Exodus

  • Exodus ist eine US-amerikanische Thrash-Metal-Band aus der Bay Area in Kalifornien. Die Band wurde im Jahre 1981 gegründet und steht bei Nuclear Blast unter Vertrag. Die Diskografie der Band umfasst zehn Studioalben. Inoffiziell gelten Exodus als die Erfinder dieser Stilrichtung und inspirierten Bands wie Death Angel, Testament und Vio-lence.

    Geschichte

    Frühe Jahre (1981–1986)

    Exodus wurde 1981 vom Schlagzeuger Tom Hunting und dem Gitarristen Kirk Hammett gegründet. Der „Kopf“ der Band Gary Holt arbeitete zuerst als Roadie bei Exodus und wurde erst etwas später Gitarrist der Band. Kurze Zeit später stießen der Sänger Paul Baloff und der Bassist Jeff Andrews zur Band. Anfangs spielte die Band noch melodischen Hard Rock. Exodus erspielte sich zu dieser Zeit eine große, fanatische Fangemeinde. Zeitgleich veröffentlichte die Band mehrere weitere Demos.

    Bereits Anfang 1984 war das erste Album komplett aufgenommen und reif für eine Veröffentlichung. Dennoch lag das Album fast ein Jahr auf Eis.

    Die Ära Souza (1987–1992)

    Die Aufnahmen zum zweiten Album verzögerten sich. Der Produzent Mark Whitaker wurde gefeuert und einige Lieder mussten noch einmal neu aufgenommen werden. Pleasures of the Flesh erschien schließlich Ende 1987. Anfang 1988 folgte eine Tournee mit Anthrax und M.O.D.. Im April des gleichen Jahres übernahm das Major Label Capitol Records den Vertrag. Aus rechtlichen Gründen musste das dritte Studioalbum Fabulous Disaster aus dem Jahre 1989 noch bei Combat veröffentlicht werden. Das Album enthält mit „The Toxic Waltz“ eines der bekanntesten Lieder der Band.

    Im gleichen Jahr gründete Ex-Sänger Paul Baloff die Band Piranha (benannt nach einem Lied vom Debütalbum Bonded by Blood). Das Demo wurde vom Metallica-Sänger James Hetfield produziert. Hetfield wollte auch das erste Album von Piranha produzieren, wozu es aufgrund der vielen Besetzungswechsel nie kam. Piranha löste sich schließlich auf.

    Nach der Tournee zum Album Fabulous Disaster verließ der Schlagzeuger Tom Hunting wegen eines Herzfehlers die Band. Sein Nachfolger wurde John Tempesta. Zusammen nahm die Band das vierte Album Impact Is Imminent auf, welches Anfang 1990 erschien. Ein Jahr später verließ McKillop die Band und wurde durch Mike Butler ersetzt. Im selben Jahr erschien das Best-of-Album A Lesson in Violence sowie das Live-Album Good Friendly Violent Fun. Eine für 1992 geplante Europatournee wurde abgesagt.

    Im November 1992 erschien das fünfte Album Force of Habit. Musikalisch nahm die Band den Fuß vom Gaspedal und setzte mehr auf groovige Lieder. John Tempesta wechselte kurze Zeit später erst zu Testament und landet schließlich bei White Zombie. Die Band löste sich daraufhin auf. Holt gründete zusammen mit Jack Gibson, Tom Hunting und dem Sänger John Miller die Band Wardance, die sich nach nur einem Demo wieder auflöste.

    Reunion, Pause, Comeback (1996–2004)

    1996 kam es zu einer kurzzeitigen Reunion mit Altsänger Paul Baloff. Bis auf den Bassisten Jack Gibson bestand die Band nun aus der Originalbesetzung des Bonded By Blood-Albums. Exodus spielte eine Tournee in Nordamerika und Europa, u.a. mit einem Auftritt beim Dynamo Open Air. Im Jahr darauf erschien mit Another Lesson in Violence ein weiteres Livealbum via Century Media. Da das Album schlecht beworben und ein auf Video aufgenommenes Konzert nicht veröffentlicht wurde, beendete die Band ihre Zusammenarbeit mit Century Media. Da die Bandmitglieder mit massiven Drogenproblemen zu kämpfen hatten, beschlossen die Musiker, die Band ruhen zu lassen.

    Es folgte eine weitere Pause bis zum September 2001, als Exodus beim „Thrash of the Titans“-Benefizfestival zu Gunsten des an Krebs erkrankten Testament-Sängers Chuck Billy teilnahm. Nach dem Festival begann die Band, neue Lieder zu schreiben und spielte einzelne Konzerte in und um San Francisco. Die Bemühungen wurden jäh unterbrochen, als Paul Baloff am 2. Februar 2002 in einem Krankenhaus in Oakland an den Folgen eines Hirnschlags starb. Seine Mutter war im gleichen Alter dem gleichen Verhängnis erlegen. Baloff wurde eine Zeit lang künstlich am Leben gehalten. Da Baloff zu diesem Zeitpunkt keine Angehörigen hatte, musste die Band entscheiden, ob die lebenserhaltenden Maschinen abgeschaltet werden sollten oder nicht.

    Anstatt aufzugeben holte Exodus Souza zurück in die Band und spielte einige „Tribute to Baloff“-Konzerte und spielte erstmals auf dem Wacken Open Air. Schnell tauchten Gerüchte über ein neues Album auf. Zusammen mit dem britischen Produzenten Andy Sneap nahmen Exodus das Comeback-Album Tempo of the Damned auf, welches am 2. Februar 2004 bei Nuclear Blast veröffentlicht wurde. Das Album, auf dem u. a. ein Cover des AC/DC-Klassikers „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ zu finden ist, schlug wie eine Bombe ein und katapultierte die Band wieder an die Spitze der Thrash-Metal-Bewegung. Exodus spielte Headliner-Tourneen in Europa, während man in Nordamerika auch für eine weitaus jüngere Band wie Sum 41 eröffnete. Das anlässlich der Albumveröffentlichung gespielte Konzert in San Francisco wurde ein Jahr später unter dem Namen Live at the D.N.A. auf DVD veröffentlicht.

    Die Ära Dukes (2005 bis 2014)

    Im Jahre 2005 kam es erneut zu einem Umbruch. Kurz vor der Abreise zu Konzerten in Mexiko ließ Souza seine Kollegen im Stich. Daraufhin wurde Souza vor die Tür gesetzt. Kurzfristig sprang der Exhumed-Sänger Matt Harvey für die restlichen Konzerte ein, der zuvor mit Hunting und Holt bei Wardance gespielt hat. Tom Hunting verließ aus gesundheitlichen Gründen, Rick Hunolt aus familiären Gründen sowie wegen Drogenproblemen die Band. Als Ersatz wurden Lee Altus (Heathen, ex-Die Krupps) und Paul Bostaph (früher bei Slayer, Testament und Forbidden) verpflichtet. Neuer Sänger wurde der bis dahin unbekannte Rob Dukes, der bis dahin als Gitarrentechniker für die Band arbeitete.

    Zusammen spielte man das Album Shovel Headed Kill Machine ein, welches im Herbst 2005 veröffentlicht wurde. Mitte 2007 kehrte Hunting wieder in die Band zurück. Paul Bostaph schloss sich der Band Testament an. Während der Studiozeit entstanden viele neue Lieder, so dass die Band sich entschloss, innerhalb von wenigen Monaten zwei neue Alben zu veröffentlichen. Am 26. Oktober 2007 erschien das achte Album The Atrocity Exhibition – Exhibit A, die Veröffentlichung des zweiten Teils Exhibit B: The Human Condition folgte allerdings erst im Mai 2010. Im Sommer 2008 traten Exodus auf dem Summer Breeze in Dinkelsbühl auf.

    Außerdem wurde im Oktober 2008 mit Let There Be Blood eine Neuaufnahme des Debütalbums Bonded by Blood veröffentlicht. Von Februar 2011 an half Gary Holt zusätzlich bei der Band Slayer aus, nachdem deren Gitarrist Jeff Hanneman infolge eines Spinnenbisses nicht Gitarre spielen konnte. Für die Exodus-Konzerte im Sommer 2012 half der 2005 ausgestiegene Rick Hunolt aus.

    Souzas Rückkehr (seit 2014)

    Im Juni 2014 gab die Band die Trennung vom Sänger Rob Dukes bekannt. Als Ersatz kehrte Steve „Zetro“ Souza zu Exodus zurück. Bei dem Lied Salt the Wound steuerte der Metallica-Gitarrist Kirk Hammett ein Gitarrensolo bei.

    Diskografie

    Diese Aufzählung enthält nur die Studioalben. Für eine ausführliche Diskografie siehe: Exodus/Diskografie

    Quellen

    1. a b c d  Holger Stratmann (Hrsg.): Rock Hard-Enzyklopädie. Rock Hard GmbH, Dortmund 1998, ISBN 3-9805171-0-1, S. 112-113.
    2. a b c d e f g h laut.de: Biographie
    3. SLAYER With EXODUS Guitarist GARY HOLT: First Video Footage From SOUNDWAVE Kick-Off Show. Blabbermouth.net, abgerufen am 23. Oktober 2014 (englisch).
    4. EXODUS Parts Ways With Singer ROB DUKES, Welcomes Back STEVE 'ZETRO' SOUZA. Blabbermouth.net, abgerufen am 23. Oktober 2014 (englisch).
    5. Thomas Kupfer: Hinter Gittern. In: Rock Hard, Oktober 2014, Seite 14

    Weblinks

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