MTV Album der Woche: Alicia Keys

Unermüdlich zieht Alicia Keys ihre Kreise und legt mit "Girl On Fire" ein Tagebuch vor, das keines sein will.

Montag, 26. November 2012

MTV Album der Woche: Alicia Keys - Girl On Fire

Es war die Stimme, das Piano, die Gefühle und der große Pomp, der Alicia Keys zur Soul-Sensation 2001 werden ließ und den Startschuss zu einer weltweit gefeierten Karriere einleitete. Seit Whitney Houston - so glaubten viele Kritiker damals - habe man solch eine Gesangsleistung nicht mehr wahrgenommen und dann schrieb sie den Hit Fallin’ auch noch ganz alleine. Das dazugehörige Album Songs In A Minor feierte im vergangenen Jahr mit einer luxuriösen Special Edition den zehnten Geburtstag und hat über die Dekade hinweg nichts an Strahlkraft verloren. Daran anzuschließen versuchte jedes weitere Werk und doch blieben sie alle hinter dem Debüt, das über 12 Millionen Einheiten verkaufte. Nun geht Keys autobiographisch vor und präsentiert sich auf Gril On Fire als selbstbewusste Musikerin, die mehr vor sich, als hinter sich hat.

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Dass das funktioniert auch deswegen, weil sie einmal mehr mit exzellentem Songwriting glänzt. Im Gegensatz zu vielen Kolleginnen, die gerne wieder und wieder über Liebe und Herzschmerz singen, die Emo-Keule mit jedem einzelnen Songs rausholen, ist Girl On Fire nur selten darum bemüht die sogenannten 'echten Gefühle' der Hörerschaft anzusprechen - vielmehr offenbaren die Tracks eine gehörige Portion Sarkasmus, offen zur Schau gestellt. Wie im Soul-dominiertem Not Even The King: 'Money/ Some people so poor/ All that they got is money/ Ohh and diamonds', erklärt sie und hinzukommen die von Ehemann und Rapper Swizz Beatz aufgeladenen R'n'B-Manierismen und schon passt der Track bestens ins Repertoire einer Alicia Keys.

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Generell gelinge es ihr heute viel besser, so Keys gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, über ihre Gefühle zu singen und ob dies etwas mit dem Familienleben zu tun hat oder auch nicht, sei jetzt mal dahingestellt. Für sie wahrscheinlich schon, denn oft genug betonen Künstler, wie stark solche Umstände ihr Leben verändern - Keys macht da offenbar keine Ausnahme und überlegt sich in den Lyrics auf Girl On Fire oft, wie eine Welt aussehen soll, in denen sie als Mutter ein Kind hineinschicken würde. Eine Wahl bleibt ihr letztlich nicht, dass erkennt Keys wenn sie im Finalakkord 101 singt: 'Cause then there's me, could I be the one/ And baby there's me, to make you undone/ Darling there's me, no use, no use in pretending/ Oh there's me, a 101'.

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Es gibt keine Diskussion darüber, ob Girl On Fire dem Debüt etwas entgegenhalten kann - dieses Werk will ein ganz anderes sein und Alicia Keys ist nach zehn Jahren Business eine ganze andere geworden. Das verhuschte Mädchen am Klavier ist hervorgetreten und trägt die Haare kurzgeschnitten, eine Powerfrau, werden die Frauenmagazine sagen.

Label: RCA/Sony Music Vö: bereits erschienen

Tracklist:
1. De Novo Adagio (Intro)
2. Brand New Me
3. When It's All Over
4. Listen To Your Heart
5. New Day
6. Girl On Fire (Inferno Version)
7. Fire We Make
8. Tears Always Win
9. Not Even The King
10. That's When I Knew
11. Limitedless
12. One Thing
13. 101

Und das vergangene MTV Album der Woche findet ihr hier.

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