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MTV Album der Woche: Serj Tankian - Harakiri
Erst der Rock, dann der Jazz, im Anschluss die Klassik und abgerundet werden soll das Ganze durch experimentellen Pop - Serj Tankian holt anno 2012 zum großen Rundumschlag aus und will es von sich und seinen Fans wissen: Vier Alben wird es in den kommenden Monaten geben und Harakiri macht dieser Tage den Anfang - als ein erstaunlich bodenständiges Werk nach zuletzt recht pompösen Ausflügen seinerseits, halten die neuen Tracks den Ball vergleichsweise flach und orientieren sich dabei an Gitarren, nicht an Streichern oder ganzen Orchestern. Das ist gut so, weil es vor allem die System Of A Down Fans versöhnlich stimmen wird und die Wartezeit auf eines neues Album bestens verkürzt.
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Anspruchsvoll von den Inhalten ist Harakiri allerdings schon: Einmal szeneriert Tankian die Umstände der Welt, hievt sie auf den Prüfstand und kritisiert zwangläufig, dass Einiges um uns herum ziemlich falsch läuft. Was er zu sagen hat, ist jedoch niemals kitschig oder naiv, dafür hat er zu viel Wissen und ist freilich zu intelligent. Wenn zum Beispiel die Occupy-Bewegung seinen Support bekommt und die CEOs dieser Welt ihr Fett weg kriegen, dann ist das Ganze nicht nebulös neben der Spur, sondern punktgenau akzentuiert. Dazu verabreicht er harte Riffs, nach Vorne preschende Drums und seine wilden Gesangseinlagen.
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Fast würde man ein kommendes System Of A Down erwarten, so sehr bewegt sich der Sound an der Hauptband, doch Harakiri ist nur der Anfang von Tankians erneuten Soloausflug: Drei weitere Platten werden folgen, die Titel stehen bereits fest - als nächstes erscheint das Jazz-infizierte Jazz-Iz-Christ, danach das orchestrale Orca und in welche Richtung Fuktronic gehen wird, ist immer noch nicht zu 100 Prozent sicher. Wie eingangs erwähnt, ein sehr ambitioniertes Projekt und man kann dem kreativen Kopf dahinter nur wünschen, dass es am Ende auch künstlerisch seien Wiederhall findet. Normale Sachen können andere machen, muss er sich wohl gedacht haben.
Und System Of A Down? Die touren nebenher ja auch noch, doch neue Songs sind momentan nicht in Sicht - nicht weiter schlimm, so lange Tankian Solo solch einen Veröffentlichungsrhytmus hinlegt.
Label: Reprise/Warner Vö: bereits erschienen
Tracklist:
1. Cornucopia
2. Figure It Out
3. Ching Chime
4. Butterfly
5. Harakiri
6. Occupied Tears
7. Deafening Silence
8. Forget Me Knot
9. Reality TV
10. Uneducated Democracy
11. Weave On
Und das vergangene 'MTV Album der Woche' gibt es hier.
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