MTV Album der Woche: Cro

Die ersten Rekorde sind bereits gebrochen, jetzt muss sich Cro mit dem neuen Album 'Melodie' auf voller Länge beweisen.

MTV Album der Woche: Cro – Melodie

Einfach hatte es der Pandabär dieses Mal nicht gehabt. Sido meinte vor zwei Jahren ja schon, dass Cro den Rap wieder Salon-fähig für die Charts gemacht hätte und natürlich spricht da jemand, der weiß, was das heißt: Immerhin gelang Sido selbiges 2004 mit seinem Album Maske und den darauf enthaltenen Singles der Reihe nach. Nun ist Cro ein anderer Fall, auch wenn die Gesichtsbedeckung immer noch beibehalten wird – er sucht nicht nach den dunklen Ecken in seiner Nachbarschaft oder will den Beef mit der Konkurrenz. Vielmehr orientierte sich Cros Debüt Raop an den schönen Seiten des Lebes, gab sich der Liebe und den Dingen hin, die Menschen oberhalb der Dreißig nicht mehr verstehen: dem Jungsein. All das verpackte er in einem erstaunlich vitalen Sound, der mit Pop-Appeal und Hip Hop-Versatz wie gemacht schien, um gleich beim ersten Release die Charts zu stürmen.

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Gleiches schaffte nun folgerichtig auch die erste Single aus dem neuen Album Melodie wie im Handumdrehen und wie viele Rekorde Traum dabei brach, das weiß wohl nicht einmal mehr Cro persönlich. Damit scheint die Mission, mit dem zweiten Album beweisen zu müssen, was mit dem ersten versprochen wurde, aus kommerzieller Sicht bereits erledigt. Musikalisch hingegen sagen Verkaufserfolge bekanntlich nicht die ganze Wahrheit über das Ergebnis und so ist man nun überrascht, dass zwar jeder einzelne Track auf Melodie das Zeug zu einem Single-Release hat, die Platte über die gesamte Distanz aber sehr viel mehr zurückhaltender ist als das Debüt es war – insofern, als dass die Plätze, an denen es sich die Protagonisten in den Songs gemütlich machen, entspanntere und damit auch zwangläufig entschleunigtere sind. Ganz so, als hole Cro mit Melodie nach dem Einstand kurz Luft und genießt, was er erreicht hat.

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Vielleicht will es der gerne als King of Roap bezeichnete Newcomer von 2012 selbst nicht hören, aber mit Melodie ist er wirklich ein viel versiertere Musiker geworden, als er es auf dem Erstling Raop noch war und zeigt, dass mehr als nur ein einmaliges Wunderkind mit Hang zu den Charts in ihm steckt. Freilich, die Pandamaske, sie mag sein Markenzeichen sein, aber gerade aufgrund der stilistischen Sicherheit, mit der er auf Melodie auftritt, hat Cro diese überhaupt nicht mehr nötig. Vielleicht lässt er sie bald fallen, so wie Sido dies einst mit seiner Maske tat, hier ist sie erst einmal weiterhin von Bestand und sollte auch nicht davon ablenken, wie gelungen das zweite Album geworden ist. Cro ist mit diesem Release angekommen in der eigenen Karriere und kann hörbar oft die Tatsache genießen – verdient hat er es sich allemal.

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Nun sind alle Augen auf ihn gerichtet und was er 2012 mit seinem Auftritt bei Wetten Dass… wohl selbst nicht dachte: Er hat den TV-Dinosaurier tatsächlich überlebt und wird mindestens den Erfolg seines Debüts Raop mit Melodie einstellen. In jeglicher Hinsicht, versteht sich.

Label: Chimperator/Groove Attack Vö: bereits erschienen

Tracklist:
1. Intro – I Can Feel It
2. Meine Gang (BANG BANG) (feat. Dajuan)
3. Erinnerung
4. Traum
5. Bad Chick
6. Never Cro Up
7. 2006
8. Cop Love
9. Hey Girl
10. Rennen
11. Vielleicht
12. Jetzt
13. Wir Waren Hier II
14. Melodie

Und das vergangene MTV Album der Woche gibt es hier.

Dienstag, 10. Juni 2014