MTV Album der Woche: Muse

Mit Wut und Wucht zurück auf Los. Muse zelebrieren mit 'Drones' die jugendliche Leichtigkeit des Seins.

MTV Album der Woche: Muse – Drones

Erstaunlich an der Karriere von Muse ist, dass sie eigentlich erst in eine Liga mit Coldplay oder den Foo Fighters aufstiegen, als ihre Musik selbst überhaupt nicht mehr Chart-tauglich war. So geschehen im Jahre 2006 mit dem opulenten Konzeptwerk ‘Black Holes And Revelations’, auf dem es keinerlei Single-Material gab, die Tracks aber die erste Liga des voluminösen Stadionrocks trotzdem erreichten. Im vollkommen positiven Sinne, denn wie Bon Jovi klangen Muse bekanntlich nie. So auch 2015 nicht. Ein Jahr jedoch, dass die Band um Frontmann Matthew Bellamy direkt zu ihren Teenagertage zurückführt und zum 20. Jubiläum ein Trio feiert, dass gar kein Interesse daran hat, erwachsen zu werden.

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Ein Annahme, die zum einen auf dem Instrumentarium beruht – welches dieses Mal viel reduzierter den Mittelpunkt des Songwritings einnimmt als es zuletzt auf ‘The 2nd Law’ noch mit viel Brimborium der Fall war. ‘Drones’ konzentriert sich auf das Kerngeschäft der drei Mitglieder und stellt Gitarre, Schlagzeug, Bass ganz bewusst heraus. Wuchtig und wütend klingen die Kompositionen dadurch, keine unnötigen Überbauten werden hinzugefügt und wenn Bellamy meint, dies sei eine Rückkehr zu den Ausgangspunkten, von denen Muse einst die Rockwelt einnahmen, dann behält er bis zum letzten Akkord auf ‘Drones’ damit recht. Schon lange klang das Trio nicht mehr so spontan und ruppig wie hier.

>>> Zum neuen Muse-Video 'Dead Inside' geht es hier entlang.

Die oftmals bemühten Queen Vergleiche können also gleich steckengelassen werden. Wohingegen textlich das ähnlich häufig erwähnte Konzeptuelle beibehalten wird. ‘Drones’ skizziert ein Endzeitszenario, bei dem ein Krieg in unbekannter Zukunft stattfindet, der ganz ohne menschliche Beteiligung auskommt. Science Fiction quasi, woran sicher tausende von gestanden Bands regelmäßig scheitern würden, gelingt dieses Thema Muse ohne auch nur an einer Stelle belustigend zu wirken. Hierin unterscheiden sie sich definitiv von der Konkurrenz. Alles geht einher, die Musik, die Texte, die Darbietung und der Mut zum Risiko es auch einmal mit Grandezza an die Wand fahren zu wollen. Ehe man zu sehr auf Nummer sicher geht.

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Wer jedoch hoffte, dass Muse mit ‘Drones’ nach zwei erstaunlich versierten Vorgängern nun die berühmte Bruchlandung hinlegen, wird sich getäuscht sehen. Bellamy & Co. ist wieder einmal gelungen, was sie sich vorgenommen haben und allein dies schaffen ist beeindruckend. Bis zum Schluss.

Label: Warner Vö: bereits erschienen

Tracklist:
1. Dead Inside
2. [Drill Sergeant]
3. Psycho
4. Mercy
5. Reapers
6. The Handler
7. [Jfk]
8. Defector
9. Revolt
10. Aftermath
11. The Globalist
12. Drones

Und das vergangene MTV Album der Woche gibt es hier.

Montag, 08. Juni 2015