10 Sachen, die Ihr im Sexualkundeunterricht wahrscheinlich nicht gelernt habt

Deswegen erfahrt Ihr sie jetzt hier.

Wenn man sich so den durchschnittlichen Sexualkundeunterricht in deutschen Schulen anguckt, könnte man meinen, Sex besteht nur aus rhythmischen Rein-Raus-Bewegungen, um ein Baby zu zeugen. Wie man letzteres dann doch verhindern kann, wird einem dann noch flugs an einer schrumpeligen Banane demonstriert, die mit Gewalt ein Kondom übergezogen kriegt.

Der Gedanke Hey, das sieht nach Spass aus! kommt den meisten Schüler dabei vermutlich nicht in den Sinn. Mal ganz abgesehen von all den Schülern, die in ihrem Leben vielleicht Sex haben werden, der ganz anders aussieht als die heterosexuelle Penetration in Missionarsstellung, die uns da als allgemeingültiges Modell verkauft wird. Was wirklich im Sexualkundeunterricht vermittelt werden sollte, erfahrt Ihr hier.

1. Sex = Penetration
Da es sich beim Sexualkundeunterricht meistens eher um einen Fortpflanzungsunterricht handelt, beschränkt sich das hier vorgestellte Repertoire in der Regel auf “Penis dringt in Vagina ein”-Erklärungen. Dass es viele Menschen gibt, bei denen “Sex” komplett anders aussieht, wird dabei völlig außen vor gelassen. Ganz schön diskriminierend.




2. Für Frauen ist es total normal, nicht während des Geschlechtsverkehrs (Penetration!) zu kommen
Die Mehrheit der Frauen kommt beim schnöden Rein-und-Raus nicht zum Orgasmus, weil dabei die Klitoris nicht genug stimuliert wird. Der Einsatz von Händen, Zungen, Spielzeug & Co. ist also fast immer eine gute Idee.




3. Sexuelle Erregung und Orgasmen hängen nicht nur von der Performance im Bett ab
Ob Ihr kommt oder Bock auf Sex habt, hängt natürlich nicht nur von den Fertigkeiten Eures Bettpartners ab. Wenn man müde, gestresst, traurig oder zu betrunken ist, wirkt sich das auch auf die sexuelle Erregung und die Wahrscheinlichkeit zu kommen aus.




4. Selbstbefriedigung ist nichts Anstößiges und auch nichts, was man geheimhalten muss (vor allem auch bei Frauen).
Sich selbst zu befriedigen, ist ein Weg, den eigenen Körper besser kennenzulernen und herauszufinden, was man im Bett mag und was eher nicht. Leider hält sich gerade unter jungen Frauen immer noch hartnäckig das Vorurteil, das man darüber nicht reden darf bzw. so tun muss, als ob man das nicht “nötig” hätte.




5. Verhütung hat viele Gesichter
Obwohl es mittlerweile ein Dutzend verschiedener Verhütungsmethoden gibt (Ring, Pflaster, Spirale etc.) wird im Sexualkundeunterricht meistens nur auf die Pille oder das Kondom verwiesen als einzige Mittel, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Da Menschen aber nun mal unterschiedlich sind, macht es Sinn, erst mal verschiedene Methoden der Verhütung auszuprobieren, um herauszufinden, was für einen (und das eigene Wohlbefinden) am besten geeignet ist.




6. Sich regelmäßig auf Geschlechtskrankheiten testen zu lassen, ist eine super Idee
Worauf Ihr Euch testen lassen solltet, hängt von Eurem Alter, Eurem Geschlecht und Euren sexuellen Gewohnheiten ab. Viele Geschlechtskrankheiten können auch schon über Oralverkehr oder das Berühren der Geschlechtsorgane übertragen werden. Die Mehrheit der Menschen weiss gar nicht, dass sie eine Geschlechtskrankheit mit sich rumschleppt, weil viele dieser Erkrankungen über einen längeren Zeitraum keine eindeutig erkennbaren Symptome aufweisen. Mit einem Test seid Ihr deswegen auf der sicheren Seite.




7. Kondome sind der beste Schutz gegen Geschlechtskrankheiten
Hände hoch, wer diesen Klassiker nicht kennt: Man lernt einen neuen Typen kennen, schläft die ersten paar Wochen nur mit Kondom mit ihm, dann fängt man an, die Pille oder etwas anderes zu nehmen und lässt das Kondom weg. Leider helfen Pille & Co. null gegen Geschlechtskrankheiten wie HIV und andere. Soll heißen, wer sich langfristig gegen Krankheiten dieser Art schützen möchte, bleibt beim Kondom oder lässt sich testen.




8. Pornos gucken ist total okay, aber bitte nicht als Leitfaden für echten Sex
Gerade weil man im Sexualkundeunterricht meistens so wenig über Sex lernt, versuchen sich viele Heranwachsende ihre Sexskills aus Pornos abzugucken. Das ist aber in etwa so sinnvoll, wie wenn man versuchen würde, mithilfe der “Fast & Furious”-Filmreihe Auto fahren zu lernen. Es ist wichtig zwischen dem, was man in Pornos sieht, und dem, was im echten Leben im Bett möglich und erwünscht ist, zu unterscheiden.




9. Die Zustimmung Eures Partners ist wichtig, vor allem beim Sex
Egal, ob ich mir was leihen möchte, oder jemanden um Hilfe bei etwas bitte, ohne dessen Zustimmung läuft nix. Das Gleiche gilt natürlich auch beim Sex: Ein “Nein” heißt “Nein” und nicht “Versuch es, solange, bis ich nachgebe”. Ob ich nun Sex will von jemanden oder derjenige bin, der bedrängt wird, nirgendwo ist es wichtiger Grenzen zu setzen “und” zu akzeptieren als im Bett.




10. Sprecht über Sex!
Es gibt keinen besseren Weg, guten Sex zu haben, als darüber zu sprechen. Mit Freunden und Freundinnen, seinem Arzt (wenn man möchte) und vor allem mit der Person, mit der Ihr Sex habt. Nur so könnt Ihr Missverständnisse aus dem Weg räumen, Vorlieben erfahren oder mitteilen und Grenzen abstecken. Außerdem macht es Spass, über Sex zu reden. Nur so am (Bett)rande bemerkt.




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Mittwoch, 04. Januar 2017