Jurgen Drews

  • Jürgen Ludwig Drews (* 2. April 1945 in Nauen) ist ein deutscher Schlagersänger und Gastronom.

    Leben

    Drews wurde 1945 als Sohn des Wehrmachtarztes Dr. Werner Drews und seiner Frau Lieselotte für vier Semester als Medizinstudent in Kiel eingeschrieben, brach sein Studium jedoch zugunsten der Musik ab.

    In Berlin lernte Jürgen Drews das Fotomodell Dagmar Hädrich kennen, mit der er neun Jahre liiert war. Beruflich wie privat verbringt Drews aber auch viel Zeit auf Mallorca. Den Beinamen „König von Mallorca“ erhielt Jürgen Drews 1999 von Thomas Gottschalk in der Sendung Wetten, dass..? auf Mallorca.

    Am 30. April 2011 eröffnete Drews das „Kultbistro“ in Santa Ponça.

    Musik

    Schon früh wandte sich Jürgen Drews der Musik zu und erhielt bereits im Alter von 15 Jahren einen Preis als bester Banjo-Spieler Schleswig-Holsteins als Mitglied der Jazzband Schnirpels. Danach spielte er in der Schülerband Monkeys, später stieg er als Sologitarrist 1967 bei der Kieler Band Chimes of Freedom ein. Auf Veranlassung ihres Managers änderte die Band ihren Namen in „Die Anderen“. Im selben Jahr wirkte Jürgen Drews am ersten Film der Reihe Die Lümmel von der ersten Bank als Schüler mit. Mit dem damals bei der Plattenfirma Ariola angestellten Produzenten Giorgio Moroder entstanden zwei Langspielplatten – die erste LP unter dem Titel Kannibal Komix – und mehrere Singles. Für Veröffentlichungen in den USA nannte sich die Band Apocalypse, doch als die amerikanische Plattenfirma pleiteging, lösten sie sich zum Jahresende 1969 auf. Nach einem kurzen Zwischenspiel als Schauspieler in Rom stieg Drews in den frühen 1970er-Jahren als Sänger bei den Les Humphries Singers ein. 1973 startete er parallel dazu eine Solokarriere und hatte 1976 mit dem Hit Ein Bett im Kornfeld (einer Coverversion des Country-Songs Let your love flow von den Bellamy Brothers) seinen Durchbruch. 1977 versuchte er sich auch als Lieferant für Filmmusik (Spielen wir Liebe). Sein 1978 erschienener Song Wir zieh’n heut’ Abend aufs Dach war ebenfalls eine Coverversion (Call On Me von Sunrise, 1977), erreichte aber in Deutschland nur noch Platz 21.

    In den 1980er-Jahren wurde es in Deutschland ruhig um ihn. Drews versuchte 1980 eine Karriere in den USA zu starten. Er veröffentlichte dafür eine LP unter dem Pseudonym „J.D. Drews“. Erst Anfang der 1990er Jahre gelang ihm ein Comeback auf dem deutschen Musikmarkt. Er arbeitete nun auch als Musikproduzent. 1995 landete er in Zusammenarbeit mit Stefan Raab und Bürger Lars Dietrich einen Riesenhit, als sie unter dem Namen „Stefan Raab und die Bekloppten“ eine Neuaufnahme des Drews-Klassikers Ein Bett im Kornfeld veröffentlichten. Der Schlagerhit König von Mallorca, in dem er S’Arenal und den Ballermann besingt und sich zum „König von Mallorca“ erklärt, brachte ihn im Jahr 2000 erneut ins Zentrum des öffentlichen Interesses. Es folgte die Single Hey! Amigo Charly Brown, die es im Jahr 2002 auf Platz 1 der deutschen Party-Charts, in die Top 50 der Verkaufs-Charts und mit dem von Thomas Sandmann produzierten Musikvideo auch ins Musikfernsehen schaffte.

    Seit 2007 hat sich Jürgen Drews zusammen mit ehemaligen Kollegen der Les Humphries Singers, Peggy Evers-Hartig, Tina Kemp (ehem. Werner) und Judy Archer sowie neuen Kollegen zur Formation Les Humphries Singers Reunion zusammengeschlossen. Man präsentiert das „Comeback“ der LHS mit alten, neu aufgenommenen Titeln sowie Gospelsongs und neuen eigenen Songs des Produzenten und Chormitglieds Willi Meyer.

    Diskografie

    Die Anderen

    Die Anderen waren auch bekannt als Apocalypse, Kannibal Komix und The Others und bestanden aus den vier Mitgliedern Jürgen Drews, Ralf Lepsch, Enrico Lombardi und Gerd Müller-Schwanke. Die Band bestand von 1966 bis 1969.

    • 1970: Kannibal Komix
    • 1968: Easy Squeezy!
    • 1969: Somebody Loves You

    Filmografie

    Filme

    • 1967: Die Lümmel von der ersten Bank
    • 1968: Zur Hölle mit den Paukern
    • 1971: Malastrana (La corta notte delle bambole di vetro)
    • 1971: Das Syndikat (La polizia ringrazia)
    • 1981: Ein Kaktus ist kein Lutschbonbon
    • 1997: Ballermann 6
    • 2007: Der Prinz von Wanne-Eickel
    • 2009: Horst Schlämmer – Isch kandidiere!
    • 2010: C.I.S. – Chaoten im Sondereinsatz
    • 2011: Agenten in Gummistiefeln – Jagd auf den Killerhasen[16]

    Fernsehsendungen

    • 3×1 in Noten
    • 1988–1993: Die deutsche Schlagerparade
    • 1999–2000: Strip!
    • ab 2003: Die Drews – eine furchtbar nette Familie
    • 2013: Cash Crash

    Auszeichnungen

    • 2011: in der Kategorie „Après-Ski Hit des Jahres“ (Ne was ist das schön) (mit Carmen Geiss)
    • 2008
    • 2011: in der Kategorie „Lebenswerk“
    • 1976: „Silber“ in der Kategorie „Sänger“[17]
    • 1977: „Silber“ in der Kategorie „Sänger“[18]
    • 1978: „Silber“ in der Kategorie „Sänger“[19]
    • 1976, 1978, 1979
    • 1981
    • 1976: „Silber“ (Ein Bett im Kornfeld)
    • 1990: in der Kategorie „Comeback des Jahres“
    • 2011: für „Vorläufiges Lebenswerk“
    • 2013: fur „Erfolgreichste Schlager-Single des Jahres eines Sängers (Kornblumen) / Beste Chart-Platzierung seines Lebens in den deutschen Album-Charts (Kornblumen)“
    • 2010

    Weblinks

    Quellen

    1. Peter Unfried, Der König von Romana, in: taz, 28./29. März 2015, S. 22.
    2. a b c Video Heimwärts mit… Jürgen Drews (26. September 2013, 22:15 Uhr, 29:38 Min.) in der ZDFmediathek, abgerufen am 30. Januar 2014
    3. Peter Unfried, Der König von Romana, in: taz, 28./29. März 2015, S. 22.
    4. Peter Unfried, Der König von Romana, in: taz, 28./29. März 2015, S. 22.
    5. Berichterstattung in der Bild-Zeitung vom 26. Juli 2012, abgerufen am 24. November 2013
    6. „Corinna soll meinen Namen ablegen!“ bunte.de, 21. Januar 2014, abgerufen am 14. November 2014
    7. Peter Unfried, Der König von Romana, in: taz, 28./29. März 2015, S. 22.
    8. Biografie bei der IMDb
    9. Peter Unfried, Der König von Romana, in: taz, 28./29. März 2015, S. 22.
    10. Biografie auf jd-drews.de
    11. J.D. Drews' Debütalbum bei allmusic.com
    12. Cover der Single Don't Want Nobody bei hitparade.ch oder Chartplatzierung von Don't Want Nobody bei allmusic.com
    13. Billboard vom 22. November 1980, S. 74, Rubrik First Time Around
    14. taz, 28./29. März 2015, S. 23.
    15. Die Anderen bei discogs.com
    16. cineplex.de
    17. bravo.de
    18. bravo.de
    19. bravo.de

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