MTV Interview Biffy Clyro

Bestens gelaunt trafen wir Biffy Clyro zum MTV Interview - und sprachen mit ihnen nicht nur über das neue Album "Opposites".

Dienstag, 29. Januar 2013

"Zu dritt trauen wir uns nicht mehr vor die Tür"

Es hat dieses Mal länger gedauert und doch hat sich die Wartezeit gelohnt: Biffy Clyro veröffentlichen mit Opposites ein wahres Mammut-Werk, verteilt über zwei Silberlinge und mit jeder Menge Opulenz veredelt. Zwar hört man den Songs immer noch an, dass die Macher einst aus der härteren Rocknische kamen, inzwischen aber allzeit bereit sind, Posaunen und Streicher dem gängigen Sound unterzumischen. Gerade finden die letzten Vorbereitungen für die anstehende Tour statt und wir passten die Jungs zwischen Soundcheck und Kofferpacken ab - ein gut aufgelegtes Trio empfing MTV zum Interview und machte dem Ruf als sympathischste Band ganz Schottlands alle Ehre. Aber lest selbst, warum Biffy Clyro sich auf der Straße nicht mehr zu dritt bewegen, Frank Ocean es ihnen definitiv angetan hat und Doppelalben wie Opposites eine prima Sache sind.

mtv.de: Mit eurem letzten Werk 'Only Revolutions' habt ihr kommerziell den Durchbruch geschafft. Überrascht, dass euch der Mainstream so offen empfangen hat?
Simon Neil: In gewisser weise schon, denn wir klingen weiterhin recht eigen und trotzdem finden sich inzwischen mehr Leute, die unsere Platten mögen.
Ben Johnston: Kann ich nur zustimmen. Manchen gefällt das zwar nicht, aber für uns ist die Entwicklung der letzten Jahre sehr kohärent.

mtv.de: Sprechen wir von eurem Star-Status in Schottland. Seid ihr in eurer Heimat überhaupt noch in der Lage auf die Straße zu gehen ohne erkannt zu werden?
Ben Johnston: Alleine geht das, zusammen absolut unmöglich, ohne dass dich jemand anspricht. Die Leute sind aber freundlich.
Simon Neil: Erstaunlicherweise reagieren auch alle gleich - immer kommt zuerst die Frage: 'Simon, bist du es?' (alle lachen) Ich habe es noch nie gewagt 'Nein!' zu sagen.
James Johnston: Mit der Zeit hat sich da wirklich einiges getan. Als ich letztens nur kurz in den Supermarkt wollte, habe ich mich dabei erwischt, wie es mir unangenehm war, mit meiner Jogginghose loszugehen. Es könnte mich ja jemand erkennen und sich lustig machen.

mtv.de: Zuletzt wollte sogar Robbie Williams euch auf seinem Album haben - warum kam das nicht zustande? Habt ihr die Tracks gehört und abgelehnt?
Simon Neil: Es gab eher mit der Art der Zusammenarbeit ein Problem: Wir sollten einfach nur Instrumente spielen und für den Gesang plante er sich selber ein. Das ist nicht ganz unser Stil, denn Biffy Clyro sind keine Session-Band, sondern haben Bock etwas auszusagen und das hätten wir nicht gekonnt.

mtv.de: Stattdessen habt ihr ein Doppelalbum aufgenommen und wisst sicherlich, dass solche Releases gern als zu viel des Guten bezeichnet werden, oder?
Simon Neil: Uns ging es keinesfalls darum, den Beatles oder Bob Dylan Konkurrenz zu machen - es gab einfach viele Songs, knapp 40 hatten wir am Ende beisammen und konnten uns schlussendlich auf 20 von ihnen einigen und sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Beide Seiten von 'Opposites' haben jeweils ihren eigenen Charakter.

mtv.de: Bald geht es auf Tour, was läuft denn aktuell bei euch im Bus, auf das sich wirklich alle einigen können?
Ben Johnston: Da würde ich ganz klar Frank Ocean sagen.
James Johnston: Auf jeden Fall, der hat letztes Jahr eine der besten Platten rausgebracht und ich liebe diese Art von Retro Soul, den er drauf hat.
Simon Neil: Allerdings läuft sehr selten Musik in unserem Bus, weil wir nach Konzerten eher Ruhe bevorzugen haben. Kopfhörer sind dein bester Freund.

Aktuelles Album: Biffy Clyro - Opposites (Warner)

>> Zum aktuellen Biffy Clyro-Video "Black Chandelier" geht es hier entlang.

>> Alle Infos zu Biffy Clyro findet ihr hier.

Biffy Clyro auf Tour:
20.02.13 Hamburg - Große Freiheit 36
25.02.13 Berlin - Huxleys
26.02.13 Köln - E-Werk
04.03.13 Bremen - Aladin
05.03.13 Wiesbaden - Schlachthof

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