MTV Special Brody Dalle: Miley Cyrus ausser Dienst

Sie war nach eigenen Angaben ganz unten und nun meldet sich Brody Dalle im MTV Interview zum neuen Album "Diploid Love" zurück.

“Wenn meine Kids Punks werden, weiß ich nicht, ob mir das gefällt”

Man mag es am Interviewtag in Berlin gar nicht glauben – aber vor einem sitzt tatsächlich Brody Dalle: Mit blonden Haaren, eloquent antwortend und einem durchtrainierten Körper, als habe es die Eskapaden im letzten Jahrzehnt nie gegeben. ‘Ich gehe fast jeden Tag fünf bis zehn Meilen Laufen, wenn es meine Zeit zulässt und habe den Sport als Ersatz für all die schwierigen Dinge in meinem Leben entdeckt.’

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Womit sogleich indirekt ein Stichwort fällt, auf dass man selbst hinauswollte: Ihre Rolle als Familienmutter scheint Brody Dalle nicht länger zu überfordern. Ganz im Gegenteil, die Geburt ihres zweiten Kindes Orrin Ryder zusammen mit Ehemann und Queens Of The Stone Age Chef Josh Homme scheint ihr neue Kraft gegeben zu haben und so ist das erste Soloalbum ihrer Laufbahn – Diploid Love – vor allem eins über ihre Rolle als Mama und das Leben daneben. Natürlich im Punkrock beheimatet, klang Dalle selten so vital.

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Wir trafen die ehemalige Frontfrau von The Distillers und Spinnerette in Berlin zum persönlichen Gespräch und fragten Brody Dalle, wie sie und Homme als Rock-Traumpaar die eigenen Kinder erziehen bzw. ob sie so locker wie vermutet sind und was sich in Dalles Leben grundlegend geändert hat.

Was wäre, wenn die eigene Tochter zum Punk wird…

Brody Dalle: Das würde mich solange nicht stören, wie es macht, weil sie es selber will. Allerdings grenzen sich Teenager gerne von den eigenen Eltern ab und die sind bekanntlich Rockmusiker. Ich hoffe jetzt nicht, dass die beiden deswegen Steuerfachangestellte oder Bibliothekare werden, nur weil sie Josh oder mir eins auswischen wollen – aber so richtig cool würde ich es auch nicht finden, wenn meine Tochter ähnlich wie ich im Alter von 16 Jahren mit einem ‘Fuck Off’-Tattoo nach Hause kommt.

Warum Miley Cyrus & Co. keine guten Vorbilder sind…

Brody Dalle: So eigenartig das für manche klingen mag, aber Madonna hat mich auf ihre Weise schon immer fasziniert und ich wünschte, die heutigen Kids hätten bessere Vorbilder als Miley Cyrus. Bei der vieles wie gewollt wirkt und mit Absicht auf Skandale gebürstet scheint. Nicht falsch verstehen, damals sah das bei Madonna ähnlich aus, aber sie war eben auch eine der ersten im Pop, die die Mittel der Publicity bewusst einsetzte.

Wie Josh Homme und Brody Dalle als Eltern sind…

Brody Dalle: Um eines klarzustellen, wenn meine Tochter irgendwann mit einer Zigarette nach Hause kommt und der Überzeugung ist, ich würde ihr das durchgehen lassen, nur weil ich aus dem Punk komme, ist das völliger Blödsinn. Natürlich denke einige: Die Dalle und ihr Mann sind Rocker und total locker drauf und vielleicht sind wir das auch, aber für unsere Kinder wir wollen nur das Beste und ihnen Grenzen aufzuzeigen und nicht alles zu erlauben, gehört dazu. Insofern sind wir ganz normale Eltern.

>> Brody Dalles erste Single 'Meet The Foetus/Oh The Joy' aus dem neuen Album 'Diploid Love' gibt es hier.

Grenzen hat sich Brody Dalle mit Diploid Love im Studio keine gesetzt und zeigt sich als gereifte Musikerin, die weiß, wo ihre Stärken sind und wie sie die für sich am besten Nutzen kann – in dieser Form muss niemand ihre ehemaligen Bands vermissen: Brody Dalle allein ist endlich zurück und am besten.

Aktuelles Album: Brody DalleDiploid Love (Caroline/Universal)

>> Alle Infos zu Brody Dalle findet ihr hier.

Freitag, 25. April 2014