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Tiziano Ferro

  • Tiziano Ferro (* 21. Februar 1980 in Latina) ist ein italienischer Popsänger.

    Leben und Karriere

    Die Anfänge

    Ferros ersten Erfahrungen mit der Musik beinhalten sieben Jahre mit der klassischen Gitarre, ein Jahr am Schlagzeug und zwei Jahre mit dem Klavier. Im Alter von 16 Jahren trat er dem Gospelchor von Latina bei, der ihm ermöglichte, sein Talent zu verfeinern und sich für den Stil der schwarzen Musik zu begeistern. Der Chor ließ ihn seine Liebe für diese Musikrichtung finden, die sich später in vielen seiner Lieder wiederfinden sollte.

    Im Zeitraum vom 1996 bis 1997 besuchte er auch einen Kurs für Filmsynchronisation und arbeitete als Sprecher in einigen lokalen Radiosendern seiner Stadt.

    In den zwei darauffolgenden Jahren schrieb er sich beim traditionellen Musikfestival von Sanremo ein: 1997 bestand er als 17-Jähriger die Hürde der ersten Woche noch nicht. Aber dafür war er 1998 unter den 12 Finalisten in der Kategorie Newcomer. Der Auftritt in Sanremo erregte die Aufmerksamkeit der Produzenten Alberto Salemo und Mara Majonchi, die ihm anboten, mit ihm zusammenzuarbeiten. Seine Lieder wurden von verschiedenen Komponisten und Arrangeuren immer wieder modifiziert, bis Michele Canova hinzustieß, um die Ideen des Jungen aus Latina endlich in den gewünschten Sound zu übersetzen. Während sich die Lieder und Stilrichtungen zu formen begannen, begleitete Tiziano Ferro 1999 die italienische Hip-Hop-Band Sottotono als Backgroundsänger bei ihrer Tour. Im gleichen Jahr macht er auf dem naturwissenschaftlichen Gymnasium in Latina sein Abitur mit Bestnoten. 2000 schrieb er sich an der technischen Fakultät in der Universität von Rom ein und besuchte das Jahr darauf die Fakultät der Kommunikationswissenschaften.

    Die ersten Erfolge

    Im Frühling des Jahres 2001 unterschrieb er einen Vertrag mit dem Plattenlabel EMI und veröffentlichte seine erste Single Xdono (außerhalb von Italien: Perdono), die die Charts schnell nach oben stieg, bis sie die Spitze in Italien erreichte und sich dort als einer der Ohrwürmer des Jahres festigte.

    Im darauffolgenden Oktober kam sein Debütalbum Rosso Relativo heraus. Die Kritiker, die bei der Veröffentlichung von Perdono Ferro noch als einen Sänger für die Teenies abgestempelt hatten, verstummten nach der Erscheinung des Debütalbums schnell. Ferro erzählte in einem Interview, dass diese oberflächliche Beurteilung ihn oft geärgert hatte, da das erste Album ausgesprochen tiefgründige und bedeutungsvolle Lieder enthielt, wie L’olimpiade und Mai nata, die u. a. von der persönlichen Selbstachtung handeln, die für Tiziano ein wichtiges Thema ist.

    Während im Jahr 2002 die nationalen Radiostationen häufig die neue Single Imbranato spielten, wurde Perdono in ganz Europa veröffentlicht. Im Sommer 2002 wurde Ferro schließlich bei der Festivalbar, der italienischen Prämierung der musikalischen Topacts, als Newcomer des Jahres ausgezeichnet. Sein Erstlingswerk Rosso Relativo übersetzte er in die spanische Sprache und landete damit auch im Lateinamerikanischen und in Spanien einen großen Erfolg.

    Der endgültige Durchbruch

    Am 7. November 2003 veröffentlichte Tiziano Ferro sein zweites Album 111 (in Deutschland in der ausgeschrieben Form Centoundici veröffentlicht). Mit diesem Album räumte er endgültig das Image des Sängers für die Teenies aus der Welt und wurde nun auch von seinen schärfsten Kritikern anerkannt. Das Album widmete sich Meilensteinen aus der gesamten Jugend des Sängers. Vom Album wurden zahlreiche Singles ausgekoppelt, darunter Xverso (in Resteuropa: Perverso), der Hit Sere Nere (ebenfalls Bestandteil der Filmmusik des italienischen preisgekrönten Kultfilmes Tre metri sopra il cielo), Ti voglio bene (eine Art geschriebener Brief von Tiziano über das Ende der Freundschaft mit seinem besten Freund) und Non me lo so spiegare (Ohrwurm des Frühlings 2004).

    Die darauffolgende Tour 111 % erlangte einen überraschenden Publikumserfolg mit vollen Stadien und Sporthallen in ganz Italien. Seine Tour führte ihn auch nach Deutschland, wo er bei dem SWR3 New Pop Festival im DaimlerChrysler-Werk in Rastatt auftrat und dort ebenfalls die überwiegend italienischen, aber auch deutschen Fans begeisterte. Im Sommer 2004 gab er im Lied Universal Prayer, der offiziellen Hymne der Olympischen Spiele in Athen, mit Jamelia ein Duett. Von da an nahm Tiziano eine künstlerische Schaffenspause. 2005 synchronisierte er die Rolle des Oscars im Film Große Haie – Kleine Fische. Seit 2005 lebt Ferro in London.

    Nessuno è solo

    Noch vor der Veröffentlichung der Single Stop! Dimentica, die sofort die Spitze der italienischen Charts erreichte, kam am 23. Juni 2006 nach fast drei Jahren Pause das Album Nessuno è solo heraus. Es hielt einen Monat lang Platz Eins in den italienischen Charts und einen Top-5-Platz für ein halbes Jahr. Das Album eroberte fortan ebenso die europäischen und südamerikanischen Hitlisten. Auch die zweite vom Album ausgekoppelte Single Ed ero contentissimo (begleitet von einem in Barcelona gedrehten Videoclip) erlangte großen Erfolg.

    Im Januar 2007 startete in Ancona unter dem Motto Nessuno è solo seine zweite Tournee, die sich binnen Jahresfrist durch verschiedene italienische Städte ziehen sollte. Diese neue Tour, die in allen Orten bereits nach kurzer Zeit ausverkauft war, beinhaltete auch das wichtige Konzert in Rom, wo er überraschenderweise mit der italienischen Sängerin und Medienerscheinung Raffaella Carrà ein Duett gab, der er auch ein Lied auf seinem jüngsten Album widmete: E Raffaella è mia.

    Tiziano Ferro ist auch auf den Alben Le band si sciolgono des italienischen Sängers Luca Carboni und auf Io canto von Laura Pausini zu hören. Er nahm Ende 2006 auch am weihnachtlichen Konzert im Vatikan teil und trat unter großen Beifall der anwesenden Jury und dem Publikum auch als Gastsänger (allerdings ohne Teilnahme am Wettkampf) beim Sanremo-Festival 2007 auf. Ein weiteres Highlight in seiner Karriere ist ebenfalls ein Gastauftritt im Finale der medienumworbenen Miss Italia-Wahl im September 2006.

    Streitigkeiten

    Im Mai 2006 nimmt Tiziano Ferro an der Sendung Che tempo che fa von Fabio Fazio teil und zu einer Frage über die 44 Länder in denen sein Album Nessuno è solo veröffentlicht wird, gibt er zu verstehen: „Ich wollte Spanisch lernen, um nicht immer die üblichen Sätze zu wiederholen… zum Beispiel darf man nicht nach Mexiko gehen und sagen, dass die Mexikanerinnen die schönsten Frauen der Welt sind: Sie sind sehr fett und haben Schnurrbärte…“. Die Äußerungen von Ferro verbreiten sich nicht nur in Italien, sondern verursachen gerade in Südamerika und Mexiko heftige Streitigkeiten und Kritiken. Einige Verbände von mexikanischen Musikern beschließen, dass es Tiziano nicht länger gestattet sein solle, seine Platten in ihrem Land zu verkaufen. Ferro erklärt anfangs, dass er einen schon vorbereiteten Gag machte, bei Radio Deejay sagt er allerdings, dass „diese Mexikaner sich wegen jeder Kleinigkeit aufregen“. Schließlich gesteht er jedoch seinen Fehler ein und bittet im mexikanischen Fernsehen um Entschuldigung, da er erkannt habe, dass er sich „wie ein Dummkopf“ aufgeführt hatte. Um sich wieder mit den Mexikanern zu versöhnen, enthaart er in einer bekannten Sendung im mexikanischen Fernsehen ein Bein. Die Szene wird auch in Italien gesendet, ebenso über das Internet in anderen Ländern verbreitet. Immerhin scheint die Angelegenheit heute aus der Welt geschafft zu sein. Das Album Nessuno è solo hat sich in Mexiko vielfach verkauft und die Tour-Termine in Mexiko sind ohne Querelen längst ausverkauft.

    Im Jahre 2006 zeigen verschiedene Seiten im Internet auf, dass der Song Stop! Dimentica sehr ähnlich dem Titel One Word von Kelly Osbourne ist. Seinerseits verwendet Osbournes Version Elemente vom alten Hit Fade to grey der Gruppe Visage, die für die Verwendung durch Osbourne ihre Erlaubnis geben mussten, um Streitigkeiten zu vermeiden. Die gleiche Erlaubnis hatte sich Tiziano Ferro allerdings ebenfalls geholt, wobei er auch erklärt hat, dass Stop! Dimentica eine klare Hommage an Fade to grey ist, eines der Lieblingslieder des Sängers.

    Ebenfalls als Begleiterscheinung der Veröffentlichung der Single Perdono hatten viele mehr als nur eine Ähnlichkeit zwischen den Refrains von Perdono und Did you ever think vom amerikanischen Musiker R. Kelly auf dem Album R bemerkt.

    Alla Mia Età

    Am 7. November 2008 erschien Ferros viertes Album Alla Mia Età in Italien, am 13. März 2009 in Deutschland. Anfang 2010 nahm Tiziano Ferro das Duett Each Tear mit der Sängerin Mary J. Blige auf, das in Italien wiederum Platz eins erreichte.

    L’amore è una cosa semplice

    Das fünfte Album L’amore è una cosa semplice ist am 28. November 2011 in Italien erschienen, die erste Singleauskopplung La differenza tra me e te erschien am 14. Oktober und erreichte Platz 2 der italienischen Charts.

    Im deutschsprachigen Raum erschien das Album am 25. Mai 2012; die erste Single daraus, L'amore è una cosa semplice/Liebe ist einfach, singt Ferro zusammen mit Cassandra Steen und erschien am 13. April 2012.

    Best Of

    Am 17. Oktober 2014 erschien die Single Senza scappare mai più, die auf dem angekündigten Kompilationsalbum TZN – The Best of Tiziano Ferro enthalten sein soll, zusammen mit weiteren „unveröffentlichten Liedern, den größten Erfolgen, Raritäten und Duetten“. Das Album erschien am 25. November des Jahres in vier verschiedenen Editionen.

    Wissenswertes

    Tiziano Ferro nahm an der Fernsehsendung Sarabanda teil, präsentiert von Enrico Papi, als er noch nicht berühmt war und vor allem durch sein Übergewicht auffiel. Damals drückte er bereits den Wunsch aus, ein Sänger zu werden, doch Papi führte ihn, um ihm seine vermeintliche Überheblichkeit auszuräumen, während einer Folge der Show teilweise ins Lächerliche, fast um damit zu sagen, „aus dir wird gar nichts werden“.

    Tiziano spricht fließend Italienisch, Englisch und Spanisch. Er lebt im Wechsel in London und Latina.

    Autobiographie

    Im Oktober 2010 veröffentlicht Tiziano Ferro das Buch Trent’anni e una chiacchierata con papà („Dreißig Jahre und ein Gespräch mit meinem Vater“), dem ein Interview auf Vanity Fair und La Repubblica vorausging, in dem er sich als homosexuell outet. Das Buch entstand aus den Tagebuchaufzeichnungen des Sängers von 1995-2010.

    Diskografie

    Nach dem Schrägstrich sind jeweils die Titel der spanischen Titel angegeben, sofern abweichend.

    Singles

    • Le cose che non dici / Las cosas que no dices (2002)
    • Non me lo so spiegare / No me lo puedo explicar (2004)
    • En el baño al aeropuerto (2004)
    • Ti voglio bene / Desde mañana no lo se (2004)
    • Mi credo (mit Pepe Aguilar; 2006)
    • Breathe Gentle (mit Kelly Rowland; 2009)
    • Liebe ist einfach / L’amore è una cosa semplice (mit Cassandra Steen; 2012)
    • Encanto (mit Pablo López; 2015)

    Songwriter

    Quellen

    1. Charterfolg von Nessuno è solo. Abgerufen am 8. Juni 2010.
    2. Albumwertung 2006. Abgerufen am 8. Juni 2010.
    3. Die Erscheinung von Alla Mia Età auf Emimusic.de
    4. Die meistverkauften Alben Italiens 2009 auf mediaset.it
    5. Ankündigung auf der offiziellen Seite [1]
    6. Ankündigung der Tour auf der offiziellen Seite [2]
    7. Veröffentlichungen im deutschsprachigen Raum
    8. Tiziano Ferro: il 25 novembre arriva “The Best of Tiziano Ferro”. Inediti, tutti i più grandi successi, rarità e duetti. Universal Music Italia, 17. Oktober 2014, abgerufen am 17. Oktober 2014 (italienisch).
    9. Tiziano Ferro ora in tutti i negozi. Universal Music Italia, 25. November 2014, abgerufen am 4. Dezember 2014 (italienisch).
    10. Interview auf Vanity Fair
    11. Interview auf La Repubblica
    12. Chartquellen (Alben):
    13. Chartquellen (Alben):
    14.  Guido Racca & Chartitalia: Top 100 FIMI Singoli. Lulu, 2013, S. 132.
    15.  Guido Racca & Chartitalia: Top 100 FIMI Singoli. Lulu, 2013, S. 66.
    16.  Guido Racca & Chartitalia: Top 100 FIMI Singoli. Lulu, 2013, S. 71.
    17. Chartquellen (Singles): [3] [4] [5] [6] [7]

    Weblinks

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