MTV Interview EMA (Erika M. Anderson)

Hauptsache als Musikerin ernstgenommen, freut sich Erika M. Anderson aka EMA und schiebt ihr neues Album "The Future's Void" auf den Markt.

“Es gab nur mich als Punk in meiner Heimatstadt – leicht war das nicht”

EMA, so das künstlerische Kürzel für Erika M. Anderson, war vor drei Jahren in Indie-Kreisen für ein paar Monate so ziemlich der heißeste Shit, den man sich vorstellen konnte und schaffte den Sprung in die große Menge trotzdem nicht. Ob sich das mit The Future’s Void ändert, darf bezweifelt werden – zu gemütlich macht es sich das ausgezeichnete zweite EMA Album in der eigens erschaffenen Nische aus Elektro-Folk und Noise-Pop; wird damit aber definitiv die abholen, die beim offiziellen Debüt Past Life Martyred Saints im Jahre 2011 bereits Bauklötze staunten. ‘Ich will natürlich, dass die Leute meine Musik mögen – sie aber deswegen so glatt wie möglich zu bügeln, dass keine Ecken und Kanten mehr übrig bleiben, liegt mir fern’, erklärt Anderson im MTV Interview. Als auch: wie es ihr als Teenager-Punk in einer ziemlich konservativen Umgebung einst erging, warum Boy Bands einem nur leidtun können und weswegen sie Familienfeste gerne meiden würde.

mtv.de: Dein letztes Album hat viel Kritikerlob bekommen und war zugleich ein sehr emotionales Statement – hast du es je bereut, das ganze so offen zu halten?
Erika M. Anderson: Meine Mutter hat mich zumindest nicht angerufen und gefragt, ob alles okay sei. (lacht) Bei der alljährlichen Weihnachtsfeier merkt man aber schon, was habe ich da gesungen habe. Ist so ziemlich die einzige Situation in der ich mir wünschte, es ginge auf der Platte nicht ganz so offen so.

mtv.de: Apropos Familienhaus: Stimmt es, dass du damals in deiner Heimatstadt in South Dakota der einzige Punk warst?
Erika M. Anderson: Im Prinzip schon und trotzdem gab es ein, zwei Leute, die auch alternativ drauf waren. Der Rest hat sich durch die Charts gehört bzw. war durch die recht konservativen Verhältnisse nicht an einer Subkultur interessiert.

mtv.de: Andererseits sind Boy Bands z.B. auch nicht zu beneiden. Es gibt ja nicht wenige Fans, die Gefallen daran finden, nur weil die Typen süß aussehen.
Erika M. Anderson: Auf jeden Fall freue ich mich sehr darüber, dass noch niemand zu mir kam und mich nur interessant fand, weil ich so aussehe wie ich aussehe. Man bemerkt definitiv, dass die Musik bei der Wahrnehmung meines Projekts EMA im Vordergrund steht – selbst wenn Mode ein wichtiges Element bei der Darreichung ist, was ich gar nicht verschweigen will.

mtv.de: Immerhin gibst du das zu – ist ja nicht selbstverständlich, dass ein Künstler mal nicht so tut als wäre sein Stil reiner Zufall.
Erika M. Anderson: (nickt) Für mich hat Musik immer etwas mit einer gewissen Form von Style zu tun – es gibt immer einen Code, der ein bestimmtes Genre definieret und wenn du dich zu Hip Hop, Independent oder der Punk Musik zugehörig fühlst, dann trägst du auch gewisse Klamotten. Insofern ging das bei mir schon zu Teenagertagen Hand in Hand und stellt auch als EMA etwas ganz normales für mich dar.

mtv.de: Du hast dein letztes Album als ein Pop-Album beschrieben, dass die Leute schocken sollte. Welche Reaktionen beabsichtigst du mit ‘The Future’s Void’?
Erika M. Anderson: Stimmt nicht ganz – ich hatte das keineswegs so angelegt, nur waren das meist die ersten Eindrücke: Jemand hörte die Platte, ließ sich durch die nach vorne gehenden Songs abholen und dann kamen die Texte hinterher und verursachten einen kleinen Schock bei den meisten. Bei ‘The Future’s Void’ soll es einen ähnlichen, aber bitte nicht so harten Überraschungseffekt geben. Das würde mir reichen.

Aktuelles Album: EMAThe Future’s Void (City Slang/Universal, 04.04.14)

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EMA auf Tour:
21.05.14 Hamburg – Uebel & Gefährlich
22.05.14 Köln – Luxor
23.05.14 Berlin – Prince Charles
31.05.14 Mannheim – Maifeld Derby Festival

Freitag, 28. März 2014