MTV Interview Foster The People

Warum Facebook und Twitter totaler Fake sind, erklären Foster The Poeple anlässlich ihres neuen Albums "Supermodel" im MTV Interview.

“Ich habe keinen Facebook- oder Twitteraccount”

Wer schon einmal Foster The People auf der Bühne erlebt hat, wird gar nicht glauben, dass Frontmann Mark Foster privat alles andere als die Rampensau ist, die er auf der Bühne jedes Mal präsentiert. ‘Am liebsten schaue ich Serien und ziehe mich zu Hause alleine zurück’, erklärt er uns im MTV Interview auf die Frage, was ihm neben der Musik die meiste Freude bereitet. Doch nicht nur darum ging es, denn natürlich war der Anlass des Gesprächs das neue Album seiner Band Foster The People – welches Supermodel betitelt, einmal mehr zwischen Indie- und Elektropop die schweren Themen auf die Tagesordnung ruft und trotzdem die oberen Plätze der Charts erobern wird.

mtv.de: Wundert es dich drei Jahren nach eurem Hit ‘Pumped Up Kicks’ eigentlich immer noch, dass die Single trotz der düsteren Lyrics so ein Erfolg war?
Mark Foster: (überlegt) Klar, es geht um einen sozial isolierten, psychotischen Jugendlichen, der Amoklauffantasien hat und seinen potenziellen Opfern empfiehlt, vor den Kugeln seiner Waffe wegzulaufen. Demgegenüber steht die Melodie in ziemlichem Kontrast und trotzdem war ich damals glücklich, dass ihn so viele Leute hören wollten: Immerhin lag mir der Text am Herzen und erreichte auch inhaltlich den ein oder anderen. Selbst wenn manchmal nur auf der Tanzfläche eines Clubs, zeigte dies Wirkung.

mtv.de: Das neue Album trägt den Titel „Supermodel“ und es ist anzunehmen, dass auch hinter diesem Namen ein tieferer Sinn steckt.
Mark Foster: Natürlich. In der heutigen Welt voller Twitter und Facebook geht es vielen Kids doch nur noch darum, sich von der besten Seite zu präsentieren und gerade bei Frauen führt dies gerne mal dazu, dass sie sich eine Art virtuelle Identität anlegen – die ist dann genau so fake, wie die schillernde Welt der Supermodels und darauf wollte ich mit dem Titel ‘Supermodel’ hinaus.

mtv.de: Sich Social Media gänzlich zu entziehen, scheint heutzutage ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, oder?
Mark Foster: (schüttelt den Kopf) Ich habe es gemacht und im vergangenen Jahr meinen Twitter- und Facebook-Account gelöscht und die Leute wieder direkt angerufen, wenn es etwas zu besprechen gab.

mtv.de: Und das ging ohne Probleme?
Mark Foster: Anfänglich habe ich es ein bisschen vermisst – gleichzeitig aber erkannt, wie sehr diese Medien mein Kommunikationsverhalten beeinflusst haben: Du hast im Prinzip nichts Konkretes zu sagen, postest es trotzdem und plötzlich unterhalten sich deine virtuellen Freunde darüber. Anders ausgedrückt: Ein soziales Netzwerk ist wie ein Teller wunderbarer Spagetti, die nur aus Plastik sind. Man braucht das nicht, höchstens zu Dekorationszwecken.

mtv.de: Aber als Foster The People seid ihr weiterhin aktiv und habt die Accounts nicht gleich mit gelöscht.
Mark Foster: Es gibt schon einen Unterschied zwischen dir als Privatmensch und deiner Rolle als Sänger einer Band. Den Kontakt zu unseren Fans zu behalten, dass gehört für mich zur Selbstverständlichkeit und ich mag es auch zu sehen, was unsere Follower beispielsweise über ein neues Video oder so denken.

mtv.de: Aber Musiker, die teilweise jede einzelne Mahlzeit posten, um ihren Fans ganz intime Einblicke zu gewähren, die findest du weiterhin strange?
Mark Foster: Wir sind verschieden und ich sage keineswegs, dass mein Weg der richtige ist. Für mich gab es noch keinen Grund, mich wieder irgendwo anzumelden und vielleicht ist ‘Supermodel’ eine Möglichkeit, die Leute ein bisschen zum Nachdenken anzuregen und sich nicht zu sehr über die virtuelle Welt zu definieren. Ich hoffe es.

Aktuelles Album: Foster The PeopleSupermodel (Columbia/Sony Music)

>> Zum aktuellen Foster The People-Video 'Coming Of Age' geht es hier entlang.

>> Alle Infos zu Foster The People gibt es hier.

Freitag, 14. März 2014