MTV Album der Woche: Hurts

Dem Glamour eine Heimat geben - Hurts schaffen dies mit 'Surrender' vom ersten bis zum letzten Track.

MTV Album der Woche: Hurts – Surrender

Freilich, einfach hatten es Hurts nach ihrem Hit Wonderful Life nicht. Gerade schwirrten sie noch als angesagte Newcomer durch die Hitlist der BBC, da gelang den beiden Briten 2010 fast über Nacht dieser massive Hit und Europa-weit galten sie fortan als die, die es gerne düster und doch kommerziell eingängig mögen. Dabei entstand weder erwähnter Track, noch die zugehörigen auf dem Debüt ‘Happiness’ am Reisbrett für flächendeckenden Erfolg, sondern in einer heruntergekommenen Sozialwohnung in der englischen Arbeiterstadt Manchester. Theo Hutchcraft und Adam Anderson hatten zu dieser Zeit nichts, standen vor dem Ruin und zogen sich selbst am Schopfe aus der Misere.

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Die Einflüsse – Joy Division, New Order oder hier und da auch mal Prince – galten bald nicht mehr als innovativ, sondern als simple Vorlage, an denen sich Hurts regelmäßig abarbeiten würden. Da musste das Duo durch und hielt den Kopf fortan immer oben. Natürlich sind die Eskapaden, wie der angebliche Gruppensex in Moskau auf Tour oder die Liaison von Hutchcraft mit Dita Von Teese gefundenes Fressen für die Presse, es sagt allerdings nichts über die Qualität dieser Formation aus. Die nach wie vor unbestritten ist und auch auf dem dritten Album ‘Surrender’ mit allerhand Geschick und Fortüne im Songwriting unter Beweis gestellt wird.

>>> Das Video zur neuen Hurts-Single 'Some Kind Of Heaven' gibt es hier.

Da wäre der unabdingbare Glamour, den Hurts niemals außer Acht lassen. Der retro-getränkte Elektro-Wave, der uns immer noch das Gefühl gibt, die 80er Jahre seien nur einen Steinwurf entfernt – und zu guter Letzt ist es auch noch mehr Prince und Pop, das das Gesamtergebnis dieses Mal präsentiert. Freilich wollen sie mit Songs wie Some Kind Of Heaven ein bisschen zu viel des Guten und suchen an manchen Stellen immer noch nach dem einen Soundmodell, das sie über Jahre hinweg unschlagbar macht. Allerdings wagen sie mit ‘Surrender’ mehr Risiko als zuletzt und das einzugehen, ist aufgrund der zurückliegenden Erfolge aller Ehren wert.

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Sollen also die, denen Hurts bereist nach ihrem Einstand 2010 zu wider waren, weiterziehen. Hier bekommen sie keine neuen Argumente, die Band richtig toll zu finden – allen anderen bietet ‘Surrender’ einen Sound, der aufgreift, was zu erwarten war und das bekannte Prinzip geschickt erweitert.

Label: Four Music/Sony Vö: bereits erschienen

Tracklist:
1. Surrender
2. Some Kind Of Heaven
3. Why
4. Nothing Will Be Bigger Than Us
5. Rolling Stone
6. Lights
7. Slow
8. Kaleidoscope
9. Wings
10. Wish
11. Perfect Timing
12. Weight Of The World
13. Policewoman

Und das vergangene MTV Album der Woche gibt es hier.

Montag, 12. Oktober 2015