MTV Special Diagrams: Kein Wort zuviel

Mit der zweiten Karriere erfolgreich - Diagrams Sam Genders zeigt im Zuge von "Chromatics" wie das geht.

“Beziehungen zwischen Menschen können so frustrierend wie sexy sein”

Er hatte es bereits geschafft, der Werdegang als professioneller Musiker mit seiner ersten Band Tunng schien so sicher wie das Amen in der Kirche und doch stieg Sam Genders auf dem Höhepunkt aus. Als Gründungsmitglied sah er sich nicht mehr repräsentiert im Sound der Formation und gründete das eigenes Projekt Diagrams – alles zurück auf Anfang hieß es demnach vor zwei Jahren und das mit Erfolg.

>> Zum Diagrams-Video 'Ghost Lit' geht es hier entlang.

Nun will Genders an den Kritikerliebling Black Light (2012) mit dem neuen Album Chromatics anknüpfen und wie es nach den ersten Durchläufen wirkt, kann er diese Herausforderung ohne Probleme stemmen: Wieder einmal durchqueren seine Sounds Genres wie Psychedelic, Gitarren-Pop und Independent und sind so vielschichtig, dass fast jeder Beitrag eine neue Marschrichtung vorgibt.

>> Auch die Vergangenheit hinter sich gelassen hat Ex-Supergrass-Frontmann Gaz Coombes – im MTV Special durchleuchten wir, was er heute so treibt.

Im Interview mit Sam Genders aka Diagrams fragten wir also nach, ob er die Vergangenheit manchmal vermisst, warum sein Nebenjob als Gitarrenlehrer neue Kreativität entfachte und weswegen man als Musiker den Ball flach halten sollte.

Eine zweite Chance hat jeder verdient, findet Sam Genders…

Sam Genders: Wir sind bei Tunng damals keinesfalls im Streit auseinandergegangen. Ich merkte eben, dass mir das feste Bandkonstrukt nicht mehr die vollen Möglichkeiten zur Entfaltung gab und es deswegen lieber alleine wissen wollte. Natürlich ist das ein risikoreicher Schritt, aber angesichts des positiven Feedbacks zum ersten Album meines Projekts Diagrams habe ich es bis heute nicht bereut. Da gilt es nun mit ‘Chromatics’ anzuschließen.

Wie seine Rolle als Gitarrenlehrer Einfluss auf seine Musik nahm…

Sam Genders: Als ich Tunng verließ, musste ich erst einmal schauen, wie ich mein erstes Album als Diagrams finanzieren sollte – dafür bot ich an Schulen Gitarrenunterricht an und diesen Nebenjob habe ich tatsächlich bis heute nicht aufgegeben, da mich die Kleinen meistens nicht als der Typ hinter dem Projekt kennen und somit ehrlich zu mir sind, was meine Songs angeht, die ich ihnen manchmal vorspiele. Das mag ich und bringt mich durchaus in manchen Situationen dazu, dass ich noch einmal dieses oder jenes bei einem Demo verändere.

Warum morgen schon alles vorbei sein kann…

Sam Genders: Ich mache mir keine Illusionen, dass das Musik-Business ist super schnelllebig ist und dich morgen schon aus dem Licht der Öffentlichkeit rauskegeln kann. Daher bin ich für jedes neue Album sehr dankbar und sehe es als Bestätigung meiner Arbeit an. Daher wünsche ich mir ein drittes Diagrams-Werk und habe sogar schon erste Ideen parat >> Ist seinen Fans für das neue Album auch dankbar: Marilyn Manson mit 'The Pale Emperor' im MTV Album der Woche.

Darüber freuen darf sich allerdings nicht nur Sam Genders, denn Chromatics ist ihm erneut gelungen und ebnet rein künstlerisch definitiv den Weg für weitere Alben aus seiner Feder, denn Diagrams haben mit Tunng längst aufgeholt.

Aktuelles Album: DiagramsChromatics (Full Time Hobby/Rough Trade)

>> Alle Infos zu Diagrams gibt es hier.

Diagrams auf Tour:

13.02.15 Berlin – Comet Club
14.02.15 Hamburg – Molotow Exil

Freitag, 23. Januar 2015