MTV Album der Woche: Lana Del Rey "Born To Die"

Mit Empfehlung eines weltweiten Hypes, veröffentlicht Lana Del Rey endlich das vielbesprochene Debüt "Born To Die" und natürlich hofft die Senkrechtstarterin allen voran, dass sie sich am Album nicht verhoben hat und den Erwartungen standhält.

Sonntag, 29. Januar 2012

Wir könnten dieses Werk in Grund und Boden besprechen, den großen Medienrummel ad absurdum führen und uns hinstellen und behaupten: Wenn dass der Hype 2012 sein soll, dann lässt sich vom weiteren Verlauf des Jahres nicht viel erwarten. Es wäre so einfach und doch nur die halbe Wahrheit. Natürlich ist Lana Del Reys Erstling "Born To Die" kein Pop-Monolith geworden, jetzt, wo er endlich das Licht der Öffentlichkeit erblickt - aber wer hat eigentlich behauptet, dass die Frau, die sich selbst als dunkle Version von Nancy Sinatra bezeichnet, ein Meisterwerk in petto hat? Eben, niemand.

Weswegen die Songs mit einer Mischung als glamourösem Entertainment und jeder Menge Weltschmerz ihre Sache mehr als manierlich angehen: Lupenrein produziert wurden, Pop meist in der Reinform bieten und der medialen Verwertungsmaschine hauptsächlich entfliehen wollen. Von dunklen Momenten berichtet "Born To Die" allen voran: "Money is the anthem of success/ So put on mascara and your party dress", singt sie mit fragil-melancholischer Stimme, während in "Off The Races" die Zeilen wie "I'm your little scarlet, starlet/ Singing in the garden/ Kiss me on my open mouth" zu vernehmen sind.

>> 'Born To Die' - der Song zur Platte!

Ohne despektierlich wirken zu wollen, aber solche Momente definieren, was aktuell innerhalb kommerziell ausgerichteter Musik angesagt ist und Lana Del Rey strebt nach nicht weniger als der Weltherrschaft. Daraus hat sie nie einen Hehl gemacht und die Journalisten sind den Worten aus ihrem Schmollmund bislang gerne gefolgt. Warum also nun mit zweierlei Maß messen? Es gibt keinen wirklich Grund dazu, denn "Born To Die" ist ein Popalbum, wie man es erwarten durfte. Zwar keine Neuerfindung des Rades, aber auch nichts, was ungespitzt in den Boden gerammt werden sollte und sowieso origineller ist, als alles was Rihanna, Britney & Co. in den vergangen Jahren abgeliefert haben.

Messen wir Del Rey also an ihren eigenen Leistungen, ohne übertriebene Querverweise zu Madonna oder ähnlich großen Popikonen herzustellen. "Born To Die" ist ein Ausrufzeichen und wer mehr von der Platte erwartet hat, der wird wohl den einen oder anderen Artikel zu viel über sie gelesen haben - im Guten ausgedrückt: Der Hype darf vorerst weitergehen.

Label: Vertigo/Universal Vö: bereits erschienen

Tracklist:

1. Born To Die
2. Off To The Races
3. Blue Jeans
4. Video Games
5. Diet Mountain Dew
6. National Anthem
7. Dark Paradise
8. Radio
9. Carmen
10. Million Dollar Man
11. Summertime Sadness
12. This Is What Makes Us Girls

Hier die vergangenen Alben der Woche:

Speech Debelle mit 'Freedom Of Speech'
Enter Shikari mit 'A Flash Flood Of Colour'

Mehr News