Chris Rea

  • Chris Rea (eigentlich Christopher Anton Rea; * 4. März 1951 in Middlesbrough, England) ist ein britischer Sänger, Musiker, Komponist und Gitarrist italienisch-irischer Abstammung.

    Karriere

    Die frühen Jahre

    In den 1970er Jahren spielte Rea, der zwei Brüder (Nick und Mike) und vier Schwestern (Catherine, Geraldine, Paula und Camille) hat, in der Band Magdalene als Gitarrist und Sänger. 1975 gewann die Band unter dem Namen The Beautiful Losers einen Talentwettbewerb, ein Plattenvertrag blieb allerdings aus. Rea nahm 1978 ein Soloalbum mit dem Titel Whatever Happened to Benny Santini? auf, kam mit der Auskopplung Fool (If You Think It’s Over) sofort in die US Top 20 und wurde dafür ebenso für den Grammy nominiert. Mit den Nachfolgealben konnte Rea allerdings an diesen Anfangserfolg nicht anknüpfen.

    1983 bis 1992

    Mit Titeln seines Albums Water Sign konnte Rea 1983 erstmals Hiterfolge verbuchen, die sich 1984 und 1985 mit „Wired to the Moon“ und „Shamrock Diaries“ fortsetzten. Seine großen Hits „Josephine“, „I Can Hear Your Heartbeat“ und „Ace of Hearts“ fielen in diese Zeit. Mit den Alben On the Beach (1986) (das Musikvideo zum gleichnamigen Song wurde auf Formentera gedreht), Dancing with Strangers (1987) sowie The Road to Hell (1989) (der Titelsong war seine erfolgreichste Single-Veröffentlichung) wurde Rea zum Millionseller. Mit Auberge (1991) und God’s Great Banana Skin (1992) machte er auch in den USA wieder auf sich aufmerksam.

    1993 bis 2000

    Weitere Alben folgten, und Rea wurde zu einem der erfolgreichsten britischen Musiker. Vor allem in Großbritannien und Deutschland wurde Rea auch als Kino- und Fernsehfilmkomponist ein Begriff (u. a. „Basic Instinct“, „Soft Top, Hard Shoulder“, „Schimanski: Blutsbrüder“, „Madhouse“, „Alles Paletti“, „Der Schattenmann“). 1996 drehte Rea einen eigenen Film, La Passione (der entfernt die eigene Familiengeschichte wiedergibt), eine Dokumentation über den tödlich verunglückten deutschen Rennfahrer Wolfgang Graf Berghe von Trips, und veröffentlichte dazu auch die Filmmusik. Mehrmals, z. B. 1999, versuchte Rea an die Erfolge der 1980er Jahre anzuschließen, aber mit schwindendem Erfolg.

    2001 bis 2006

    Kurz nachdem ihm mit dem Album King of the Beach im Jahre 2000 ein beachtliches Comeback gelang, wurde bei Chris Rea Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt. Infolgedessen mussten bei ihm in einer risikoreichen Operation wesentliche Teile des Magens entfernt werden. Die Operationen ließ Rea in Deutschland durchführen. Während seines Krankenhausaufenthaltes beeindruckte ihn besonders die Geschichte und der Lebensmut einer jugendlichen Krebs-Patientin. Sie sagte zu ihm auch die Worte: „Wir tanzen jetzt beide auf einer steinigen Straße“, die ihn direkt zu seinem nächsten Projekt „Stony Road“ führten. Die Auseinandersetzung mit seinem möglicherweise bevorstehenden Tod brachten Rea dabei die Erkenntnis, dass er in seiner gesamten Karriere niemals jene Musik auf Platte gebracht hat, die er wirklich liebte, nämlich reinen Blues. Während er zu Hause langsam wieder zur Gesundheit fand, drückte er sich mit dem Malen von Bildern aus. Nach seiner Genesung arbeitete er musikalisch seine Krankheit auf. Die daraus resultierenden Songs haben mit seinen alten Titeln kaum noch etwas gemeinsam.

    Da sein bisheriges Label aber auf Reas altem Stil bestand, gründete er 2002 sein eigenes Label Jazzee Blue, um seine Vorstellungen zu verwirklichen. Dort veröffentlichte er bis 2004 vier CDs: Stony Road, The Blue Jukebox, Blue Street und Hofner Blue Notes. Anschließend widmete er sich dem großen Projekt Blue Guitars. Im Oktober 2005 veröffentlichte er mit Blue Guitars seine (vorerst) letzten Platten als Solokünstler: ein elf Alben starkes Werk (ein sog. EarBook-Tonträger) mit den unterschiedlichen Genres der Blues-Musik, zusammen mit einem Bildband, der seine Werke aus seiner Genesungszeit beinhaltet, und einer DVD. In nur 18 Monaten hatte Rea hierfür über 130 neue Songs komponiert und aufgenommen sowie über 50 Bilder gemalt.

    2006 absolvierte Rea seine Abschiedstournee und lebt seitdem mit seiner Frau und den beiden Töchtern in Cookham/Buckinghamshire.

    „Abschiedstournee 2006“

    Mit seiner Europatournee 2006 wollte sich Rea nach beinahe 30 erfolgreichen Jahren, die ihm weltweit Schallplattenverkäufe von nahezu 30 Millionen Alben und Singles gebracht hatten, verabschieden. „Auf Tour zu gehen ist weiterhin der beste Job der Welt … wenn ich dafür einen anderen Körper hätte. Wie es mit mir gesundheitlich weitergehen wird, ist schwer zu prognostizieren. Es kann sich da auch einiges verschlechtern. Deshalb ist dies jetzt meine letzte Tournee. Ich muss und werde für mich eine andere Weise des Arbeitens finden …“, so Rea auf seiner Website.

    Nachdem der letzte Vorhang der Abschiedstour am 28. April 2006 im Olympia-Theatre in Dublin gefallen war, erklärte Rea, dass er zukünftig keine Musik mehr unter seinem Namen veröffentlichen werde und nur noch Teil des Trios The Fire Flies sein werde. Zur Präsentation eines Live-Mitschnitts der Abschiedstour, der auf DVD erschienen ist, spielte er im Herbst 2006 ein Konzert in London, welches als „Allerletztes Live-Konzert“ angekündigt war.

    Allerdings holte die Lust, auf der Bühne zu stehen und live zu spielen, Chris Rea im Jahr 2010 zurück auf eine Tournee (siehe unten).

    „The Delmonts“ und „The Hofner Bluenotes“ und Autobiografie

    Knapp zwei Jahre nach seinem Bühnenabschied meldete sich Rea im Winter 2007 überraschend wieder zurück. Der Grund war ein stabilerer Gesundheitszustand und der unerwartet große kommerzielle Erfolg von Blue Guitars. Mit mehr als 150.000 verkauften EarBooks (= bei jeweils elf CDs und eine DVD mehr als 1,8 Mio. Tonträger) brachte ihm das Projekt ein finanzielles Plus von mehreren Millionen Euro. Die Idee mit „The Fire Flies“ hatte Rea schon im Sommer 2007 verworfen, dafür ein neues Konzept entwickelt und sich folgende Legende ausgedacht: In den 60er Jahren hätte es (so Rea) in Großbritannien ein Quintett namens The Delmonts gegeben, das ähnlich wie die legendären Spotnicks mit Gitarren-Instrumentals erfolgreich war. Dieses Quintett hätte sich später in The Hofner Bluenotes umbenannt und danach auch Vokaltitel gespielt. Eines sei aber geblieben: beide Bands hätten damals den Sound der Hofner/Höfner-Gitarren in die Welt getragen. Im Frühjahr 2008 (so Rea weiter in seiner fiktiven Geschichte) kehren die inzwischen gealterten Musiker der Hofner Bluenotes wieder zu gemeinsamen Auftritten auf die Bühnen Europas zurück.

    Sozusagen als Beleg präsentiert Rea hierbei seine neu formierte Live-Band The Hofner Bluenotes mit den langjährigen Weggefährten Robert Ahwai an der Gitarre und Martin Ditcham an den Drums sowie den neuen Musikern Neil Drinkwater (früher u. a. bei Van Morrison und Phil Collins) am Keyboard und Ex-Whitesnake Bassist Colin Hodgkinson am Bass. Sozusagen als Vorgruppe im eigenen Konzert treten die Fünf 30 Minuten lang als The Delmonts auf, wobei Ahwai fast alle Solo-Gitarrenparts spielt und Rea lediglich Rhythmusgitarrist ist.

    Zur Tour präsentierte Chris Rea zudem unter dem Titel The Return Of The Fabulous Hofner Bluenotes ein weiteres aufwändiges Earbook, bestehend aus zwei Vinyl-LPs und einer CD der Delmonts sowie zwei weiteren CDs der Hofner Bluenotes. Rea verwies bei der Vorstellung der Tonträger darauf, dass er Songs mit einem bluesigen Hauch der Sechziger machen wollte, die auch eine kleine Hommage an sein Idol B. B. King darstellten. „Es ist die Musik, die ich schon immer spielen wollte, richtige Gitarrenmusik“, erklärt Rea. Während die Delmonts in den Konzerten „ihre“ Musik spielen, präsentieren die Hofner Bluenotes live Songs aus dem Blue Guitar-Album sowie viele Chris-Rea-Klassiker in neuen Versionen. Rea kündigte im Tourbegleitheft an, wem der Auftritt der Vorgruppe The Delmonts zu kurz ausgefallen sei, der könne vielleicht später eine längere Tour erwarten.

    Am 5. Oktober 2009 kam sein Best-Of-Album „Still So Far To Go - The Best Of Chris Rea“ auf den Markt.

    Im Januar 2010 ging Rea nach seiner Abschiedstournee 2006 erneut auf Tour und begann seine Europatournee in Deutschland.

    2012 führte ihn eine weitere Tournee von Anfang Februar bis Anfang März durch 14 deutsche Städte (Santo Spirito Tour 2012).

    Musikalische Besonderheiten

    Reas Markenzeichen ist der Slidestil auf seiner Fender Stratocaster (Spitzname Pinky), aber auch anderen Gitarren. Die Einleitung zu Chris Reas Titel Nothing to Fear gilt als Meilenstein der modernen Slideguitar-Technik.

    Privatleben

    Er ist verheiratet und hat mit seiner Frau Joan zwei Töchter (Josephine, * 1983 und Julia Christina, * 1989). Seiner Frau sowie den beiden Töchtern hat er eigene Musiktitel geschrieben, die allesamt Hits wurden (Stainsby Girls, Josephine und Julia).

    Diskografie

    Singles

    • 1974: So Much Love
    • 07.1978: Fool (If You Think It’s Over) (USA # 12, UK # 30)
    • 10.1978: Whatever Happened to Benny Santini? (USA # 71)
    • 03.1979: Diamonds (UK # 44, USA # 44)
    • 07.1979: Raincoat and a Rose
    • 02.1980: Tennis
    • 05.1980: Dancing Girls
    • 03.1982: Loving You (UK # 65, USA # 88)
    • 07.1982: Every Beat of My Heart
    • 03.1983: Let It Loose (UK # 85)
    • 06.1983: Hey You
    • 08.1983: I Can Hear Your Heartbeat (UK # 60)
    • 11.1983: Love’s Strange Ways
    • 02.1984: I Don’t Know What It Is but I Love It (UK # 65)
    • 05.1984: Bombollini
    • 07.1984: Touche D’Amour (D # 46, UK # 86)
    • 09.1984: Ace of Hearts (UK # 79)
    • 03.1985: Stainsby Girls (UK # 26)
    • 06.1985: Josephine (D # 31, UK # 67)
    • 08.1985: All Summer Long
    • 02.1986: It’s All Gone (UK # 69)
    • 05.1986: On the Beach (UK # 57)
    • 10.1986: Hello Friend (UK # 79)
    • 05.1987: Let’s Dance (UK # 12, USA # 81)
    • 08.1987: Loving You Again (UK # 47)
    • 11.1987: Joys of Christmas (UK # 67)
    • 01.1988: Que Sera (UK # 73)
    • 08.1988: On the Beach (Summer ’88) (UK # 12)
    • 10.1988: I Can Hear Your Heartbeat ’88 (UK # 74)
    • 11.1988: Driving Home For Christmas (D # 31, UK # 53)
    • 02.1989: Working On It (UK # 53, USA # 73)
    • 10.1989: The Road to Hell, Pt. II (UK # 10, D # 35)
    • 12.1989: That’s What They Always Say (UK # 83)
    • 02.1990: Tell Me There’s a Heaven (UK # 24)
    • 04.1990: Texas (UK # 69)
    • 02.1991: Auberge (UK # 16, D # 20)
    • 04.1991: Heaven (UK # 57, D # 94)
    • 06.1991: Looking for the Summer (UK # 49, D # 51)
    • 10.1991: Winter Song (UK # 27)
    • 10.1992: Nothing to Fear (UK # 16)
    • 11.1992: God’s Great Banana Skin (UK # 31, D # 59)
    • 01.1993: Soft Top Hard Shoulder (UK # 53)
    • 10.1993: Julia (UK # 18, D # 40)
    • 01.1994: Espresso Logic
    • 04.1994: Johnny Needs a Fast Car
    • 11.1994: You Can Go Your Own Way (UK # 28)
    • 11.1996: Disco La Passione (mit Shirley Bassey; UK # 41)
    • 01.1997: Girl in a Sports Car (D # 91)
    • 04.1997: Only to Fly
    • 11.1997: The Blue Café (D # 53)
    • 02.1998: Square Peg, Round Hole (UK # 82)
    • 03.1998: Sweet Summer Day (D # 84)
    • 06.1998: Thinking of you (D # 71)
    • 10.1999: New Times Square
    • 10.2000: All Summer Long
    • 01.2001: Who Do You Love?
    • 10.2009: Come So Far, Yet Still So Far to Go

    Auszeichnungen

    RSH-Gold

    • 1994: in der Kategorie „Kraftrille des Jahres“[5]

    Weblinks

    Belege

    1. http://en.wikipedia.org/wiki/Chris_Rea_discography
    2. http://www.chartstats.com/search.php?q=Chris+Rea
    3. http://en.wikipedia.org/wiki/Chris_Rea_discography
    4. Datenbank der deutschen Musikindustrie [1]
    5. RSH-Gold Verleihung 1994

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