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MTV Album der Woche: Hot Chip – In Our Heads
Die regelmäßige Verlässlichkeit dieser Band ist erschreckend - seit 2006 veröffentlichen Hot Chip alle zwei Jahre einen neuen Longplayer und immer wieder legen sie eine Schippe drauf. Man wartet quasi auf den Totalausfall und die kreative Flaute, doch offenbar sind die Mannen um Sänger Alexis Taylor derart gewieft, dass ihnen einfach nichts misslingt. So auch nicht das neue, nunmehr fünfte Album der Band, das natürlich wieder alle aktuellen Strömungen des ständig wechselnden Elektrogenres absorbiert und in den eigenen Klangkosmos einspeist. Dub-Step my ass, lautet die Devise allerdings nicht, den selbst daran versuchen sich Hot Chip auf In Our Heads.
Aber der Reihe nach. Am Anfang steht mit dem Opener Motion Sickness ein fast schon klassischer Track, denn weicher House, vertrackter Pop und wundervoll abgerundete Harmonien machen seit jeher einen Großteil der Hot Chip aus. Das war 2006 beim Debüt Coming on Strong so und findet auch sechs Jahre später seine Fortsetzung - in diesem Zusammenhang von einem Trademarksound zu sprechen wäre vielleicht nicht im Sinne der wandelbaren Hot Chip, darf aber ruhigen Gewissens getan werden. Im Anschluss lässt In Our Heads allerdings die Katze aus dem Sack:
Don't Deny Your Heart, Look At Where We Are oder These Chains beziehen ihre Einflüsse ob schnell oder langsam gespielt eindeutig aus dem letztjährigen Post-Dub-Step-Hype und der Entschleunigung des Elektros. Verwunderlich ist daran, dass Hot Chip im neuen Gewand nicht ungelenk wirken, sondern es perfekt angepasst haben - als hätten sie nichts Besseres zu tun, als einfach durch die Regale der Plattenhändler zu spazieren, dabei kurz zu schauen, was gut sitzen könnte und die Dinge dann ruck zuck im Studio umzusetzen. In Our Heads unterhält auf der kompletten Spiellänge, weil es Vorhersehbares und Neues wundervoll kombiniert und immer einfach und doch angenehm eigen klingt.
Ob es gar ihr bislang bestes Werk geworden ist? Lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht klären, aber Potential um am Ende des Jahres in diversen Bestenlisten zu erscheinen, hat In Our Heads jede Menge. Hot Chip verlieren trotz schnelllebigen Genres kein Stück an Bedeutsamkeit und ewig mögen sie genau SO weitermachen.
Label: Domino Records/Goodtogo Vö: bereits erschienen
Tracklist:
1. Motion Sickness
2. How Do You Do
3. Don’t Deny Your Heart
4. Look At Where We Are
5. These Chains
6. Night And Day
7. Flutes
8. Now There Is Nothing
9. Ends Of The Earth
10. Let Me Be Him
11. Always Been Your Love
Und das vergangene MTV Album der Woche findet ihr hier.
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