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Kaiser Chiefs

  • Die Kaiser Chiefs sind eine englische Rockband. Sie wurde Anfang 2003 in Leeds gegründet und ging aus der Garage-Rock-Band Parva hervor. Der Name der Band lehnt sich an den früheren Verein des Leeds-United-Spielers Lucas Radebe an, die Kaizer Chiefs aus Johannesburg.

    Musikstil

    Der Musikstil der Kaiser Chiefs bewegt sich zwischen Indie-Rock und Garage-Rock und ist beeinflusst von Bands wie The Beach Boys, Super Furry Animals, The Kinks, XTC, Beta Band, Blur, Supergrass, 10cc, Small Faces, Dexys Midnight Runners und Madness. Sie legen sich selbst nur ungern auf bestimmte Einflüsse fest, wie Keyboarder Nick „Peanut“ Baines in einem Interview am 3. Februar 2007 mitteilte. So stellte er besonders heraus, dass sie eine Menge Inspirationen durch britische Bands, mit denen sie aufwuchsen, bekamen, jedoch jeder Song anders klingt. Die Kaiser Chiefs sind befreundet mit der Band Franz Ferdinand.

    Geschichte

    Die Anfänge von Parva

    Die Urmitglieder der heutigen Kaiser Chiefs sind Nick Hodgson (* 20. Oktober 1977), Nick “Peanut” Baines (* 21. März 1978) und Simon Rix (* 18. Oktober 1977), die zusammen eine High-School-Band gründeten. Doch Nick merkte schnell, dass der Gruppe ein geeigneter Lead-Sänger fehlte. Ein Junge aus der Nachbarschaft stellte ihm daraufhin dessen Schulfreund Ricky (* 17. Januar 1978) vor. Als später noch der linkshändige Gitarrist Andrew „Whitey“ White (* 28. August 1974) zu der Truppe stieß, war die Band komplett. Sie gaben sich den Namen Runston Parva, der später zu Parva gekürzt wurde. Ihren ersten Auftritt hatte die junge Band 1997 als Vorgruppe im Duchess Of York in Leeds. Doch der große Durchbruch blieb zunächst aus. Hodgson erinnerte sich in einem Interview mit Steve Lamacq später daran, dass bei einem Gig in Lincoln einer der Zuschauer während ihres Auftritts sogar einschlief. Während der Studienzeit der Bandmitglieder blieb die Musik fürs Erste zwangsmäßig nur ein Hobby, das sich auf Gelegenheitsauftritte in kleinen lokalen Clubs beschränkte.

    Die Geburt der Kaiser Chiefs

    Nach dem Ende Parvas verabschiedete sich die Band von ihrem 1990er-Jahre-Garage-Rock-Stil und besann sich auf ihre nord-englischen Wurzeln zurück. So kreierten sie ihren eigenen Stil. Ziel war es damals, wie sich Nick Hodgson später in einem Interview erinnerte, das Gegenteil von allem zu sein, was zur damaligen Zeit in der Indie-Szene als „trendy“ galt. Im Februar 2005 veröffentlichten die Kaiser Chiefs ihre Debütsingle Oh My God ein zweites Mal und stiegen damit in ihrem Heimatland in die Top Ten ein. Employment erschien im März 2005 und wurde von den Kritikern hoch gelobt. Im selben Jahr brachten die Chiefs auch eine DVD mit dem Titel Enjoyment heraus, die den Werdegang der Band auf humoristische Weise darstellt.

    Höhepunkte der Bandgeschichte

    Das zweite Album, Yours Truly, Angry Mob, wurde 2006 ebenfalls von Stephen Street produziert und gelangte am 23. Februar 2007 in den Verkauf. Mit dem Stück Ruby schaffte die Band in Deutschland den Durchbruch. Die Single kletterte langsam bis auf den elften Platz der deutschen Single-Charts. 2007 coverte der Produzent Mark Ronson mit der damaligen Newcomerin Lily Allen den Kaiser-Chiefs-Song Oh My God. Die Band zeigte sich begeistert und trat sogar im dazugehörigen Musik-Video auf. Mark Ronson sowie Lily Allen wurden zu guten Freunden der Band. 2008 sang Allen auf dem von Mark Ronson mitproduzierten Album Off with Their Heads bei dem Song Never Miss a Beat einen Gastpart.

    Am 17. Oktober 2008 erschien das dritte Studioalbum der Kaiser Chiefs, Off with Their Heads. Im selben Jahr spielten sie das größte Konzert ihrer Karriere, als sie vor 35.000 Zuschauern im Elland Road-Stadion in Leeds auftraten. Dies ist das Heimstadion ihrer Lieblingsfußballmannschaft Leeds United FC.

    2008 übernahm der britische Rapper Sway einen Gastpart auf ihrem Album Off with Their Heads. Im selben Jahr traten sie zusammen mit der britischen Gilgruppe Girls Aloud auf und sangen mit ihnen ein Medley aus I Predict a Riot und dem Girls-Aloud-Song Sound of the Underground.

    2009 waren Ruby und Never Miss a Beat Teil des offiziellen Soundtracks zu Pro Evolution Soccer 2010.

    Die Kaiser Chiefs machten sich aufgrund ihrer energiegeladenen Auftritte schnell einen Namen als beliebter Live-Act. Sie spielten alle großen Festivals, darunter das Glastonbury Festival (UK), Werchter (B), Lollapalooza (US) und Rock am Ring (D). Auch als Vorband wurden sie stets gerne verpflichtet. So supporteten sie die Foo Fighters auf deren US-Tour 2005

    2010 zog ein Großteil der Band nach London um. Nick Hodgson eröffnete sein eigenes Tonstudio Chewdio, in dem neben den Kaiser Chiefs (The Future Is Medieval) auch andere Künstler Stücke aufnahmen. Hodgson widmete sich zunehmend seiner Produzententätigkeit. Neben dem Kaiser-Chiefs-Album The Future Is Medieval, das er mitproduzierte, arbeitete er auch als Songwriter und Produzent für das Album All You Need Is Now von Duran Duran.

    Am 27. Juni 2011 erschien eine physische Version des vierten Studioalbums The Future Is Medieval mit 12 Tracks, nachdem sich die Fans ab dem 3. Juni eine eigene Downloadversion mit 10 Tracks zusammenstellen konnten. Dabei konnte man für 7,50 Pfund aus 20 Stücken, von denen eine etwa einminütige Kostprobe angehört werden konnte, sein „eigenes“ Album kreieren. Darauf konnte auch auf Versionen früherer Kunden zurückgegriffen werden, wobei dem jeweiligen Ersteller der Version einen Pfund zurückerstattet wurde.

    2012 traten sie bei der Abschlusszeremonie der Olympischen Sommerspiele in London mit einem Cover von Pinball Wizardvon The Who auf. Im selben Jahr veröffentlichten sie die Compilation Souvenir: The Singles 2004–2012, welche alle bis dahin veröffentlichten Singles und zwei neue Songs enthielt.

    Ab November 2012 spielte Sänger Ricky Wilson in Jeff Waynes hochrangig besetzter Musical-Version von Der Krieg der Welten,The War of the Worlds – The New Generation, die Rolle des „Artilleryman“. Im Januar 2013 machte der Cast auf seiner Tournee durch Europa auch in Deutschland halt.

    Am 4. Dezember 2012 gab Nick Hodgson überraschend seinen Ausstieg aus der Band bekannt, um sich in Zukunft intensiver der Arbeit an den beiden Platten-Labels Chewing Gum Records und Birthday Records sowie seiner neuen Band Albert Albert der die Band aber seither dauerhaft unterstützt und mittlerweile als neues Mitglied - auch vonseiten der Fans - anerkannt wurde.

    Im März 2014 erschien das fünfte Studioalbum Education, Education, Education & War. Dieses wurde von der Band größtenteils selbst finanziert. Um das nötige Kapital dazu aufzubringen, entschlossen sich die Chiefs unter anderem dazu, in einem Werbespot für einen Online-Service des britischen Finanzunternehmens Barclays mitzuwirken.

    Diskografie

    Singles

    Auszeichnungen

    • Am 18. Februar 2005 wurden die Kaiser Chiefs mit dem Philip Hall Radar Award des britischen Musikmagazins NME ausgezeichnet.
    • Am 15. Februar 2006 gewannen sie die BRIT Awards als beste britische Band, beste britische Rockgruppe und bester britischer Liveact.
    • 2008 gewannen die Kaiser Chiefs bei den britischen Q Awards den Preis für den besten Live Act.[29] 2011 wurden sie für die innovativen Albumveröffentlichung von The Future Is Medieval ausgezeichnet.[30]

    Soziales Engagement

    • 2005 eröffneten die Kaiser Chiefs Bob Geldofs internationales Wohltätigkeitskonzert Live8 in Philadelphia.[31]
    • 2010 beteiligte sich Sänger Ricky Wilson an der „Movember“-Aktion,[32] welche die Prostatakrebsforschung unterstützt. Wilson ließ sich den Monat November über einen Schnauzbart stehen und sammelte so Spenden für die Initiative.
    • Nachdem bei Nick Hodgsons Vater Alzheimer diagnostiziert wurde, lief Ricky Wilson 2011 den London Marathon, um damit Spenden für die britische Alzheimer-Stiftung zu sammeln. Allerdings kollabierte er nach 3 Std. 20 Min. und 38,6 zurückgelegten Kilometern aufgrund Unterzuckerung. Er ließ sich von diesem Vorfall jedoch nicht unterbringen und lief die restlichen Kilometer des Marathons fünf Tage später nachträglich zu Ende.[33]
    • Im selben Jahr beteiligten sich die Kaiser Chiefs an den Aufräumaktionen nach den Unruhen in London.[34] Sie zeigten sich überrascht, als infolge der Vorfälle der Absatz ihrer 2004 veröffentlichten Single I Predict a Riot in Großbritannien erneut erheblich anstieg. Der britische Rapper Plan B thematisiert die Ausschreitungen in seinem Song Ill Manors. Auch er bezieht sich darin auf die Band, allerdings nicht auf I Predict a Riot, sondern namentlich auf Never Miss a Beat.
    • Das Coverbild zur Single-Compilation Souvenir wurde von der britischen Künstlerin Sarah Graham gestaltet. Im September 2013 wurde das Originalbild für £10,250 zugunsten des Letchworth GC charity Garden House Hospice (GHH) versteigert.[35]

    Sonstiges

    2007 übernahm Ricky Wilson für eine Ausgabe der britischen TV Pop-Quizshow Never Mind The Buzzcocks die Rolle des Gastmoderators.

    Literatur

    • Seamus Craic: Kaiser Chiefs. 1. Auflage. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Juli 2006, ISBN 3-89602-718-2

    Weblinks

    Quellen

    1. BBC Introducing Masterclass. Steve Lamacq in conversation with Kaiser Chiefs [1], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    2. Kaiser Chiefs Interview mit The Culture Show, 2005
    3. Carling Interview [2], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    4. BBC Introducing Masterclass. Steve Lamacq in conversation with Kaiser Chiefs [3], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    5. BBC Introducing Masterclass. Steve Lamacq in conversation with Kaiser Chiefs [4], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    6. Popworld Interview Ricky Wilson [5], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    7. BBC Introducing Masterclass. Steve Lamacq in conversation with Kaiser Chiefs [6], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    8. Kaiser Chiefs im Interview mit GoTV, 2007 [7], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    9. BBC Introducing Masterclass. Steve Lamacq in conversation with Kaiser Chiefs [8], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    10. Interview mit Mania.tv 2005
    11. NME Artikel vom 16. November 2004 [9], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    12. NME Artikel vom 24. Mai 2008 [10], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    13. Youtube: Kaiser Chiefs perform with Girls Aloud [11], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    14. soundtracks-mp3.blogspot.com (Memento vom 28. Oktober 2009 im Internet Archive)
    15. Kaiser Chiefs and Foo Fighters form supergroup, NME, 21. Oktober 2005 [12], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    16. Green Day confirm Kaiser Chiefs, All Time Low support. BBC, 22. Oktober 2012 [13], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    17. Vorgruppe bei U2s 360°-Tour
    18. Kaiser Chiefs collaborate with Duran Duran. NME, 24. März 2009 [14], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    19. nme.com
    20. [15]
    21. [16]
    22. nme.com
    23. kaiserchiefs.com
    24. [17]
    25. [18]
    26. [19]
    27. Die Wiedergeburt der Kaiser Chiefs. NTV, 4. April 2014 [20], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    28. a b Chartquellen: DE AT CH UK US
    29. Kaiser Chiefs win Best Live Act. Powerlinead, 6. Oktober 2008 [21], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    30. Q Award 2011 winners. Mirror, 24. Oktober 2011 [22], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    31. Live 8 Bilderserie des Rolling Stone-Magazines [23], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    32. Movember Homepage [24], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    33. Ricky Wilson finishes London Marathon, digitalspy.co.uk [25], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    34. Kaiser Chiefs help in London riot clean-ups. BBC Radio1, 9. August 2011 [26], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    35. www.thecomet.net [27], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    36. Youtube: Ricky guest hosting Never Mind The Buzzcocks [28], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    37. Interview mit GoTV, 2007 [29], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    38. Kaiser Chiefs’ Ricky Wilson lands role in ‚Harry Potter’ movie. NME, 9. April 2010 [30], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    39. Ricky Wilson lands role in new St. Trinian’s movie. Gigwise.com, 12. August 2009 [31], zuletzt abgerufen am 13. April 2014
    40. Youtube: Szene aus St.Trinian’s. The legend of Fritton’s Gold [32], zuletzt abgerufen am 13. April 2014

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