MTV Album der Woche: Kool Savas

Der King of Rap ist zurück und in welch bestechender Form Kool Savas sich präsentiert, beweist "Märtyrer" vom ersten bis zum letzten Track.

MTV Album der Woche: Kool Savas – Märtyrer

Die Frage nach der Qualität einer Veröffentlichung von Kool Savas stellt sich eigentlich für niemanden mehr. Nicht nur mit seinen regulären Studioalben konnte der so genannte King of Rap sowohl Kritiker als auch Fans hinter sich versammeln, die ebenso berühmt-berüchtigte John Bello Story hält sich bereits seit drei Ausgaben und ist im Gegensatz zum ‘Pate’ nicht nur zwei Mal gelungen, sondern dreifach brillant. Es ist also zugleich ein Fluch Kool Savas zu sein, denn natürlich geht die Kritik hier anders heran als sie es bei einem neuen Farid Bang oder Kollegah Album tun würde – gute Punchlines alleine reichen nicht aus, um alle Gemüter milde zu stimmen.

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Mit Märtyrer macht Savas allerdings alles richtig, denn der Schuster bleibt bei seinen sprichwörtlichen Leisten – die inzwischen gerne genommene und oft bemüht wirkende Formel: Bringt den Elektro in deine Beats, kommt bei ihm nicht vor. Was deswegen eine gute Entscheidung ist, da die Songs im vorliegenden Sound vielmehr an einer Weiterentwicklung interessiert sind, die genau in dem Rahmen stattfindet, für den sich Savas bereits mit seinem Debüt Der Beste Tag Meines Lebens entschied: Kompromisloser, tiefsinniger und gerne harter Rap direkt aus seinem Kopf und nicht wie viele es gerne immer als Rapper behaupten – von der Straße kommend.

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Abgesehen vom Cover, ist Märytrer nicht das Album geworden, dass Plattenfirmen gerne als ‘das persönlichste seiner Karriere’ bezeichnen. Die Geschichten der Tracks lassen sich quasi auf jeden anwenden, der dem schnellen Flow von Savas folgen kann und ein Element ist ebenso auffällig: Seine Art von Humor. Schwer zu sagen, ob er dieses Mal deutlicher in den Vordergrund treten sollte, aber zwischen den Zeilen fällt er eben immer wieder ins Ohr und zieht sich durch eine Vielzahl von Songs wie ein roter Faden. Trotzdem ist das Ganze kein beschwipst fröhliches MC Fitti Album, ganz im Gegenteil, nimmt der King of Rap einen gerne dorthin mit, wo es weh tut oder zur Sache geht – in die Welt der verquerten Emotionen und Gefühlsausbrüche.

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Mit so viel Druck nach knapp zwei Dekaden im Business immer noch unterwegs zu sein, ist erstaunlich und wenn Haftbefehl nicht ein Brett von Platte vorlegt, dann ist Märtyrer ganz sicher das Album des Jahres – oder beide teilen sich die Krone eben. Wer King of Rap ist, weiß trotzdem jedes Kind!

Label: Essah Media/Sony Music Vö: 14.11.14

Tracklist:
1. Intro (feat. Tim Bendzko)
2. Märtyrer
3. Es Ist Wahr / S a zu dem V
4. Zweifel Und Bestätigung
5. Limit (feat. Alex Prince)
6. Matrix
7. 2 The Essence (feat. Masta Ace & Tajai)
8. Es Rappelt Im Karton
9. Rap Über Rap
10. Summa Summarum
11. Neue Namen
12. Anekdote Aus Istanbul (Skit)
13. Lang Genug Gewartet

Und das vergangene MTV Album der Woche findet ihr hier.

Montag, 10. November 2014