MTV Album der Woche: James Hersey

Der elektronische Songwriter-Pop hat einen neuen Vertreter im Wiener James Hersey und seinem Debüt 'Clarity' gefunden.

MTV Album der Woche: James Hersey – Clarity

Jetzt heißt es für James Hersey zurück auf Los. Die Remixe und EPs sind mit der Veröffentlichung seines ersten Albums ‘Clarity’ quasi ein Teil der Vergangenheit und musikalisch wird der Fokus von ihm durchaus in eine andere Richtung geschoben. In der österreichischen Hauptstadt Wien beheimatet, gelangen ihm erste Erfolge bereits im letzten Jahr: Mit dem kostenlosen Download-Track ‘Juliet’ konnte er eine Reihe von Kritikern auf seine Seite ziehen und zugleich in diversen Musik-Blogs für Furore sorgen. Zudem gelangen die Remix-Versionen stets ausgezeichnet und zeigen, dass sich Hersey bewusst ist, dass seine Lieder in mehreren Genres funktionieren können. Sich aber jetzt plötzlich auf eines allein festlegen, diesen Fehler begeht er auf seinem Debüt nicht – ganz im Gegenteil, ist die Facettenvielfalt etwas, dass den roten Faden bei ihm ergibt.

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Natürlich erinnert vieles auf ‘Clarity’ an den in den letzten Jahren ein wenig in die zweite Reihe gerutschten Jason Mraz – aber eben nicht alles, wohlgemerkt. Gemeinsam haben die beiden eher den ähnlichen Ansatz, der ihr Songwriting bestimmt: Im Gegensatz zur gern gewählten Methode des melancholisch anmutenden Gewands, dass im Singer/Songwriter oft verfolgt wird, setzt Hersey genau wie Mraz auf einen hellen und vor allem klaren Sound. Es gibt zwar die dunklen Texte auf ‘Clarity’, aber nie so, dass der Rest diesem vollständig Tribut zollt. Vielmehr leben die Tracks von einer Mischung, bei der Electro-Beats, Alternative, Indie und der bereits erwähnte Pop immer zeitgleich miteinander kombiniert werden. Was sehr ambitioniert klingen mag, aber Hersey gelingt.

>>> Zum Video zu James Herseys Single 'Don't Say Mabye' geht es hier entlang.

Somit unterscheidet er sich auch von den gerne genommen Vergleichsbands Milky Chance oder Foster The People. Die zwar den Elektropop im Songwriter-Gewand ebenso präsentieren, aber nicht komplett in der Form, wie dies auf ‘Clarity’ passiert. Damit wird es für James Hersey in Wien nun ernst und der Hype, den er um seine Person in den letzten Jahren entfachen konnte, bekommt das erste große Release angestellt. Austropop erlebe ja gerade eh einen Hype, könnten nun einige meinen und doch hat Hersey mit den Kollegen von Bilderbuch oder Wanda nicht viel gemeinsam: Er nutzt den Dialekt seines Heimatlandes ebenso wenig wie ein Left Boy und daher könnte es schnell passieren, dass seine amerikanischen Wurzeln familiärer Seite ihn auch außerhalb der Alpen berühmt werden lassen.

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Den Mut zum Schönklang, diesen kann ihn derweil niemand absprechen. James Hersey legt mit ‘Clarity’ ein Debüt vor, dass den Debütanten erstaunlich reif klingen lässt und dürfte in diesem Jahr für noch mehr Aufsehen sorgen, als die Single ‘Juliet’ es 2014 vermochte.

Label: Lichtdicht Vö: bereits erschienen

Tracklist:
1. Don’t Say Maybe
2. Dreamcatcher
3. Coming Over
4. Running Out
5. If you Love Me
6. What I’ve Done
7. Interlude (by Narou)
8. Let Go (feat. Manu Delago)
9. Victoria
10. Follow
11. Juliet
12. You’ve Come So Far
13. Keep It Even (Take 3)

Und das vergangene MTV Album der Woche gibt es hier.

Montag, 02. März 2015