MTV Special Mando Diao: Die Achtziger hinter sich

Eine Wandlung um 180 Grad vollziehen Mando Diao mit "Aelita" und tauschen den Indierock gegen großen Pop ein.

“Wir können doch nicht immer so weitermachen”

Das hat sich gewaschen. Mando Diao kehren nach Jahren des Schweigens mit einem Album zurück, dass nicht nur den Sound der Band komplett neu definiert, sondern auch das Erscheinungsbild der Schweden auf den Kopf stellt: Irgendwo zwischen Billy Idol Marke White Wedding und Synthie-Sounds sucht das Frontgespann Björn Dixgård und Gustaf Norén das Glück und fordert die Fans damit unweigerlich heraus: Schluss mit Indierock, dem Breitwandpop soll von nun an der Hof gemacht werden.

>> Mando Diao beim 'MTV Unplugged' im Jahre 2010 gibt es hier zu sehen.

Dabei war Give Me Fire! 2009 für so manchen schon eine recht schwere Kursänderung und nun wird diese auf Aelita noch weiter getrieben. Beim MTV Interview überlassen Mando Diao daher nichts dem Zufall und haben sowohl futuristische Sportklamotten an, als auch ihre Hotelsuite in einem Licht eingerichtet, dass man denken könne, es handle sich um einen Ort außerhalb der eigenen Vorstellungskraft – ‘wir mussten etwas Neues machen’, bestätigen die beiden ohne Nachfrage den Eindruck, dass eine neue Dekade in ihrem Schaffen angebrochen ist.

>> Die besten Videos von Mando Diao von 'Dance With Somebody' bis hin zu 'Long Before Rock'n'Roll' gibt es hier.

Wir sprachen mit Björn Dixgård Gustaf Norén sehr direkt darüber, was das alles soll und wer immer noch der Überzeugung ist, beide würden sich in Interviews gerne zurückhalten, der sah sich spätestens jetzt eines Besseren belehrt.

Alles neu? Warum das so sein muss…

Björn Dixgård: Wir konnten doch nicht ewig so weitermachen. Als Musiker und Künstler solltest du dich immer einer Herausforderung stellen: Dich selbst. Natürlich können es sich Mando Diao einfach machen und ein zweites ‘Dance With Somebody’ aufnehmen. Doch wozu? Ich habe keinen Bock auf Nummer sicher zu gehen.

Darum sind Mando Diao die Kritiken an ‘Aelita’ irgendwie egal…

Gustaf Norén: Letzten Endes zählen nur wir und wem ‘Aelita’ nicht gefällt, der kann gerne unsere alten Alben hören. Die gibt es ja immer noch. Unsere Aufgabe war eine neue Schaffensperiode einzuleiten: Rock? Hatten wir, abgehakt. Pop? Ebenso und nun suchen wir mit Hilfe anderer Stilrichtungen, die atmosphärische Sounds zulassen, unser Glück und sind unglaublich zufrieden mit dem Ergebnis. Wem es nicht gefällt, bitteschön.

Warum das Erscheinungsbild geändert wurde…

Gustaf Norén: Im Prinzip sind wir uns bis hin zu ‘Give Me Fire!’ mehr oder minder treu geblieben und hielten am Image der ersten Alben fest. Nun sahen wir die Möglichkeit, mit ‘Aelita’ das gesamte Paket zu ändern und dazu gehört das Auftreten einer Band genauso – es ist daher eine Frage von Selbstvertrauen diesen Schritt zu vollziehen und wenn jemand sagt, dass Mando Diao schön abgedreht aussehen, haben wir unser Ziel erreicht: Die- oder derjenige beschäftigt sich mit uns. >> Zum neuen Mando Diao-Video 'Black Saturday' geht es hier entlang.

Aelita unterstreicht das doppelt und dreifach: Für die frühen Fans vielleicht zu viel des Guten, kann die Platte gerade die abholen, die einst leicht genervt vom Gitarrensound weghörten. Eine Weiterentwicklung, die nicht jedem gefallen muss, aber mutig ist sie auf jeden Fall. Darin besteht kein Zweifel.

Aktuelles Album: Mando DiaoAelita (Vertigo/Universal)

>> Alle Infos zu Mando Diao gibt es hier.

Mando Diao auf Tour:

04.06.14 Berlin – Zitadelle Spandau
05.06.14 Nürburg – Rock Am Ring
07.06.14 Nürnberg – Rock Im Park

Dienstag, 29. April 2014