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MTV Album der Woche: Beach House - Bloom
Was sie 2006 wagten, trauten sich zum damaligen Zeitpunkt nur wenige: In England und Amerika tobte der Indierock allerorten und anstatt auf den fahrenden Zug aufzuspringen, kramten Beach House ihre alten LOW-, Galaxie 500- und Codeine heraus, fanden das um einiges langlebiger und entschleunigten den Pop zwei Dekaden nach der Geburt des Slowcores erneut. Ihr gleichnamiges Debüt als auch der 2008 veröffentlichte Nachfolger Devotion sorgten auf diese Weise für Jubelarien bei der Presse und obschon das letzte Release Teen Dream vor zwei Jahren kein schlechtes war, wiederholte sich doch ein Menge von dem, was bereits zuvor zu vernehmen war.
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Allerdings - und das muss man dem neuen Werk Bloom vorausschicken - lebte der so genannte Slowcore schon Ende der Achtziger von einer einzigen Idee, die mehr oder weniger auf Albumlänge ausgedehnt wurde. Musikalische Querschläge gab es kaum, denn die Aufgabe war stets das Sich-verlieren in einem bestimmten Moment und Sound. Beach House verstanden dieses Handwerk von Beginn an und wollen trotzdem zeigen, dass sie mehr als nur exzellente Hausmannskost für die liefern können, die ihnen eh schon verfallen sind: Songs wie New Year oder Wishes haben Hooks im Repertoire, ziehen immer wieder das Tempo an und präsentieren die bislang wohl "schnellsten" Beach House-Nummern seit Bestehen des Duos.
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Generell lässt sich sagen, dass Sängerin Victoria Legrand und ihr Sidekick Alex Scally mit der erneuten Hinzunahme von TV On The Radio Chris Coady einen guten Fang getan haben, denn luftiger wirken die Arrangements, verspielter die Harmonien und konzentrierter die Drums. Halleffekte, flüchtig einstreute Samples und zeitlupenartigen Pop bieten derweil Myth ganz am Anfang als auch der Schlussakkord Irene - nach langer Stille ertönt abschließend ein unbetitelter Hidden Track und genau dieser Song beweist, welch tolle Entwicklung die Band in den letzten Jahren genommen hat. Er wirkt, als hätten Beach House ein 2006er Demo einfach neu eingespielt und man merkt sofort den Unterschied zu den vorangegangenen 50 Minuten.
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Um es in aller Deutlichkeit zu sagen: Bloom ist ganz vorzüglich geworden und beschwört die Tradition des Slowcore mit einem unbedingten Willen zur Erweiterung dessen. Beach House müssen sich keine Sorgen machen, in die kreative Sackegasse hat sich allein der Zug mit all den Indiebands von einst manövriert.
Label: Cooperative Music/Universal Vö: bereits erschienen
Tracklist:
1. Myth
2. Wild
3. Lazuli
4. Other People
5. The Hours
6. Troublemaker
7. New Year
8. Wishes
9. On the Sea
10. Irene
Und das vergangene MTV Album der Woche findet ihr hier.
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