MTV Album der Woche: Pantha Du Prince

Zusammen mit sechs Perkussionisten namens The Bell Laboratory entfacht Pantha Du Prince seine "Elements Of Light".

MTV Album der Woche: Pantha Du Prince & The Bell Laboratory – Elements Of Light

Es ist nichts vollkommen Neues. Pantha Du Prince hatte bereits auf seinem 2010 veröffentlichten Meisterwerk Black Noise erstaunlich viel Glockenspiel in seine Beats vermengt und doch wird dieses Prinzip auf dem nunmehr vierten Album (je nach zählweise) weiter ausgearbeitet. Dieses Mal mit fremder Hilfe, die ihm in der Person Lars Petter Hagen aus Norwegen ereilt und der bringt gleich noch sechs Helfer mit, die auf dem Albumcover The Bell Laboratory benannt sind. Dahinter verbergen sich ein halbes Dutzend Perkussionisten, die deutlichen Einfluss auf den Sound haben und dafür sorgen, dass Tabular Bells, Klangvasen und Xylofone den typisch leichten und stets melancholisch anmutenden Trademark des Pantha Du Prince Licht hinzufügen.

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Elements Of Light dürfte daher nicht ohne Grund als Name gewählt worden sein, denn im Gegensatz zu Black Noise, dass auf den Überresten eines Bergrutsches in einer Schweizer Hütte entstanden ist, wird hier darauf geachtet, dass die Weite der Songs nicht abhandenkommt. Fünf Teile bilden das Gesamtwerk und zwei davon mit einer Spieldauer von über zwölf bzw. 17 Minuten Länge: Gerade richtig, möchte man meine, denn wenn der Chef hinter allem eins schon immer konnte, dann auf der Distanz niemals langweilig zu klingen, sondern Spannung zu erzeugen, die mit jeder weiteren Minute an Fahrt hinzugewinnt. Anfänglich mehr als ungewohnt, lebt Elements Of Light von seiner Ausschweifung erstaunlich gut.

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Ist es besser als Black Noise? Nicht ganz, muss man eingestehen, denn der Ansatz ist viel experimenteller: Hier geht es nicht allein um Homogenität, um das Greifen eines Zahnrads ins andere, sondern um die Lust am Probieren und Herumschauen an verschiedenen Sounds. Allerdings bleibt der eigentliche Charakter durchweg erhalten und man erkennt bei jedem Beitrag, wer hier federführend beim Songwriting war. Unkonventionell ist Elements Of Light im Zuge dessen ebenso wenig, wie es sich am Kritikererfolg des Vorgängers anpassen will – die Ausnahmestellung des in Hamburg ansässigen Pantha Du Prince festigt es einmal mehr.

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Selbst wenn das Ganze so wirken mag, überlässt der Producer trotz der Leichtigkeit, die Elements Of Light über die gesamte Distanz in sich birgt, nichts dem Zufall. Wie großartig seine Sounds sind, muss an dieser Stelle nicht mehr erwähnt werden – mit jedem Album unterstreicht er dies mit Pauken und Trompeten bzw. Xylofon und Glockenspiel.

Vö: 11.1.13 Heimat: Rough Trade/Beggars Group/Indigo

Tracklist:
1. Wave
2. Particle
3. Photon
4. Spectral Split
5. Quantum

Und das vergangene MTV Album der Woche findet ihr hier.

Montag, 24. Dezember 2012