MTV Album der Woche: Lana del Rey

Weitermachen wo sie aufhörte. Lana Del Rey perfektioniert auf 'Honeymoon' ihr eh schon perfektes Songwriting.

MTV Album der Woche: Lana del Rey – Honeymoon

Kaum ein Jahr hat die immer noch mysteriös wirkende Lana Del Rey an ihrem neuen Album geschraubt und was für einige bereits wie ein Schnellschuss wirkte, entpuppt sich als das beste Album ihrer Karriere und zugleich formvollendeter Longplayer. Die abgrundtiefe Melancholie bestimmt auch dieses Mal das Geschehen und obschon ‘Honeymoon’ tatsächlich ein sehr positiv wirkendes Album ist, zeigt es die Protagonistin einmal mehr nachdenklich und von Anfang bis Ende höchst reflektiert. Natürlich ist Pop und Soul hörbar – eine Wiederholung von längst dagewesenen ist ‘Honeymoon’ trotzdem nicht.

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Darin liegt der große Verdienst im Schaffen von Lana Del Rey: Der Mainstream hat ihr mit vorderen Chartplätzen schon zig Mal die Türen geöffnet und wie ein stures Kind weigert sich die gefeierte Newcomerin von 2012 hindurchzugehen. Keine Christina Aguilera will sie sein, kein Interesse hat sie daran es einzig aufs junge Publikum abzusehen – nein, immer dann, wenn man dachte: Okay, nun wagt sie den Schritt zum flächendeckenden Popstar, machte sie kehrt und releaste wie im vergangenen Jahr mit ‘Ultraviolence’ eine Platte die einer Beichte gleich alle inneren Konflikte nach Außen kehrte. Das ist für viele too much und trotzdem lässt sich Del Rey kaum beirren.

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‘Honeymoon’ sucht nun vordergründig mit leicht abgewandelten Sound, der heller und zugänglicher wirkt, das Happy End und an manchen Stellen vermag man es der Platte sogar entnehmen: Das Moment des Glücks und die damit verbundene Zufriedenheit. Doch nur eine Sekunde später zerstört Del Rey die vermeintliche Sicherheit sofort und begräbt jede Form der Hoffnung direkt im Keim. Wenn man nach drei Jahren und drei Alben also eine Charaktereigenschaft im Songwriting von Lana Del Rey ausmachen möchte, dann ist es sicher die, dass sie immer die Dialektik sucht und auf ‘Honeymoon’ so gekonnt wie nie zuvor umsetzt.

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Zwei kleine Großtaten in nur einem Jahr, Lana Del Rey wird vielleicht nie der Popstar den viele in ihr vermutet haben, aber das sollte sie nicht stören: Wer solche Platten vorlegt, hat den Status einer Christina Aguilera längst überwunden und ist ihr aus kreativer Sicht um Lichtjahre voraus.

Label: Vertigo/Universal Vö: bereits erschienen

Tracklist:
1. Honeymoon
2. Music to Watch Boys To
3. Terrence Loves You
4. God Knows I Tried
5. High By the Beach
6. Freak
7. Art Deco
8. Burnt Norton (Interlude)
9. Religion
10. Salvatore
11. The Blackest Day
12. 24
13. Swan Song
14. Don’t Let Me Be Misunderstood

Und das vergangene MTV Album der Woche findet ihr hier.

Montag, 21. September 2015