Helena Vondrackova

  • Helena Vondráčková (* 24. Juni 1947 in Prag) ist eine tschechische Sängerin und Schauspielerin.

    Leben

    Anfang der 1960er Jahre begann sie als Sängerin und wurde eine der populärsten Sängerinnen des ehemaligen Ostblocks. Sie gab 1969 ihr Filmdebüt an der Seite ihres häufigen Duett-Partners Václav Neckář als Die wahnsinnig traurige Prinzessin. Es folgten weitere Filmrollen, zuletzt 2004 in Kamenák 2.

    Die Sängerin hatte u. a. Auftritte in der voll besetzten Carnegie Hall in New York und erhielt mehrere Gold- und Platin-Auszeichnungen für verkaufte Tonträger. Nationale Auszeichnungen sind z. B. „Frau des Jahres 2001“ (Lady pro, Die 100), Sängerin des Jahres 2000 (Nominierung für Vodopad – Akademie der Popmusik), Verdiente Künstlerin 1982, goldener Anker Děčín und die Silberne Auszeichnung Bratislava (Kategorie international) jeweils 1982. Letztgenannte Auszeichnung hatte sie auch in den 1960er- und 1970er Jahren jeweils mehrfach gewonnen.

    International wurde sie u. a. Wettbewerbssiegerin bzw. erhielt sie u. a. Auszeichnungen beim Miss of Festival International Cancao Popular (Rio de Janeiro, Brasilien), Gouden Boot (Belgien), Hitashi Award (Japan), Cerbul de Argint (Braşov, Rumänien), internationales Festival Olymp de la Cancon (Athen, Griechenland), Prix de public, Festival Coupe d'Europe (Frankreich), Nagrada Pubilca (Split, Jugoslawien), Halk ödülü Müsik Festival (Türkei) und beim internationalen bulgarischen Musikfestival.

    In der DFF-Reportage „Abends im Rampenlicht“ (1981) war sie neben Lili Ivanova, Rolf Herricht und Dorit Gäbler zu erleben.

    1983 moderierte sie im Palast der Republik in Berlin den 63. Kessel Buntes. Auch in anderen Jahren war sie mehrfach in der Sendung als Gaststar zu sehen.

    Im Jahr 2007 erfolgten europäische und außereuropäische Konzerte der Sängerin u. a. in Moskau, mehrere Talkshows sowie eine eigene TV-Sendung im tschechischen Fernsehen.

    Nachdem sie sich schon erfolglos an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 1978 beworben hatte (Männer wie du belegte nur Rang 12), versuchte sie, Tschechien beim Eurovisionsdebüt 2007 zu vertreten. Ihr Vorentscheidungstitel Samba wurde allerdings disqualifiziert; auch das Ersatzlied Ha Ha Ha wurde zurückgezogen, so dass Vondráčková von einer Teilnahme am Wettbewerb absah.

    Am 24. März 2007 sang sie die deutsche Nationalhymne bei dem EM-Qualifikationspiel Deutschland–Tschechien. Dabei übersprang sie eine Zeile.

    Seit den 1990er Jahren ist auch ihre Nichte Lucie Vondráčková als Sängerin und Schauspielerin erfolgreich.

    Am 26. Januar 2010 war Helena Vondráčková einer der Ehrengäste bei der Eröffnung der Ausstellung „tschechische Märchen“ in der Kulturbrauerei in Berlin, welche erstmals außerhalb Tschechiens gezeigt wurde. Die Kostüme aus dem Märchen „Die wahnsinnig traurige Prinzessin“, in welchem sie die Hauptrolle spielte, waren dort auch zu sehen. Mit Liedern aus diesem Märchen eröffnete sie die Ausstellungsveranstaltung. Auf Bitten des anwesenden Botschafters der Tschechischen Republik und des Leiters des Tschechischen Zentrums sang sie später noch weitere Titel und war somit der vielumjubelte Star des Abends.

    Ihr deutscher Produzent, Texter und Manager ist seit 2003 Filip Albrecht, der u. a. die Titel „Diese Nacht“, „Wunder gescheh'n“ oder „Dem Traum ganz nah“ schrieb. Die gemeinsamen Hits aus der Feder von Filip Albrecht wurden auf der CD „Ha ha ha“ herausgegeben.

    Im Jahre 2010 trat die Künstlerin u. a. mehrfach in der Staatsoper Prag auf (Programm: „Helena on Brodway“), synchronisierte eine der Hauptrollen in der Neuverfilmung des Märchens (Rapunzel/Na vlasku), spielte die Rolle der Evelyn im Musical (Baron Prašil/Treffen mit Münchhausen), brachte das Doppel-Album „Recital“ heraus und war Stargast im weißrussischen Musikfestival „Slavianski Bazaar in Vitebsk“.

    Nationale Auszeichnungen (Tschechoslowakei/Tschechische Republik)

    • 1966 – Striebornã Bratislavská lýra (Die Silberne Bratislava-Lyra) – für das Lied „Oh, baby, baby“
    • 1966 – Bronzový klúč (Die Bratislava Lyra in der internationalen Kategorie) – für das Lied „Oh, baby, baby“
    • 1968 – Striebornã Bratislavská lýra (Die Silberne Bratislava-Lyra) – für das Lied „To se nikdo nedoví“
    • 1974 – Zlatá Bratislavská lýra (Die Goldene Bratislava-Lyra) – für das Lied „Malovaný džbánku“
    • 1975 – Striebornã Bratislavská lýra (Die Silberne Bratislava-Lyra) – für das Lied „Láska zůstává dál“
    • 1982 – Striebornã Bratislavská lýra v medzinárodnej kategorii (Die Silberne Bratislava-Lyra in der internationalen Kategorie) – für das Lied „Sblížení“
    • 1982 – Zlatá Děčínská kotva (Der Goldene Děčín Anker) – für das Lied „Tančit prý je krásné“
    • 1982 – Verdiente Künstlerin
    • 2001 – Nominierung in der Kategorie „Sängerin des Jahres 2000“ – für das Album „Vodopád“
    • 2001 – Die Frau des Jahres – Lady Pro 2001, Die 100 Besten
    • 2002 – „Sängerin des Jahres 2001“ – für die Alben „Vodopád“ und „Helena 2002“
    • 2002 – Die Halle des Ruhmes – Akademie für Popmusic
    • 2002 – Hit des Jahres 2001 – für das Lied „Dlouhá noc“
    • 2003 – Nominierung in der Kategorie „Sängerin des Jahres 2002“ – Akademie für Popmusic

    Internationale Auszeichnungen

    • 1967 – Miss of the II Festival International Da Cançăo Popular, Rio de Janeiro – für das Lied „Vzdálený hlas“
    • 1969 – De Gouden Boot, Festival Knokke, Belgique
    • 1970 – Hitashi Award, The festival Yamaha in Japan – für das Lied „Ostrovy pokladů“
    • 1971 – Cerbul de argint, The international festival in Braşov – für das Lied „Ostrovy pokladů“
    • 1971 – Diploma Olympiade de la chanson, Festival international, Athen – für das Lied „Mámin první bál“
    • 1972 – Prix du public, Festival Coupe d’Europe, France
    • 1972 – Nagrada publika, Festival Split, Hrvatska
    • 1973 – Nagrada na komiteta za televizija i radio, Mezdunaroden festival Zlatnajat Orfej, Slncev brjag, Bulgaria – für das Lied „Balada“
    • 1976 – Halk ödülü diploma, 1.Müzik festival, Istanbul – für das Lied „Až půjde déšť do trávy spát“
    • 1976 – Star of the year of Music Week
    • 1977 – Intervision-Liederwettbewerb, Sopot, Polen – 1. Platz mit dem Lied „Malovaný džbánku“
    • 1985 – Ehrennadel der Liga der DDR
    • 2000 – Bursztynowy Słowik, Sopot, Poland

    Weblinks

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