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"Oberflächlicher Horror-Kram wie Saw kann mir gestohlen bleiben"
Es muss ja nicht immer der markante Zylinder sein: Manchmal reichen Slash auch eine dezente Mütze auf dem Haupt und ein leicht verwaschenes T-Shirt am Leib, um sich pudel-wohl zu fühlen und fit für den Interviewtag zu sein. In Deutschland ist er aktuell, weil hier die gemeinsame Tour mit Mötley Crüe gerade Halt macht und Gespräche mit Journalisten bereiten ihm inzwischen keine Kopfschmerzen mehr - "das war mal anders", betont er indes, "aber seit meiner Autobiographie halten sich die meisten bedeckt mit irgendwelchen erfundenen Stories zu meiner Person." Ein paar Dinge mit ihm klären mussten wir trotzdem.
mtv.de: 25 Jahre sind seit der Veröffentlichung des G N’R-Debüts 'Appetite for Destruction' vergangen - inwieweit hat sich Slash in all den Jahren verändert?
Slash: (schaut genervt) Nichts gegen dich, aber solche Fragen nerven. Der Grund ist einfach - im Gegensatz zur Presse habe ich nie eine deutliche Veränderung wahrgenommen. Die ganze Berichterstattung nach dem Ende der Band war massiv, dann wurde es plötzlich ruhig und nun wirkt es so, als seien harte Einschnitte geschehen.
mtv.de: Immerhin hast du eine Alkoholtherapie gemacht, eine Familie gegründet und den wilden Rock'n'Roll-Livestyle weitestgehend hinter dir gelassen.
Slash: So gesehen stimmt das, aber dies geschah in einem Prozess und nicht von heute auf morgen. Die Finger vom Alkohol zu lassen, war damals eine logische Konsequenz und es ist nicht so, dass ich jetzt mich einem Dämon gegenüber sehe - sondern Alkohol mir heutzutage den nötigen Respekt einflößt. Was beim Umgang damit wichtig ist.
mtv.de: Lass uns über die Tour mit Mötley Crüe sprechen. Dank ihrer Autobiographie 'The Dirt' kann mich sich gut vorstellen, was bei euch Backstage so alles abgeht.
Slash: (lacht) Damals waren die Jungs Teenager und haben halt ein Fass aufgemacht. Inzwischen ist das alles kultiviert, denn die Realität für einen Musiker ist das hier: In einem Hotel neun Stunden Interviews geben und dazu musst du bei aller Freiheit in der Lage sein, sonst geht das Ganze nach hinten los.
mtv.de: Wie schwer ist es eigentlich anno 2012 'Slash' zu sein und alte Fans wie neue Anhänger zufrieden stellen zu müssen?
Slash: In solchen Kategorien denke ich nicht. Es gibt den Drang nach neuen Material in mir und wenn jemand meint, dass nicht mögen zu müssen, ist das seine Entscheidung. Mein zuletzt veröffentlichtes zweites Album 'Apocalyptic Love' ist ein Angebot, die Nachfrage kann ich nicht bestimmen.
mtv.de: Wie läuft es in der Horrorfilmbranche für dich derweil?
Slash: Ganz gut! Die Leute wissen scheinbar, dass sie mir keine schrottigen Drehbrücher schicken brauchen. Also Sachen, die nur aus Effekten bestehen und für die Handlung ein Fremdwort ist. Mit manchen bin ich in Kontakt und nach der Tour schauen wir mal weiter.
mtv.de: Was sollte ein Drehbuch haben um Produzent Slash zu begeistern?
Slash: Schwer zu sagen. (überlegt) Am besten sollte es das Gegenteil von Saw sein. So oberflächlicher Horrorkram kann mir gestohlen bleiben - da darf ruhig Hollywood ran, für mich ist das nichts. Ich bin ein klassischer Gruselfilm-Fan der frühe Phase: 'The Invisible Man' zum Beispiel ist ein wahres Meisterwerk.
mtv.de: Was kommt also als nächstes: eine neue Platte oder ein Film von dir?
Slash: Beides, wenn es nach mir geht - ich fühle mich gerade gut in Form und habe keine Angst vor Herausforderungen.
Aktuelles Album: Slash - Apocalyptic Love (Roadrunner/Warner)
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