Was zu beweisen wäre: Mit "Wake The Dogs" holen die Donots ganz weit aus und machen dabei keinen Fehler.
Montag, 30. April 2012
MTV Album der Woche: Donots "Wake The Dogs"
Natürlich wird es die geben, die nicht zufrieden sind und lieber die ungestümen Jungs der Anfangsphase der Donots zurückhaben wollen - vielleicht mit einem zweiten Tonight's Karaoke Contest Winners vollends glücklich wären und doch möchte man ihre Kritik gar nicht hören, denn spätestens 2008, im Zuge von Coma Chameleon, trumpfte die einst so tief im Punkrock verwurzelte Formation richtig auf: Gönnte den Gitarrenriffs wundervolle Harmonien und erreichte plötzlich ein Publikum, dass zuvor nicht in Aussicht stand. Die Kunst daran war allerdings nicht nur die Musik darin, es war vielmehr die Tatsache, dass die Donots sich an der Weiterentwicklung keineswegs verhoben, sondern stringenter als je zuvor klangen.
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Diesem Vordenken wird auch der neue Longplayer Wake The Dogs einmal mehr gerecht, weil er Versatzstücke des Hardcores nutzt, diverse Punkansätze adaptiert und diese zu einem tollen Gesamtergebnis formt - dass mit 14 Tracks keinen Song zu lang geworden ist. Wie im letzten Jahr Jupiter Jones, scheint nun 2012 ganz im Zeichen der Donots zu stehen: Laut und brachial weckt der Opener die im Titel erwähnten Hunde, vertont Come Away With Me den Moment in dem sich alles ändert und schreitet Frank Turner im Schlussakkord So Long passend ans Mikro - 11 Freunde müsst ihr sein, heißt es im Fussball, bei den Donots reicht ein Bruchteil davon und alles passt bestens zusammen.
>> Zum Donots-Video "Come Away With Me".
Die Entwicklung dieser Formation ist wirklich beeindruckend und ohne Frage kann sich auch Wake The Dogs sehen lassen; als würde sie niemand klein kriegen, lärmen die Donots, halten das Tempo mal hoch und verringern es im nächsten Augenblick ohne, dass das Ganze zu sehr dem Radio-tauglichen Nachmittagsprogramm entspricht. Und selbst wenn, genau dort gehören sie hin, weil es allemal besser ist, was Ingo 'Donot' Knollmann & Co. machen, als was die meisten ihrer kommerziell erfolgreichen Kollegen auf Albumlänge veranstalten und für große Kunst halten.
Darum lasst die Kritiker meckern, den Donots darf dies mit Wake The Dogs herzlich egal sein: Punkrock, Pop, Hardcore-Referenzen und tolle Texte beherbergt der Longplayer und ja, kein einziger Fehler unterläuft den Jungs - sie haben ihren Sound gefunden und der passt ihnen wie maßgeschneidert auf den Leib.
Label: Vertigo/Universal Vö: bereits erschienen
Tracklist:
1. Wake The Dogs
2. Into The Grey
3. Come Away With Me
4. You´re So Yesterday
5. Don´t Ever Look Down
6. Born A Wolf
7. Control
8. Solid Gold
9. You Got It
10. I Don't Wanna Wake Up
11. Chasing The Sky
12. All You Ever Wanted
13. Manifesto
14. So Long (feat. Frank Turner)
Und das vergangene MTV Album der Woche findet ihr hier.
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