Jay-Z

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Jay-Z

Früher nannte er sich "Jazzy", doch als er heraus findet, dass es einfach zu viele mit diesem Namen gibt, macht er daraus kurz und bündig Jay-Z. Doch das ist nicht das Einzige, was den Rapper charakterisiert und ihn von der Masse abhebt.

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Biographie

Früher nannte er sich "Jazzy", doch als er heraus findet, dass es einfach zu viele mit diesem Namen gibt, macht er daraus kurz und bündig Jay-Z. Doch das ist nicht das Einzige, was den Rapper charakterisiert und ihn von der Masse abhebt.

Während sich viele Künstler ihre Lyrics von Experten verfassen lassen oder einfach richtig mies covern, schreibt Jay-Z seine Texte nicht einmal mehr auf. "I don't write Songs, they just form" - es gibt eben Orte, an denen Stift und Papier nicht am Start sind. Deshalb speichert Jay seine Texte im Kopf ab, geht ins Studio und macht einen Song daraus.

Zusammen mit Damond Dash und Kareem Burke gründete er 1996 das Label Roc-A-Fella Records. Die ersten Singels des Labels etablieren Jay-Z als innovativen Künstler im Rap-Buisness, sein Album "In My Lifetime, Volume 1" sahnt gleich Platin ab. Die erste richtig kommerzielle Single ist "Sunshine" mit Foxy Brown und Babyface.

Sein zweites Album featured viele bekannte Gesichter wie DMX oder erneut Foxy Brown. Das Instumental der Ghetto-Hymne "It's A Hard Knock Life" von Kid Capri muss Jay unbedingt auf seinem Album haben, natürlich mit seinen eigenen Lyrics versehen. Der Refrain stammt jedoch ursprünglich aus "Annie", einem Broadway-Musical.

Ende 1999 erscheint mit "Vol. 3 ... The Life And Times Of S. Carter" das vierte offizielle Album, unterdessen allerdings macht Jay-Z eher durch rüpelhaftes bis gewalttätiges Benehmen auf sich aufmerksam. Wegen Körperverletzung erwartet ihn bereits ein Verfahren, nun aber kommt es noch dicker. Nach einer Messerstecherei im New Yorker Kit Kat Club, bei der Labelchef Lance Rivera schwer verletzt wird, gilt Jay-Z als Hauptverdächtiger. Obwohl er seine Unschuld beteuert, wird Jay-Z zunächst verhaftet, kommt aber nach der Anklageerhebung und gegen eine Kaution von 50.000 Dollar wieder auf freien Fuß. Eine Verurteilung kann er vermeiden und somit auch bis zu 25 Jahre Haft wegen schwerer Körperverletzung.

Trägt "The Dynasty: Roc La Familia 2000" eher die Handschrift seines Labelumfeldes, ist das im September 2001 erscheinende sechtse Studioalbum "The Blueprint" wieder ganz auf Jay-Zs eigenem Mist gewachsen. Die featered Artists (u.a.: Slick Rick, Q-Tip und Biz Markie) sind Gäste im Wortsinn und keine Hauptdarsteller. Die Texte drehen sich in erster Linie um den Meister selbst: "Ich wollte einfach nur all das festhalten, was ich erlebt habe", sagt er. "Alles, was mich zu dem gemacht hat, was ich bin. In diesem Album geht es um mich selbst."

Und um andere, wie die Dissattacken gegen Nas und Mobb Deep im Song "Takeover" beweisen. Mitte Dezember werden auch The Roots in den Beef mit hinein gezogen, denn die Live-Hip Hopper zocken mit Jay-Z bei MTV-Unplugged. Die grandiose Session wird auch auf CD veröffentlicht. Doch Jay-Z bleibt auch im Frühjahr 2002 in den Charts. Mit "Chapter One" steht das erste Best Of-Werk des Rap Superstars in den Läden.

Im Jahr 2003 kündigt der mit Beyoncé Knowles liierte Jay-Z seinen Abschied vom aktiven Rap und ein letztes Album an. "It's all said and done", er habe keinen Lust mehr, erklärt Jigga (Gerüchte über einen möglichen Rücktritt vom Rücktritt machen trotzdem bald die Runde). Die Veröffentlichung des 'letzten' Albums "The Black Album" steht unter einem schlechten Stern. Die Tracks kursieren schon Anfang November im Netz und Jay-Z zieht den Release um zwei Wochen vor. Um die Fans dazu zu bewegen, das Album trotzdem auf legale Weise zu erwerben, senkt Roc-A-Fella Records sogar den Handelspreis und bringt "The Black Album" als Low Price-CD auf den Markt.

Die Maßnahme fruchtet, und das schwarze Album verkauft sich in den ersten beiden Wochen über 600.000 mal. Als ein Zukunftsprojekt plant Jay-Z u.a., sich in ein Basketball-Team einzukaufen (bevorzugt die New Jersey Nets). Doch der Business-affine Rapper betritt erst einmal wieder die Bühne, um die lang angekündigte "The Best Of Both Worlds"-Tour durch 40 Städte mit R. Kelly durchzuziehen. Das zweite Kollabo-Album "Unfinished Business" (nach dem 2001-Release "The Best Of Both Worlds") ergattert parallel zwar die Poleposition der Billboard-Charts (einen Monat später folgt das Linkin Park/Jay-Z-Bastard-Mixalbum "Collision Course"), trotzdem lassen sich die persönlichen Animositäten zwischen den beiden Black Music-Stars nicht mehr verheimlichen.

Anfang November 2004 endet die Zusammenarbeit unrühmlich im New Yorker Madison Square Garden, als Kelly von der Bühne stürmt und Jay-Z die Tournee vorzeitig für beendet erklärt. Kelly reicht daraufhin eine 75 Millionen Dollar-Klage wegen Vertragsbruch und Toursabotage ein. Jigga antwortet Ende Januar 2005 zwar mit einer Gegenklage, doch hat er mit dem Fall Kelly innerlich abgeschlossen und Wichtigeres im Sinn.

Ab 2005 darf er sich Präsident des berühmten Rap-Labels Def Jam nennen. Dafür gliedert er Roc-A-Fella in die Island-Def Jam-Group ein und sorgt mit einigen außergewöhnlichen Businessentscheidungen für Aufsehen. Erst verpflichtet er The Roots für Def Jam, was bei einigen Fans der Truppe für schlechte Stimmung sorgt. Immerhin hatten sich die Roots seit jeher gegen die Kommerzialisierung ihres Genres gewehrt. Dass die Okayplayer sich mit dem Schritt zum Major keinen Deut von ihrer Kompromisslosigkeit entfernen, zeigen sie aber im Sommer 2006 auf ihrem bis dato dunkelsten und politisch eindeutigsten Album "Game Theory".

Viel mehr noch überrascht Jigga die Hip Hop-Welt mit der Nachricht, dass zukünftig sein ehemaliger Erzrivale Nas unter seinen Fittichen steht. Der jahrelange Beef wird publikumswirksam bei Jiggas sogenanntem "I Declare War"-Konzert beigelegt, bald steht auf der Def Jam-VÖ-Liste Nas' neuester Streich "Hip Hop Is Dead" ganz oben.

Anscheinend sogar mit einem Auftritt des Chefs persönlich, der sich nach seinem Ausstieg aus dem Game hinter dem Mikrofon rar macht. Wenn er es jedoch nach seinem Rücktritt in die Gesangskabine schafft, dann stets mit einem durch und durch erfolgreichen Ergebnis. Das Jahr 2005 gehört Def Jam-Sprössling Young Jeezy, dank des von Jay-Z veredelten Remix von "Go Crazy". 2006 tanzt ganz Amerika zum "Hustlin'"-Remix des neuen Miami-Aushängeschildes Rick Ross.

Zeichen für den Rücktritt vom Rücktritt? Kann es Hova doch nicht ohne das Mikro aushalten? Im Spätsommer platzt die Bombe: Erst begibt sich Jay-Z auf Welttournee und bestätigt tatsächlich die Veröffentlichung eines neuen Albums für November. Auf der Produzentenliste für "Kingdom Come" stehen unter anderem Timbaland, Kanye West, Dr. Dre und sogar Chris Martin von Coldplay. Die Hip Hop-Welt steht Kopf, obwohl eigentlich nach Jiggas "Black Album" niemand so wirklich an seinen Abgang geglaubt hat.

Da ihm das anscheinend immer noch nicht ausreicht, begibt er sich bald wieder ins Studio. Bereits am 9. November 2007 kommt "American Gangster" in die Regale der Plattenläden und setzt sich bald an die Spitze der US-Charts. Es ist Jay-Zs zehntes Album auf Platz eins, damit zieht der Rapper mit dem bisher alleinigen Rekordhalter Elvis Presley gleich.

Auch eine kleine Tour steht auf dem Plan. Wie groß das Interesse an Jay-Z nach wie vor ist, beweist auch der Vorverkaufgsstart für die Gigs. Ganze 15 Sekunden dauert es, bis seine 5-Städte US-Tour zum neuen Album komplett ausverkauft ist.

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