MTV Album der Woche: Jake Bugg

Große Erwartungen, großer Hype, große Melodien - Jake Bugg macht auf seinem Debüt alles richtig, was richtig zu machen war.

Montag, 14. Januar 2013

MTV Album der Woche: Jake Bugg - Jake Bugg

Die Geschichten von Jake Bugg sind durchzogen von Grausamkeit, seelischer und körperlicher. Es geht in den Texten des gerade einmal volljährigen Shootingstars der britischen Musikszene erstaunlich oft um kaputte Familien, mordende Männer und arge Selbstzweifel, die einen Menschen dann begleiten, wenn er auf die große, weite Welt losgelassen wird. Widersprüche und Anomalien machen den Reiz seines Debüts aus, dass bereits im Vorfeld als eines der wichtigsten Alben des Jahres verhandelt wurde und an den großen Vorschusslorbeeren nun keineswegs scheitert. Sondern sie mit einer Mischung aus Pop und folkigen Versatzstücken gar zu toppen weiß. Mit solch einem wuchtigen Statement, dass nicht Welt-erfahren und weise wirken will, eher aus der Sicht eines Teenagers verfasst wurde, hätten selbst die größten Optimisten nicht gerechnet.

>> Die MTV-Video-Tipps der Woche gefällig? Bitte sehr.

Dabei schaut Bugg stets skeptisch drein; Fotos, auf dem er lächelt, sind rar gesät. Dies passt wunderbar zu seinen Songs, die ebenso wenig sarkastisch sind, wie sie sich versuchen anzubiedern: Jake Bugg ist ein Erstling, um den viele Künstler ihn beneiden werden - vor allem, weil der Macher dahinter den Hype verdient hat und nicht wie so viele vor ihm, am Druck nach zwei herausragenden Singles scheitert. All Killers, no Fillers, wie in den Neunzigern auf herkömmlichen CDs oft stand, hier hat der Spruch seine volle Berechtigung. 'I drink to remember/ I smoke to forget/ Some things to be proud of/ Some stuff to regret', heißt es in Two Fingers und natürlich spiegelt dieser Track auch wie jeder andere auf dem Album das gesamte Talent des Songwirters wieder.

>> Zum Jake Bugg-Video 'Two Fingers' geht es hier entlang.

Jake Bugg ist meist eine Momentaufnahme, der junge Kerl dahinter wird noch einiges von der Welt sehen, seinen Horizont erweitern und welche Alben ihm dann gelingen, möchte man gar nicht wissen. Die BBC feiert ihn derzeit als Hoffnungsträger des Pops, des britischen, versteht sich und irgendwie steht er damit ziemlich allein auf weiter Flur, denn keine noch so schrammelnde Garagencombo kann diese Dringlichkeit und Verzückung erreichen, die Bugg scheinbar mühelos und ausfallfrei in jeden einzelnen Song hineinpackt; doppelt und dreifach unterstreicht. Die Geschichten und seine immer wieder messerscharfen Beobachtungen des Alltags haben Qualitäten eines Paul Wellers - auch wenn dieser locker der alte Herr von Jake Bugg sein könnte.

>> Weitere musikalische Hoffnungsträger des Jahres 2013 findet ihr in unserem 'MTV Newcomercheck'.

Was da also kommen mag, kann im Moment nicht abgeschätzt werden. Es spricht einiges dafür, dass Jake Bugg auch mit seinem nächsten Longplayer das Niveau, dass er auf dem Erstling herausgearbeitet hat, halten wird. Dabei sein sollte man jetzt schon, die BBC hat recht: Er ist der Hoffnungsträger des Jahrgangs 2013.

Label: Mercury/Universal Vö: 25.1.13

Tracklist:
1. Lightning Bolt
2. Two Fingers
3. Taste It
4. Seen It All
5. Simple As This
6. Country Song
7. Broken
8. Trouble Town
9. Ballad Of Mr Jones
10. Slide
11. Someone Told Me
12. Note To Self
13. Someplace
14. Fire

Und das vergangene MTV Album der Woche findet ihr hier.

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