MTV Special Slow Club: Nimm zwei

Aller guten Dinge sind Drei im Hause des Duos von Slow Club und so schaut ihr neues Album "Complete Surrender" zurück nach vorn.

“Das was passiert ist, war für uns immer wichtig, um etwas Neues zu kreieren”

Man könne am eigenen Publikum ablesen, welche Sachen funktionieren und welche überhaupt nicht gehen – meint Rebecca Taylor, die eine Hälfte von Slow Club und räkelt sich während dessen wohl eher unbewusst lasziv auf ihrem Hotelbett. Die letzte Nacht war lang und man habe wenig geschlafen, entschuldigt sie die Schlafzimmeratmosphäre, wirkt aber neben ihrem Kompagnon Charles Watson hellwach, sobald das Gespräch auf den neuen, dritten Longplayer Complete Surrender kommt.

>> Zum Slow Club-Video 'Two Cousins' geht es hier entlang.

Bei diesem Album – so meinen beide einstimmig – war der Weg von Anfang an klar, die Marschrichtung stand quasi vor dem Studiobesuch fest und generell habe man selten so viel Sicherheit bei Aufnahmen gehabt, wie es dieses Mal der Fall war. Dem Ergebnis ist dies durchaus anzuhören, bedient sich Complete Surrender doch genau genauso pfiffig bei der Vergangenheit, wie es den Blick nach vorne richtet: Zwischen Sixites-Pop und Motown-Attitüde, wirken die Songs ausgereift und durchdacht.

>> Die neuesten Videos der Woche gefällig? Hier geht es direkt zur Playlist.

Grund genug also, für uns einmal genauer nachzufragen, wie sich neben der Musik das Bandkonstrukt Slow Club verändert hat, ob mit dem dritten Album eine Art Routine eingekehrt ist und warum die Vergangenheit für die Band so wichtig ist.

Keine Chance für Streitereien…

Charles Watson: Wir werden ja immer gefragt, wie das so funktioniert: Frau und Mann hängen permanent aufeinander, da muss es doch mal krachen – allerdings haben wir mit den Jahren eine Strategie entwickelt und sowohl ich als auch Rebecca wissen genau, wann der andere alleine sein will und wann er ein paar nette Worte braucht. Wenn wir uns mal Streiten, gewinnt eben der mit dem längeren Atem – und diejenige ist meistens sie.

Das große Ganze immer im Auge behalten…

Rebecca Taylor: Ich stand schon zu Schulzeiten auf die Künstler der 1960/70er Jahre und galt dadurch so ein bisschen als Außenseiterin. Inzwischen kommt mir das natürlich zu Gute, denn eben diese Leute: David Bowie, Marvin Gaye oder der frühe Michael Jackson, sind es gewesen, die den Wunsch in mir haben aufkommen lassen, es als Musikerin zu versuchen.

Wissen, was der andere will…

Rebecca Taylor: Wenn wir auf Tour sind, bezeichnen uns einige gerne als ‘altes Ehepaar’ und ich sehe das durchaus als Kompliment, denn gerade das neue Werk zeigt, dass uns selbst als Duo noch Ideen kommen, für die du sonst eine ganze Band brauchst. Ich bin sehr happy mit Charles zusammen arbeiten zu dürfen und wäre er nicht, würde es mir unheimlich schwer fallen, musikalische Visionen überhaupt umzusetzen. >> Nicht verpassen – unser MTV Special mit den Newcomern von Jungle: Wir trafen sie und erfuhren der Hintergrund ihres witzigen Versteckspiels.

Hoffen wir, dass das noch lange so bleibt, denn tatsächlich zeigt Complete Surrender was der Titel verspricht: Die abwechslungsreichsten Songs eines Duos, dass nicht nur den eigenen Hype vor ein paar Jahren überlebt hat, sondern zugleich die besten Songs seiner Karriere vorlegt.

Aktuelles Album: Slow ClubComplete Surrender (Caroline/Universal)

>> Alle Infos zu Slow Club gibt es hier.

Freitag, 11. Juli 2014