Michelle Carter: Trieb sie ihren Freund mit SMS in den Selbstmord? Jetzt spricht ein Psychologe

Ein außergewöhnlicher Prozess.

“Es ist an der Zeit. Du bist bereit. Du weißt das. Denke nicht mehr darüber nach. Wenn du vom Strand kommst, musst du es tun. Heute Nacht ist die Nacht.”

Das ist die letzte SMS, die Michelle Carter ihrem Freund Conrad Roy am 12. Juli 2014 geschickt hatte. Kurze Zeit später war er tot. In seinem Auto hatte sich der 17-jährige mit Abgasen, die in seinen Wagen gepumpt wurden, auf einem Parkplatz eines Supermarktes in Bosten umgebracht. Die Polizei findet ihn am nächsten Morgen. Suizid durch Kohlenmonoxid-Vergiftung.

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Drei Jahre nach diesem Ereignis steht Michelle Carter vor Gericht. Die Anklage: Fahrlässige Tötung. Die Begründung: Carter hätte den Suizid ihres Freundes verhindern können.

Die Gegenseite argumentiert: Roy wollte sich so oder so das Leben nehmen. "Conrad Roy hatte die Idee, sich das Leben zu nehmen“, konterte Carters Verteidiger, laut Mediendienst AP. “Das war ein trauriger und tragischer Suizid, aber kein Mord.”

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Tragisch: Carter war während Roys Todeskampf am Telefon und hörte zu!

Was bisher feststeht: Sie hat Roy zum Suizid animiert. Hat das am Ende auch seinen Tod verursacht? Jetzt äußerte sich erstmals ein Psychiater zu Michelle Carter. Er sagt: Michelle war, während sie die SMS schrieb, selbst psychotisch, wahnhaft und hatte den Kontakt zu sich selbst verloren. Der Grund: Carter habe zu dem Zeitpunkt das Medikament Celexa eingenommen, dass bei Depressionen eingesetzt wird. Aufgrund dessen seien Teile ihrer Gehirnfunktion, die für Empathie zuständig seien, eingeschränkt gewesen.

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Jetzt plädiert ihr Verteidiger darauf, dass Michelle nicht zurechnungsfähig war. Dies hätte dann zur Folge, dass ihr Strafmaß verringert würde.

Eine Entscheidung von den Richtern steht noch aus. Der Fall ist so komplex, dass noch weiter verhandelt wird. Wir halten Euch natürlich auf dem Laufenden.

Mittwoch, 14. Juni 2017