MTV Special Interpol: Gekommen um zu bleiben

Die Schatten der Vergangenheit wollen Interpol mit ihrem neuen Album "El Pintor" endgültig abwerfen.

“Natürlich geht es manchmal auch ums Geld, von dem wir leben”

Interpol haben wahrlich keine leichte Zeit hinter sich und im Grunde fing die Misere beim letzten, sehr guten Album Interpol schon an: Gerade fertig im Kasten, stieg 2010 völlig überraschend Gründungsmitglied, Bassist und Hauptsongschreiber Carlos Dengler aus und hinterließ eine sichtlich verunsicherte Band, die wusste, dass das nächste Werk aus ihrer Feder ein anderes werden wird.

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Nun liegt El Pintor nach vier Jahren des Wartens vor und vollkommen neu macht der Spätsommer im Hause Interpol nun nicht alles, aber der Unterschied zu ihrem letzten Werk ist den Songs durchaus anzuhören: Mehr Riffs, mehr zackige Drums und irgendwie auch selbstbewusster spielen Interpol auf. Fast so, als wollen sie nun selbst auch dem letzten Fan beweisen, dass Dengler locker zu ersetzen war.

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Wir trafen Drummer Sam Fogarino zum Interview und sprachen über die Musik als Beruf und Berufung, das neue Bandgefühl und was seine Kids über seine Musik eigentlich denken.

Warum es manchmal im Kreise von Interpol auch ums Geld geht…

Sam Fogarino: Ich brauche nicht lange um den heißen Brei reden. Wir alle haben den besten Job der Welt und jeder darf unendlich dankbar sein, dass er seine Berufung zum Beruf machen konnte. Allerdings finanzieren wir damit unser Leben und ich könnte mir meine Nebenprojekte ohne Interpol nicht leisten. So unsentimental das klingt, es braucht manchmal auch das Geld dafür.

Wie es ist, wenn die eigenen Kinder beim Konzert sind…

Sam Fogarino: Wir sind alle keine Zwanzig mehr und haben bereits Familien, die zuhause auf uns warten. Bei der letzten Tour habe ich meine kleine Tochter zu einem Konzert eingeladen und das war wirklich toll: Natürlich denke ich mir manchmal, mein Gott, wenn sie die Texte erst einmal versteht, wird sie Papa komische Fragen stellen – aber da unten im Publikum sie stehen zu sehen, war unglaublich.

Der Status Quo Interpols im Jahre 2014 lautet…

Sam Fogarino: Ich mag dieses Geschwätz nicht, wenn Leute über ehemalige Mitglieder schlecht reden und werde auch kein böses Wort über Carlos verlieren. Was ich aber mit aller Sicherheit sagen kann: Die Aufnahmen zu ‘El Pintor’ waren die experimentellsten, die wir je hatten. Jeder probierte sich aus, suchte nach dem neuen Weg und wir alle sind unglaublich happy mit dem Ergebnis.

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Gründe, um mit El Pintor glücklich zu sein, haben nicht nur Interpol, denn das Album zeigt, dass sich eine Band noch einmal neu erfinden kann, selbst wenn alles auf Abschied getrimmt ist. Paul Banks & Co. melden sich zurück, so großartig als wären sie nie weg gewesen.

Aktuelles Album: InterpolEl Pintor (Soft Limits/Pias/Cooperative/Rough Trade)

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Interpol auf Tour:

25.01.15 Köln – Palladium
04.02.15 Berlin – Columbiahalle

Freitag, 05. September 2014