#WhyIDidntReport: Trump löst überwältigende Protestwelle aus

22 September 2018
Aus diesem Grund unterstützen gerade tausende Menschen die Psychologie-Professorin Christine Blasey Ford.
In den Staaten ist das Thema zur Zeit in aller Munde: Christine Blasey Ford wirft dem Richter Brett Kavanaugh Nötigung vor, doch Donald Trump hält an dessen Nominierung zum Höchstrichter fest - und löst damit mal wieder eine heftige Protestwelle aus.
Am Freitagmorgen hatte Trump die Glaubwürdigkeit der Professorin in mehreren Tweets in Frage gestellt, um den beschuldigten Richter in Schutz zu nehmen. Trump hatte Kavanaugh als Richter für den Supreme Court vorgeschlagen, doch der US-Senat muss die hochrangige Personalie zuerst bestätigen. Da kommen solche Anschuldigungen natürlich ungelegen. Auf Twitter schrieb Trump: “Sollte der Angriff auf Dr. Ford wirklich so schlimm gewesen sein, wie sie sagt, hätten schon damals entweder sie oder ihre liebevollen Eltern Anklage bei den örtlichen Strafverfolgungsbehörden eingereicht.“
Innerhalb weniger Stunden solidarisierten sich unter dem Hashtag #WhyIDidntReport zehntausende Menschen mit Ford. Auf Twitter teilten sie ihre persönlichen Missbrauchserfahrungen mit und legten offen, warum sie diese nicht zur Anzeige gebracht hatten:
Bereits zwei Stunden nach Trumps Tweet wurde #WhyIDidntReport zum weltweit am häufigsten verwendeten Hashtag. Bis zum Nachmittag waren es bereits überwältigende 130.000 Posts. Darunter natürlich auch Prominente, wie zum Beispiel Ashley Judd: “Das erste Mal, als ich vergewaltigt wurde, war ich sieben. Ich habe es den ersten Erwachsenen erzählt, die mir begegnet sind. Sie sagten: Oh, er ist ein netter alter Mann. Er hat es nicht so gemeint. Als ich mit 15 wieder vergewaltigt wurde, habe ich es nur meinem Tagebuch erzählt.“
Auch Lili Reinhart meldete sich zu Wort: “Weil ich meinen Job nicht verlieren wollte oder dass alle denken, ich sei eine Drama Queen.“
Padma Lakshmi erzählte ihrer Familie sogar von einem sexuellen Übergriff, doch wurde einfach nur weggeschickt:
Daryl Hannah ging es da sehr ähnlich:
Doch wie geht es nun weiter? Ford soll mehr Zeit bekommen, um sich zu entscheiden, ob sie eine offizielle Aussage gegen Kavanaugh machen will. Der Vorsitzende des Justizausschusses im US-Senat scheint die Worte der Professorin ernst zu nehmen und gibt ihr die Chance auf eine Anhörung. Das ist auch gut so, denn die Ernennung des Supreme-Court-Richters ist eine große Sache in den USA. Das Gericht ist die höchste Instanz in vielen relevanten gesellschaftlichen Fragen und könnte mit Kavanaugh an der Spitze für viele Jahre zum Instrument Donald Trumps werden.
Alex für MTV

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