letzte Ausgabe des Magazins veröffentlicht werden, so verkündet es Chefredakteur Daniel Gerhardt.

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Spex gilt als großes deutsches Leitmedium in der Musik und Popkultur. 1980 in Köln gegründet, widmete sich das Magazin vornehmlich Rezensionen zu Musikalben, Bücher, Filme, Serien, aber auch Kunstausstellungen und aktuellen Trends der Popkultur. Nachdem Spex zuerst fast monatlich erschien, reduzierte sich der Veröffentlichungszyklus auf sechs Magazine pro Jahr, bis schließlich die Entscheidung fiel, sie komplett einzustellen.

"Wenn Sie die jüngeren – und teilweise auch gar nicht mehr so jungen – Entwicklungen im internationalen Zeitschriftenwesen verfolgt haben, kennen Sie die Gründe für die Einstellung von SPEX bereits. Der Anzeigenmarkt befindet sich seit Jahren im Sinkflug. Immer mehr Unternehmen ziehen sich vollständig aus dem Printgeschäft zurück und investieren ihre Marketinggelder stattdessen vermehrt in Social-Media-Werbung – ein Trend, der sich 2018 nochmals verschärft hat.", führt Daniel Gerhardt in der vorletzten Ausgabe an.

Nach der Etablierung des Social Webs und inbesondere von Social Media verschwanden jedoch"die sogenannte Gatekeeperfunktion von Pop-Journalist_innen", sodass Konsumenten nicht mehr auf eine neue Magazinausgabe abwarten müssen, sondern mittlerweile direkt auf bspw. Albumreleases zugreifen und sich schneller ein Bild vom Produkt machen können. Artists sind nicht mehr abhängig von diesen "Zwischenhändlern" und können ihre Arbeiten sofort ohen Filter teilen. An sich eine positive Entwicklung für eine objektivere Meinungsbildung, die jedoch der langsamere Printprozess verpasst hat.

Spex ist dabei nicht das einzige Magazin, das sich dieser Spirale verloren hat. Im Juni verkündete die Neon, ihre Auflage einzustellen, gefolgt von der Intro und der Groove. Vermutlich werden in Zukunft noch viele weitere Printmedien ihre haptischen Ausgaben reduzieren oder sogar aufs Eis legen müssen.

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