MTV Special Jungle: Das Ende des Versteckspiels

Mit mysteriösen Videos im Netz berühmt geworden, zeigen sich Jungle auf dem gleichnamigen Debüt endlich der Öffentlichkeit.

“Das war lustig, aber ewig Geheimhalten geht nicht”

Eigentlich ist das Verhalten dieser britischen Formation in Zeiten digitaler Vernetzung ein Phänomen: Während alle Welt versucht, sich via diverser Social Media-Kanäle so sichtbar wie nur irgendwie möglich zu machen, gingen Jungle in den letzten Monaten den umgekehrten Weg: Sie machten aus ihrem Auftreten ein großes Geheimnis und schürten somit eine Reihe von Gerüchten, die sich inzwischen als komplett falsch herausstellen.

>> Zu einer ihrer ersten Videos 'Platoon' geht es hier entlang.

Entgegen unsere eigenen Vermutung im Newcomercheck 2014, es würde sich um ein vollkommen offenes Projekt handeln, bei dem jeder mitmachen kann, der es für richtig hält, zeigt sich anlässlich der Veröffentlichung ihres gleichnamigen Debüts Jungle, dass es sich hier sehr wohl um zwei Personen handelt, die in Sachen Songwriting und Produktion das Heft in der Hand halten: Josh Lloyd-Watson und Tom McFarland machen derweil nichts falsch mit ihrer wilden Mischung aus R’n’B, Studio54-Disco-Gedächtnis-Sound und sanfter Elektronik.

>> Die besten Newcomer des Jahres gibt hier es hier in unserer Video-Playlist.

Wir trafen Jungle für ein Interview in Berlin über die Sinnhaftigkeit zu vieler Informationen, was der Hintergrund ihres Versteckspiels war und warum sie sich musikalisch trotz erfolgreichen Einstands nicht festlegen wollen.

Die Maske gibt dir deine Freiheit…

Josh Lloyd-Watson: Ich bin nicht die super Leseratte in meiner Kindheit gewesen, aber irgendwo stand mal, dass der Mensch hinter einer Maske, in der dritten Person von sich sprechend, die Wahrheit sagt. Das ist nicht nur sehr philosophisch, sondern auch vollkommen richtig, gerade weil wir nicht daran interessiert waren, dass überall unsere Gesichter zu sehen sind, haben die Leute auf das geachtet, was uns persönlich am wichtigsten ist – die Musik. Information entsprechen nie der Wahrheit… Josh Lloyd-Watson: Es hat uns selbst überrascht, dass wir 2014 noch einen Bandnamen wie Jungle wählen konnten und fanden die Vorstellung lustig, dass die Presse sich vor lauter fehlender Informationen denkt: Warum nennen die sich Jungle und sind dann nicht so präsent wie der Dschungel selbst? Der bedeckt weite Flächen der Erde und macht auch kein Mysterium aus sich.

Jungle haben keine Grenzen…

Tom McFarland: Natürlich ist es für manche schwer uns musikalisch einzuordnen und die, die das unbedingt brauchen, denen können wir nur sagen: Sorry, auch mir fällt kein passendes Wort für zum Sound ein. Ich sehe ebenso wenig eine Notwendigkeit darin, dass die kommende Platte so ähnlich klingen muss: Vielleicht machen wir dann ganz was anderes?!

>> Die besten Videos der Woche neben Jungle gefällig – hier könnt ihr sie allesamt sehen.

Eine Wiederholung dessen, was dieser sagenhaft gute Erstling in all seinen Facetten offenbart, wäre aber auch verkraftbar, denn Jungle sind zweifelsohne nicht nur der beste Newcomer-Act der Saison, sondern auch so geheimnisvoll wie sympathisch.

Aktuelles Album: JungleJungle (XL Recordings/Beggars Group/Indigo)

>> Alle Infos zu Jungle gibt es hier.

Jungle auf Tour:

15.08.14 Hamburg – Dockville Festival
15.11.14 Hamburg – Grünspan
17.11.14 Berlin – Postbahnhof
24.11.14 München – Muffathalle
25.11.14 Düsseldorf – Zakk

Freitag, 04. Juli 2014