Der Breitwandrock ist zurück - größer und stärker denn je trumpfen The Killers auf ihrem neuen Album "Battle Born" auf.

MTV Album der Woche: The Killers

Montag, 17. September 2012

MTV Album der Woche: The Killers - Battle Born

Es ist nicht einmal zehn Jahre her, da waren The Killers noch eine Band, die maximal als Geheimtipp durch die Gazetten geisterte und niemanden außerhalb eines kleinen Kosmos interessierte. Doch gleich ihr erstes Album Hot Fuss schlug wie eine Bombe ein: Die Singles Mr. Brightside und Somebody Told Me schossen in kürzester Zeit an die Spitze der Charts und schon war sie geboren - die Formation, auf die sich viele einigen konnten und die sich um die Zukunft keine Sorgen mehr machen musste. Obschon die Hinwendung zum AOR genauso Kritiker wie Fans auf den Plan rief, denn der Nachfolger Sam's Town gefiel nicht jedem, erschloss allerdings die USA flächendeckend. Breitwandgitarren, mäandernde Gesänge und viel Pathos mischte Brandon Flowers unter die Songs und machte freilich wenig falsch damit.

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Dies mit den richtigen Argumenten total doof zu finden, schien nicht weiter schwer und spätestens mit Day & Age trennten sich die Verfechter der Anfangsphase von ihren Jungs und suchten neue Acts - solche, die nicht so sehr nach U2 klangen, wie The Killers dies nun unweigerlich taten. Und doch gab ihnen der Erfolg recht: Immerhin war es keine schwarze Macht, die im Hintergrund an den Strippen zog, sondern lebendige Anhänger, die mehr als zweieinhalb Millionen mal Day & Age kauften - warum aber diese lange Vorgeschichte hier? Weil der inzwischen vierte Longplayer Battle Born dort weitermacht: Breitwandgitarren bietet, cleveren Adult Oriented Rock im Angebot hat und mit Brandon Flowers einen Frontmann präsentiert, der ganze Stadien unter seine Kontrolle bekommen kann. The Killers machen Musik, die groß, drängend und allumfassend ist.

>> Zum The Killers 'Runaways'.

Die anfänglich müde wirkende Vorabsingle Runaways suchte bereits das Weite, feuerte die typischen 'Ich-muss-hier-raus'-Phantasien Brandon Flowers ab und ist ein herrlich passender Einstieg für den großen Bruder Battle Born. Im Gesamtkontext wirkt er dann auch gar nicht mehr so schleppend, wie alleine stehend - vielmehr ist der Tracks einer von vielen, die zwischendurch das Pathos musikalisch befeuern, weil sie sich aufbauen, wuchtig vor den Hörer stellen und haushoch ihr Glück suchen. Schneller wird es immer dann, wenn The Killers wie in Here With Me den Powerpop aus der Schublade holen und wer zwischen alledem nach Neuerungen sucht, dem sei From Here On Out nahegelegt: Folk-Akzentuierungen beigemischt, ist die Nummer der wichtigste Versuch auf Battle Born das generelle Fahrwasser zu verlassen.

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In den großen Hallen dieser Welt wird auch das bestens funktionieren und wer noch einmal behauptet, dass The Killers mit Battle Born ähnlich dröge wie Coldplay seien, muss zur Strafe das letzte Album von Chris Martins Truppe in der Endlosschleife hören - das hier ist ein Gedicht dagegen.

Label: Island/Universal Vö: bereits erschienen

Tracklist:
1. Flesh And Bone
2. Runaways
3. The Way It Was
4. Here With Me
5. A Matter Of Time
6. Deadlines And Commitments
7. Miss Atomic Bomb
8. The Rising Tide
9. Heart Of A Girl
10. From Here On Out
11. Be Still
12. Battle Born

Und das vergangene MTV Album der Woche findet ihr hier.

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