Stacey Q

  • Stacey Q (* 30. November 1958 in Fullerton, Kalifornien, bürgerlicher Name Stacey Lynn Swain) ist eine US-amerikanische Popsängerin, Tänzerin und Schauspielerin sowie Synchronsprecherin. Ihr bekanntestes Lied ist Two of Hearts aus dem Jahr 1986.

    Kindheit

    Stacey Swain ist das jüngste von drei Kindern.

    Während der 1960er sang Swain für Rollen in diversen Liveopern und Theateraufführungen vor.

    Jugend

    1970 wurde Swain Unterhalterin im Disneyland, während sie das Tanztraining am Wilshire Theater of Art in Los Angeles fortführte. 1977 verließ sie Disneyland und den Zirkus für eine Karriere in der Plattenindustrie.

    Frühes Erwachsenenalter

    Swain begann sich nach Abschluss ihres Tanztrainings mehr auf das Singen zu konzentrieren. Ihr erstes offizielles Gesangsprojekt begann im Radio in Los Angeles, wo sie Programme ankündigte und Mitglieder der Go-Go's nachahmte.

    Als Teenager und junge Erwachsene kaufte und hörte Swain die Lieder von David Bowie. Ihre Lieblingsalben waren Hunky Dory und The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars.

    Q

    Swain wurde von ihrem damaligen Freund, einem ortsansässigen Musiker, in die Plattenindustrie eingeführt.

    1981 gründeten Swain und St. James die Synthiepopband Q.

    Swain hatte den meisten Erfolg in ihrer Karriere durch ihren Gesang, obwohl sie sich immer mehr als Tänzerin denn als Sängerin gesehen hat.

    SSQ

    Obwohl The Q EP fast exklusiv auf dem Collegeradio gespielt wurde. war es erfolgreich genug für St. James und Swain, um mit anderen Projekten fortzufahren.

    SSQ brachte ihr Debütalbum Playback 1983 bei Enigma Records heraus. Die Band richtete das Hauptaugenmerk besonders auf Swain aus mit Moet, West, Skip Hahn und St. James als Hintergrundmusikern. Hahn ersetzte John Van Tongeren kurz vor der Veröffentlichung von Playback.

    Solokarriere

    Independent

    1985 unterschrieb Swain einen Vertrag bei On the Spot Records, einem Independent-Label. Ihre erste Solosingle Shy Girl erschien im selben Jahr, während ihr erstes Soloalbum Stacey Q in begrenzter Auflage als Kassette verkauft wurde. Das Album enthielt eine frühere Version von Two of Hearts.

    Shy Girl und andere Singles wurden rund 100.000 Mal verkauft, genug, um die Aufmerksamkeit von größeren Labels auf sich zu ziehen. Swain wurde von Atlantic Records 1986 als Solokünstlerin unter Vertrag genommen mit Jon St. James als Manager und den anderen Mitgliedern von SSQ als Hintergrundmusikern. Better Than Heaven, Swains Debütalbum bei Atlantic Records, wurde innerhalb von drei Wochen aufgenommen. Die Lieder wurden unter anderem auch von Berlin (Better Than Heaven), Jon Anderson von Yes (He Doesn't Understand) und Willie Wilcox von Utopia (We Connect) mitgeschrieben.

    "Two of Hearts" und Better Than Heaven

    Swains erfolgreichste Periode als Musikerin begann 1986. Two of Hearts, die erste Single von Better Than Heaven, wurde zum Bestseller und erreichte Platz 3 in den Billboard Hot 100.

    Two of Hearts wurde in der zweiten Jahreshälfte 1986 oft im Radio gespielt und ein Promotionsvideo lief in der Zeit auf MTV. Am Ende des Jahres trat Swain in mehreren Talkshows live auf, erschien als Jurymitglied in der Gong Show und machte den ersten ihrer drei Auftritte als Teilnehmer bei The New Hollywood Squares. Als Better Than Heaven Goldstatus erreichte, wurde Swain von einer mittelmäßigen Sängerin zu einem internationalen Star, sogar zu einem Teenageridol.

    Auf dem Höhepunkt des Erfolges von Two of Hearts bat Weird Al Yankovic Swain um die Erlaubnis für eine Parodie namens Two Pop-Tarts.

    Nach dem Erscheinen von Better Than Heaven startete Swain eine Tour durch US- und europäische Clubs.

    "Cinnamon" und The Facts of Life

    Swains erster Gastauftritt in The Facts of Life war in einer Episode namens Off-Broadway Baby, die am 1. November 1986 das erste Mal ausgestrahlt wurde. Die Episode spielte in New York City, wo Tootie sich mit dem Lied Two of Hearts für die Hauptrolle in einem Broadwaymusical bewerben wollte. Sie ist mit Cinnamon (gespielt von Swain), einer talentierten, aber ein bisschen dumm wirkenden Sängerin befreundet, die mit ihr um dieselbe Rolle streitet. Als Tootie entdeckt, dass Cinnamon auch Two of Hearts vortragen will, versucht sie, ihr das auszureden, was dazu führt, dass Cinnamon ihren Termin verpasst. Am Ende der Folge erlaubt Tootie Cinnamon, an ihrer Stelle sich zu bewerben. Cinnamon gewinnt darauf den Wettbewerb. In dieser Episode sang Swain Two of Hearts.

    Die Folge erwies sich als eine der erfolgreichsten Folgen der ganzen Serie. Die Autoren planten, den Charakter Cinnamon wieder einzubauen. Einige Produzenten gingen weiter und entwarfen eine Cinnamon-Barbiepuppe und sogar eine Spin-off-Sitcom namens Cinnamon. Swains Plattenfirma war gegen die Idee, weil sie glaubte, dass die Sängerin weniger Hits produzierte und zu einem One Hit Wonder würde, wenn sie sich mehr auf die Schauspielkarriere konzentrierte.

    Swains letzter Auftritt bei The Facts of Life hieß A Star Is Torn und wurde am 31. Januar 1987 ausgestrahlt.

    Obwohl Clooney bekannt gab, dass er von den Produzenten von NBC gefeuert wurde, hielt er die Zeit bei The Facts of Life für eine fantastische Erfahrung. Swain hat auch gute Erinnerungen an diese Zeit und schloss Freundschaft mit Cloris Leachman und anderen Darstellern.

    Hard Machine

    Nach dem Erfolg von Better Than Heaven veröffentlichte Swain ihr zweites Album Hard Machine im Jahr 1988. Die Sängerin änderte ihr Image, färbte ihr Haar von blond auf rot und zog sich wie damalige Punksänger an. Das Lied erschien nie als Single, aber Swain bezeichnete es in Interviews als eines der besten Lieder, die sie je aufgenommen hat.

    Hard Machine war weitaus weniger erfolgreich als Better Than Heaven, obwohl die Single Don't Make a Fool of Yourself Platz 66 in den Hot 100 erreichte und eine Remixversion von Shep Pettibone in den Top Five der Dancecharts war. Don't Make a Fool of Yourself wurde in einer Episode der Serie Full House aufgeführt, in der Swain einen kurzen Auftritt als sie selbst hatte.

    Nights Like This

    Nights Like This, die letzte Aufnahme Swains bei Atlantic, wurde 1989 veröffentlicht. Die Sängerin änderte wieder ihr Image, diesmal mit kurzem, blondem Haar und als eine Art Untergrunderscheinung. Ihre neue Kleidung, ein schwarzes Kleid mit einem Pfeil nach unten, wurde das erste Mal im Video für die erste Single Give You All My Love gezeigt. Die Backgroundsängerinnen auf dem Album waren die Weather Girls. Bei der zweiten Single des Albums Heartbeat sang Timothy B. Schmit von den Eagles im Hintergrund. Wie bei Hard Machine wurde bei Nights Like This mit den Instrumenten experimentiert, bei manchen Liedern wurden Kawai Keyboards genutzt. Nach diesem Album stoppten die Mitglieder von SSQ die Zusammenarbeit mit Swain.

    Hard Machine und Nights Like This wurden von den Kritikern als stärker als ihre Vorgänger eingeschätzt, was aber verglichen mit Better Than Heaven ungehört blieb. Nach der Erscheinung von Nights Like This begann Swain wieder eine Tournee durch Clubs in den USA.

    Solokarriere nach 1990

    1990 verließ Swain Atlantic Records, zwei Jahre nach den anderen Mitgliedern ihrer Band SSQ. Die 1990er brachten ebenfalls einen schwindende Popularität für Synthiepop und Dancepop. Swain und andere Künstler versuchten, ihren Sound anzupassen, aber gleichzeitig nicht langjährige Fans zu verprellen.

    1992 begannen Swain und Produzent Jon St. James mit der Produktion von Stacey Q's Greatest Hits, einer digital überarbeiteten Sammlung von Singles der Künstlerin.

    Stacey Q’s Greatest Hits wurde 1995 veröffentlicht und erhielt gemischte Kritiken von Fans und Kritikern. Viele Fans stimmten zu, dass das Album definitiv eine Zusammenstellung von Swains Karriere wäre, da es Stücke von Q und SSQ enthielt, die nie auf CD herauskamen, inklusive The Model, das für den Soundtrack des Films Crystal Heart aufgenommen wurde., keine Lieder von Hard Machine oder Nights Like This waren enthalten. Die Öffentlichkeit hatte nahezu alle Lieder außer Two of Hearts vergessen und wunderte sich, wie sie bei dieser Karriere ein Greatest Hits-Album herausbringen konnte, wenn sie ja nur ein One-Hit-Wonder war. Weil die Künstlerin so mit Two of Hearts und dem Dancepop der 1980er assoziiert wurde, schrieben die Kritiker sie als eine weitere Möchtegern-Madonna der 1980er ab.

    Obwohl Swain ihren Erfolg als Synthiepop- und Dancepopmusikerin gefunden hatte, wuchs sie mit Rockmusik auf und hatte hauptsächlich Interesse an Glamrock und Punkrock. Sie versuchte, dies musikalisch auf ihren letzten beiden Atlantic-Alben umzusetzen, durfte aber nicht zu weit vom Electronic Dance-Genre abweichen, das sie zu einem Bestseller machte. In den 1990ern hatte Swain die Gelegenheit, mit mehr Stilarten herumzuexperimentieren.

    Nachdem sie sich für eine andere Richtung für ihre zukünftigen Veröffentlichungen entschieden hatte, reiste Swain nach Tibet, wo sie in den monastischen Tanz und Gesang des Fernen Ostens eingeweiht wurde.

    Swain zeigte 1997 eine neue, spirituell angehauchte Seite von sich selbst auf dem Album Boomerang, erschienen bei ENo Records. Boomerang war vollkommen anders als frühere Aufnahmen. Es war ein Spiegelbild von Swains Übertritt zum Buddhismus, wie man auch an der Coverversion von George Harrisons My Sweet Lord sieht. Es war auch mehr an Folk als an Dancepop oder Technopop angelehnt. Boomerang war nie so populär wie Swains Alben bei Atlantic und erwies sich nicht als das Comebackalbum, auf das einige Fans gehofft hatte. Dennoch erreichte die Folgesingle Tenderness, ein Cover von Janis Ian, Platz fünf in den jamaikanischen Charts. Das Album wurde von Fans und Kritikern, die von Swains musikalischer Reife beeindruckt waren, wohlwollend aufgenommen.

    In den Jahren nach Boomerang wurde Swain Lead- und Backgroundsängerin für diverse House-Musiker in den USA und Europa. 1998 erschien ihre Stimme auf der Single Delicious des niederländischen Tranceduos Rudy & Grey.

    Swain lieferte 1999 den Gesang für Falling, einer Single des DJs Auratone. Sie nahm auch ein unveröffentlichtes Remix-Album auf mit neuen Versionen von Two of Hearts und diverser Lieder aus Boomerang. Dies war ein Sample aus Stücken aus dem Soundtrack des Films American Beauty. Es wurde zu einem Top-5-Hit in Großbritannien.

    2002 erschien Swain in der kurzlebigen VH1-Version von Never Mind the Buzzcocks als Gaststar. Zwei musikalische Werke folgten: Die Single I Need des deutschen DJs Oscar und Hear the Feeling mit dem DJ Simply Jeff (als Divine Frequency featuring Stacey Q). Letztere erschien auf dem Soundtrack einer Dokumentation über Raves. Ihr Gesang erschien auch auf dem dritten Album von Ugly Duckling, Combo Meal (Taste the Secret + The Leftovers EP).

    Heute lebt Stacey Swain in Fullerton, Kalifornien zusammen mit ihrer Mutter und ist immer noch in der Musikindustrie aktiv. Sie tritt weiter live auf, meist bei Themenkonzerten zu den 1980ern. Obwohl sie hauptsächlich in den 1980ern bekannt war, erschien ihr Lied Two of Hearts auf den Soundtracks dreier aktueller Filme: Little Nicky – Satan Junior (2000), Party Monster (2003) und Hot Rod – Mit Vollgas durch die Hölle (2007).

    Im Februar 2007 veröffentlichte Swain ihr letztes Album Queen of the 80s, eine Kompilation von Hits von SSQ und der LP Better than Heaven. Sie war danach auf dem Debütalbum der Echo Junkies zu hören, einem Duo, das 2004 von Jon St. James und Skip Hahn gegründet wurde. Im April 2007 gab Swain bekannt, dass sie mit St. James an einem weiteren Album arbeiten würde.

    2008 war sie Gastsängerin beim Debütalbum Liquid des australisch-amerikanischen Rockduos Hydra Productions. Auf diesem Album traten weitere Dancepopkünstler der 1980er wie Tiffany und Gioia Bruno von Exposé auf.

    Diskografie

    Alben

    • 1982 The Q EP (als Q)
    • 1983 Playback (als SSQ)
    • 1985 Stacey Q
    • 1986 Better Than Heaven
    • 1988 Hard Machine
    • 1989 Nights Like This
    • 1995 Stacey Q's Greatest Hits
    • 1997 Boomerang
    • 2007 Queen of the 80s
    • 2009 Color Me Cinnamon

    Singles

    • 1982 "Playback" / "Music's Gone" (als Q) – The Q EP
    • 1983 "Synthicide" (als SSQ) – Playback
    • 1983 "Big Electronic Beat" (als SSQ) – Playback
    • 1984 "Screaming in My Pillow" (als SSQ) – Playback
    • 1986 "Two of Hearts" – Better Than Heaven
    • 1987 "We Connect" – Better Than Heaven
    • 1987 "Insecurity" – Better Than Heaven
    • 1987 "Music out of Bounds" – Better Than Heaven
    • 1987 "Shy Girl" – Stacey Q
    • 1988 "Favorite Things" – Hard Machine
    • 1988 "I Love You" – Hard Machine
    • 1988 "Don't Make a Fool of Yourself" – Hard Machine
    • 1989 "Give You All My Love" – Nights Like This
    • 1989 "Heartbeat" – Nights Like This
    • 1993 "Two Hot for Love" – Stacey Q's Greatest Hits
    • 1997 "Tenderness" – Boomerang
    • 2009 "Trip" – Color Me Cinnamon

    Filmografie

    • Stratos 4 (2003) … als Karin Kikuhara (Stimme, Englische Version)
    • Never Mind the Buzzcocks (2002) … als sie selbst
    • Citizens of Perpetual Indulgence (2000) … als Stacey
    • Playing the Odds (1998) … als Chinese Food Delivery Woman
    • One Man Force – Ein Mann wie ein Tank (1989) … als Leah Jennings
    • Mama's Family (1989) … als Ciji
    • Full House (1988) … als sie selbst
    • The Facts of Life (1986; 1987) … als Cinnamon
    • The New Hollywood Squares (1986; 1988–1989) … als sie selbst
    • Cavegirl (1985) … als Brenda

    Weblinks

    Einzelnachweise

    1. a b c d e f g Billboard.com: Stacey Q in den Billboard Charts
    2. a b c Hit Bilanz, Taurus Press
    3. a b Austriancharts.at: Stacey Q in den österreichischen Charts
    4. a b Hitparade.ch: Stacey Q in den Schweizer Charts
    5. a b Chartstats.com: Stacey Q in den UK-Charts
    6. a b c d e f g h i j k l Stacey Q: Some Things About Her. Abgerufen am 31. Januar 2007.
    7. a b c d e f g h i j k l m n o Stacey Swain at The Internet Movie Database. Abgerufen am 31. Januar 2007.
    8. a b c d e f g h Discogs Stacey Q Page. Abgerufen am 24. Januar 2006.
    9. a b c d e f g h i j k l m n o p Stacey Q: You Wrote The Book. Abgerufen am 31. Januar 2007.
    10. a b c d e f g h i "The AnOnYmOuS Interview" at The Official Stacey Q Fan Club. Abgerufen am 20. April 2007.
    11. a b "AnOnYmOuS Flashback" at The Official Stacey Q Fan Club. Abgerufen am 20. April 2007.
    12. a b c d e f g h i Stacey Q at MySpace. Abgerufen am 31. Januar 2007.
    13. a b c d e "The Stacey Q & A" at OldSchool4Life.com. Abgerufen am 31. Januar 2007.
    14. a b c d e "Shareef Does Like It" at Walsh Editorial Services (PDF) Abgerufen am 20. April 2007.
    15. a b c d Discogs Stacey Swain Page. Abgerufen am 24. Januar 2006.
    16. a b Stacey Q: Stacey's Q + A. Abgerufen am 31. Januar 2007.
    17. a b "Stacey's Q & A" at The Official Stacey Q Fan Club. Abgerufen am 20. April 2007.

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