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Samael

  • Samael ist eine schweizerische Metal- und Crossover-Band aus Sion, die 1987 gegründet wurde.

    Geschichte

    1987 wurde Samael von Vorphalack und Pat Charvet in Sion gegründet. Die Band absolvierte ihren ersten Auftritt als Duo und spielte auch das erste Demo Into the Infernal Storm of Evil zu zweit ein. Erst später vervollständigte der Bassist Masmiseim, der vorher bei Alastis gespielt hatte, die Band. Auf dem Debütalbum Worship Him, das Xytraguptors und Vorphalacks 1987 verstorbenem Vater gewidmet wurde und als erstes Album des französischen Labels Osmose Productions veröffentlicht wurde, wurde der Bass allerdings noch von Vorphalack eingespielt.

    Nach der Veröffentlichung von Worship Him wechselte Samael zu Century Media, wo das zweite Album Blood Ritual veröffentlicht wurde. Zum dritten Album Ceremony of Opposites kam mit Rodolphe H. ein fester Keyboarder in die Band. Während Xytraguptor die Musik schrieb, war Vorphalack alleine für die Texte verantwortlich. 1997 wurde Xytraguptors klassische und instrumentale Einspielung von Passage unter dem Namen Xytras von Century Media veröffentlicht.

    1999 erschien nach einer Tournee mit Grip Inc.

    Nach der Veröffentlichung kam es zum Bruch zwischen der Band und ihrer Plattenfirma. Die Meinungsverschiedenheiten ergaben sich vor allem aus der strittigen Frage, wie viele Platten Samael noch an ihren Vertragspartner Century Media abzuliefern hatten; Nach mehreren Jahren wurden die Differenzen beigelegt und Samael brachten ein neues Album mit dem Titel Reign of Light heraus, das sie auf ihrem eigenen Label Galactical Recordings produzierten und an das schwedische Label Regain Records lizenzierten. Auf dem Album arbeitete die Band mit Sami Yli-Sirniö (Kreator) und Sandra Schleret zusammen, abgemischt wurde das Album von Stefan Glaumann (Rammstein, Clawfinger). Century Media wiederum veröffentlichte das rein elektronische Doppelalbum Era One/Lesson in Magic #1, das ursprünglich nicht für eine Veröffentlichung unter dem Namen Samael vorgesehen war.

    2007 unterschrieb Samael einen Vertrag bei dem deutschen Label Nuclear Blast, unter dem am 1. Juni 2007 das Album Solar Soul erschien. Am 6. März 2009 erschien das achte Album Above, am 29. April 2011 Lux Mundi.

    Im Februar 2015 gab die Band den Ausstieg des langjährigen Bassisten Mas bekannt. Nach offiziellen Angaben geschah dies einvernehmlich, damit sich Mas seiner Selbständigkeit als Beleuchter vollständig widmen kann. Bereits während seiner Zeit bei Samael war er parallel für die Lichtshows zahlreicher anderer Bands, wie Carcass, Arch Enemy, Amon Amarth, Dimmu Borgir oder In Flames auf mehreren Konzerten verantwortlich. An Mas’ Stelle trat Gründungsmitglied und Gitarrist Thomas „Drop“ Betrisey, der derzeit pausierenden Band Sybreed.

    Stil und Texte

    Anfangs spielte Samael reinen Black Metal, der allerdings wenig Gemeinsamkeiten mit der meist sehr schnellen Spielweise der skandinavischen Bands aufweist, sondern über weite Strecken eher schleppend gespielt wird. In Bezug auf die satanistischen Texte äußerte er:

    Anfangs begrüßte Vorph das Publikum immer mit «Hail Satan!», dies «hatte aber keine besondere Bedeutung. Man benutzte so etwas, um seine generelle Anti-Haltung deutlich zu machen.»

    Auf der 1998 erschienenen EP Exodus experimentierte Samael erneut mit elektronischer Musik: Die Titel Son of Earth und From Malkuth to Kether weisen Techno- und Breakbeats auf, wobei letztere aufgrund des Einsatzes breakbeat-untypischer Perkussion nur hintergründig in Erscheinung treten. Die Metal-Elemente blieben jedoch erhalten, während die Band «einer permanenten künstlerischen Metamorphose unterworfen» war; Vorph meinte in einem späteren Interview:

    Auf dem Album Eternal von 1999 bietet die Band ein Konglomerat aus Crossover und Electronica-/Downbeat-Elementen; bei Ways fanden wiederholt Breakbeats Verwendung, bei dem Stück I Techno-Rhythmen. Darüber hinaus sind Symphonic-Metal- und Industrial-Metal-Anleihen durchgängig auf dem Album vertreten. Gesang und Musik zeigen insbesondere bei Titeln wie Nautilus & Zeppelin Parallelen zu Laibach. Being verwendet hingegen Elemente des Vaudeville Blues.

    Reign of Light (2004) ist mit Electronica und Alternative Metal durchsetzt, zunehmend traten Elemente der Neuen Deutschen Härte hervor. Auf musikalischer Ebene ist Reign of Light eine Intensivierung des Vorgängers Eternal. Wie schon auf dem 1996er Album Passage wurden auf Reign of Light Tribal- und World-Music-Elemente verarbeitet. Die bei Moongate und Heliopolis verwendeten Raga-Elemente verleihen diesen einen leicht orientalischen, psychedelischen Anstrich, Heliopolis basiert auf der orientalischen Tonleiter (siehe phrygischer Modus). Die hierfür verwendete Sitar wurde von Sami Yli-Sirniö (Kreator) eingespielt. Den weiblichen Gesang auf Moongate steuerte Sandra Schleret bei. Abgemischt wurde das Album von Stefan Glaumann (Rammstein, Clawfinger).

    Das Doppelalbum Era One/Lesson in Magic #1 enthält rein elektronisch arrangierte, deutlich an Ambient und Electronica angelehnte Musik; Gitarren erscheinen nur noch sporadisch und in stark verfremdeter Form, wie etwa bei Home, das zudem durch Tabla-Perkussion begleitet wird. Der laibach-artige Gesang wurde bei Titeln wie Night Ride, Diamond Drops, Above as Below und Koh-I-Noor weitgehend beibehalten. Voyage greift hingegen auf Synth-Rock-Elemente zurück. Das einzige, auf Rhythmusgitarren basierende Lied des Albums ist Universal Soul. Der Nachfolger Solar Soul lässt sich musikalisch zwischen Passage und Eternal eingliedern und bietet – bis auf den verstärkten Einsatz weiblichen Gesangs bei Suspended Time – keine grundlegenden Neuerungen.

    Auf dem 2009 veröffentlichten, achten Album Above orientierte die Band sich wieder am Black Metal, doch anders als in den Anfangsjahren sind die Lieder vergleichsweise schnell und produktionstechnisch ausgefeilter. Überraschend ist auch das deutlich punk-lastige Stück Virtual War, das sich zwischen Discharge und Impaled Nazarene bewegt. Einige dieser Rhythmen waren bei früheren Aufnahmen der Band zu hören, und Mas schlug vor, diese wieder in den Klang von Samael zu integrieren.

    Das Album Lux Mundi von 2011 wiederum knüpft musikalisch eher an Reign of Light und Solar Soul an.

    Diskografie

    Studioalben

    • 1991: Worship Him, wiederveröffentlicht 2005 mit Bonustiteln
    • 1992: Blood Ritual
    • 1994: Ceremony of Opposites, wiederveröffentlicht 2005 inklusive Rebellion-EP
    • 1996: Passage, wiederveröffentlicht 2007 inklusive Exodus-EP
    • 1999: Eternal, wiederveröffentlicht 2007 mit Bonustiteln
    • 2004: Reign of Light, wiederveröffentlicht 2007 mit Bonus-DVD
    • 2006: Era One & Lesson in Magic #1 (Doppel-CD)
    • 2007: Solar Soul
    • 2009: Above
    • 2011: Lux Mundi

    Singles und EPs

    • 1988: Medieval Prophecy (7"-Single)
    • 1993: After the Sepulture (7"-Single)
    • 1995: Rebellion
    • 1998: Exodus
    • 2004: Telepath
    • 2005: On Earth
    • 2007: Valkyries’ New Ride (Promo-MCD und MP3-Single über die Seite von Nuclear Blast)
    • 2009: Illumination
    • 2010: Antigod

    Demos

    • 1987: Into the Infernal Storm of Evil
    • 1988: Macabre Operetta
    • 1989: From Dark to Black

    Live-Alben

    • 2003: Black Trip (Doppel-DVD)

    Kompilationen

    • 1994: 1987–1994 (Doppel-CD: Worship Him und Blood Ritual)
    • 2003: Since the Creation … (Vinyl-Box-Set der bisherigen Alben)
    • 2007: Aeonics – An Anthology (Best of-CD)
    • 2008: Medieval Prophecy
    • 2010: A Decade in Hell (Box-Set)

    Weblinks

    Einzelnachweise

    1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r Burghardt: Samael Eternal Black Trip. 12. Juni 2003, abgerufen am 22. Februar 2010.
    2. a b Anja Lochner: Interview mit Samael. In: Orkus, Ausgabe 7-8/99, Juli/August 1999, S. 37.
    3. vampster.com: Interview mit Vorph
    4. http://www.blabbermouth.net/news/samael-parts-ways-with-bassist-announces-replacement/
    5. Małgorzata Gołębiewska: SAMAEL - Worship Him. Abgerufen am 1. Juni 2010 (polnisch).
    6. Interview mit Euronymous (Mayhem) in Bård «Faust» Eithuns Orcustus
    7. Fafnir: SAMAEL (VORPH) Interview vom 12.10.2004. Terrorverlag, 12. Oktober 2004, abgerufen am 11. März 2011.
    8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMark Fisher: Samael. März 2009, abgerufen am 23. November 2009 (englisch).
    9. Andres Castro: Samael - Above. Abgerufen am 23. November 2009 (englisch).
    10. a b c d musicline.de: Samael in den deutschen Albumcharts
    11. a b c d e hitparade.ch: Samael in der Schweizer Hitparade

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