I Dont Like Mondays

Bob Geldof

  • Robert Frederick Zenon Geldof KBE (* 5. Oktober 1951 in Dún Laoghaire, Irland) ist ein irischer Rockmusiker, der neben seiner musikalischen Karriere seit den 1980er Jahren auch für die Initiierung der Live-Aid-Konzerte sowie für sein sozialpolitisches Engagement gegen die weltweite Armutsentwicklung und für die Entschuldung der sogenannten Dritten Welt einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde.

    Karriere

    Bob Geldof wuchs in der Nähe von Dublin auf. Nach dem Tod der Mutter 1959 übernahm seine ältere Schwester seine Erziehung und schickte ihn auf das katholische Internat „Blackrock College“. Geldofs Vater Bob sr. starb im August 2010 im Alter von 96 Jahren.

    Im Alter von achtzehn Jahren versuchte Geldof sich als Lastwagenfahrer, war Straßensänger, Englischlehrer und schrieb schließlich Reportagen für das Musikmagazin „Georgia Street“ in Vancouver. 1975 kehrte er nach Irland zurück und arbeitete dort als freier Journalist für verschiedene Musikzeitungen, u. a. führte er Interviews für den New Musical Express mit Little Richard und Elton John. Bald darauf begann er selbst Musik zu machen und gründete in Dublin „The Nightlife Thugs“, die ursprünglich Rhythm and Blues spielten. Die Band siedelte 1976 nach England über und änderte ihren Namen in The Boomtown Rats. Beeindruckt von den Sex Pistols und The Clash änderten sie auch ihren musikalischen Stil und bekamen bald einen Plattenvertrag bei „Ensign“. Als Sänger der Boomtown Rats feierte Geldof in den folgenden Jahren einige musikalische Erfolge. Ihr größter Hit war 1979 das Lied I Don’t Like Mondays, das vom Amoklauf der Brenda Ann Spencer inspiriert wurde. 1982 gab Geldof ein kurzes schauspielerisches Gastspiel in der Hauptrolle des Spielfilms Pink Floyd – The Wall.

    Im Oktober 1984 sah Geldof zufällig eine Fernsehdokumentation über die damalige Hungersnot in Äthiopien und beschloss spontan, etwas dagegen zu unternehmen. Er schreibt darüber in seiner Autobiographie:

    Zusammen mit dem Musiker Midge Ure von der Gruppe Ultravox schrieb Geldof das Lied Do They Know It's Christmas? und rief das Projekt Band Aid ins Leben, um Geld gegen den Hunger in Äthiopien zu sammeln. Animiert durch den Erfolg des Projektes organisierte er 1985 das weltweite Konzert Live Aid.

    Seit 1986 verfolgt Bob Geldof eine musikalische Karriere als Solokünstler.

    Musik

    Die Boomtown Rats, für die Geldof nahezu alle Lieder schrieb, werden der Punk- und New-Wave-Bewegung zugeordnet. Zu Beginn der 1980er Jahre wurde die Musik poppiger.

    Auf Geldofs erstem Solo-Album Deep In The Heart Of Nowhere von 1986, setzte er diesen Stil fort, ab Vegetarians of Love, das 1990 erschien, waren deutliche Einflüsse aus dem Irish Folk zu hören; neben der akustischen Gitarre kamen Violine und Akkordeon verstärkt zum Einsatz. Dieses Album hatte einen ruhigen Charakter, der auf The Happy Club 1992 weitestgehend beibehalten wurde. Das nach langer Pause 2001 erschienene Album Sex, Age & Death war kommerziell wenig erfolgreich.

    Soziales Engagement

    Bereits 1982 war Bob Geldof unter anderem mit Sting, Eric Clapton und Phil Collins beim Secret Policeman’s Concert für Amnesty International aktiv.

    Geldof war Hauptinitiator des Projekts Band Aid und den weltweiten Benefiz-Konzerten Live Aid am 13. Juli 1985, Band-Aid-II und Band Aid 20 in den Jahren 1989 und 2004, zugunsten der hungernden Bevölkerung Afrikas.

    Seit Mitte der 1990er Jahre setzt sich Geldof zusammen mit Bono von U2 für den Schuldenerlass für die Dritte Welt ein. Im Jahre 2005 organisierte er das Live-8-Konzert, welches als Neuauflage des Live-Aid-Konzertes aus dem Jahr 1985 gehandelt wurde. Das Live-8-Konzert fand am 2. Juli 2005 im Hyde Park in London sowie an acht weiteren Orten statt. Diese waren Johannesburg, sowie die Hauptstädte der G8-Staaten, Paris, Berlin, Rom, Philadelphia (anstelle von Washington, D.C.), Tokio, Moskau und Barrie (anstelle von Ottawa).

    Aufgrund seines humanitären Engagements wurde er schon in den 1980er Jahren als ein Anwärter für den Friedensnobelpreis gesehen. 1986 wurde er zum Knight Commander des Order of the British Empire (KBE) ernannt. Da Geldof Ire ist, ist er aber nicht berechtigt, sich "Sir Bob" zu nennen. Dies ist Staatsbürgern der Commonwealth Realms vorbehalten. Der norwegische Abgeordnete Jan Simonsen schlug Geldof 2006 erneut für den Friedensnobelpreis vor.

    Kurz vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 und dem P8-Konzert in Rostock, an dem Geldof ebenfalls beteiligt war, übernahm er für einen Tag die Redaktion über die Bildzeitung, um auf die schwierige politische Situation in Afrika aufmerksam zu machen.

    Seit 2003 engagiert sich Geldof aufgrund persönlicher Erfahrungen für die englische Väterbewegung, insbesondere für Fathers 4 Justice.

    Privatleben

    Bob Geldof war von 1978 bis 1996 mit der Fernsehmoderatorin Paula Yates liiert. 1986 heirateten die beiden und die Ehe wurde nach zehn Jahren geschieden. Aus der Beziehung stammen die drei Töchter Fifi Trixibelle (* 1983), Peaches Honeyblossom (1989–2014) und Little Pixi (* 1990). Zudem erhielt Geldof im Jahr 2000 das Sorgerecht für Heavenly Hiraani Tiger Lily (* 1996), die er auch adoptierte. Das Mädchen stammt aus der Beziehung von Yates († 2000) und Michael Hutchence († 1997).

    Diskografie

    → Hauptartikel: The Boomtown Rats

    Studioalben

    Weitere Alben:

    • 2001: Sex, Age & Death
    • 2005: Great Songs of Indifference

    Ehrungen

    Rittertitel

    Geldof wurde 1986 von Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen, darf den Titel Sir jedoch als Staatsangehöriger der Republik Irland nicht tragen; dies ist Bürgern des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland oder eines Commonwealth Realms vorbehalten. Den honorary knighthood („Rittertitel ehrenhalber“) kann er lediglich durch ein dem Namen nachgesetztes KBE (für Knight Commander of the Order of the British Empire) ausdrücken. Dennoch wird er auch als Sir Bob bezeichnet.

    Auszeichnungen

    • 2005 – Rose d’Or Charity Award für Live Aid
    • 2005 – Free Your Mind Award (im Rahmen der MTV Europe Music Awards 2005)
    • 2006 – Echo für Besondere musikalische Leistungen
    • 2006 – Amadeus Austrian Music Award für die beste Musik-DVD „Live 8“
    • 2007 – BMW Pioneer Award (Cinema for Peace)
    • 2009 – Life Time Charity Award des Gentlemen’s-Quarterly-Magazins[8]
    • 2011 – Ordensträger „Sozial“ des Dresdner St. Georgs Ordens des Semperopernballs

    Literatur

    • Is That It? (Autobiografie), London 1986, ISBN 0-14-009363-X
      • deutsch: So war's: Kindheit in Dublin - die Boomtown Rats - Band Aid und Live Aid. Lübbe, Bergisch-Gladbach 1989, ISBN 3-404-61151-9.
    • Gero von Boehm: Bob Geldof. 20. Januar 1987. Interview in: Begegnungen. Menschenbilder aus drei Jahrzehnten. Collection Rolf Heyne, München 2012, ISBN 978-3-89910-443-1, S.151-158

    Einzelnachweise

    1. The Irish Times: Death of Bob Geldof snr announced, 26. August 2010
    2. The Irish Times: Funeral of Bob Geldof senior held, 31. August 2010
    3. Munzinger-Archiv /Pop-Archiv International 6/90
    4. Geldof, Bob: Is That It?. London, 1986, ISBN 0-14-009363-X
    5. Die Welt: [1] und, kritisch, der Spiegel:[2]
    6. Bob Geldof: 'My children think I'm a tiresome loser'. In: www.telegraph.co.uk. Abgerufen am 5. Oktober 2011 (englisch).
    7. a b Chartquellen: DE AT CH UK US
    8. Auszeichnung des GQ-Magazins zum „Mann des Jahres“

    Weblinks

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