Julio Iglesias

  • Julio Iglesias de la Cueva verkauften Tonträgern und 2600 Platin- und Goldschallplattenauszeichnungen als einer der erfolgreichsten Einzelinterpreten. Er singt in 14 Sprachen, darunter Spanisch, Italienisch, Deutsch, Französisch, Englisch und Portugiesisch.

    Herkunft und Familie

    Iglesias wurde als erster Sohn des bekannten Gynäkologen Julio Iglesias Puga (1915–2005) und María del Rosario de la Cueva y Perinan in Madrid geboren. Julio Iglesias hat einen Bruder, Carlos (* 1947). Sein Vater stammte aus der galicischen Stadt Ourense, mütterlicherseits kommen seine Vorfahren aus Puerto Rico, Kuba und Andalusien. Iglesias’ Halbgeschwister Jaime (* 2004) und Ruth (* 2006) stammen aus der zweiten Ehe des Vaters mit Ronna Keitt.

    Von 1971 bis 1979 war er mit der philippinischen Diplomatentochter Isabel Preysler (* 1951) verheiratet. Aus dieser Ehe stammen die Kinder Chábeli Iglesias (* 1971), Julio José Iglesias (* 1973) und Enrique Iglesias (* 1975). Die beiden Söhne sind selbst erfolgreiche Musiker. Die Tochter arbeitet als Nachrichtenjournalistin in Washington, D.C.

    Seit 1992 lebt er mit dem holländischen Ex-Model Miranda Johanna Maria Rijnsburger (* 5. Oktober 1965) zusammen, die beiden sind seit dem 24. August 2010 verheiratet.

    Für Schlagzeilen in der Regenbogenpresse sorgte Iglesias durch seine unzähligen Affären. Dies brachte ihm den Ruf des unermüdlichen Frauenhelden und Herzensbrechers ein. Per Gerichtsbescheid wurde er im Oktober 1992 zur Anerkennung seiner Vaterschaft gegenüber dem Spanier Javier Sanchez Santos verpflichtet.

    Aufgrund seines großen Erfolges wurde sein Vater im Dezember 1981 von baskischen Separatisten in Spanien entführt und konnte erst nach 19 Tagen befreit werden.

    Bei einem Festakt im Dezember 2011 im Instituto Cervantes kündigte Iglesias an, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen.

    Ausbildung

    In seiner Jugend war er ein talentierter Fußballspieler und Torwart in der Juniorenmannschaft von Real Madrid. Nach einem Verkehrsunfall, der seine Fußballerkarriere beendete, studierte er zuerst Jura mit dem Ziel, später in den diplomatischen Dienst einzutreten, brach das Studium aber 1968 ab. Während seines 20-monatigen Krankenhausaufenthaltes entdeckte er seine Liebe zur Musik und erlernte das Gitarrespielen. Nach einer Unterbrechung von 33 Jahren beendete er "seinem Vater zuliebe", dann 2001 das Studium an der Madrider Complutense-Universität im Fach „Internationales Recht“ und ist in Spanien als Rechtsanwalt zugelassen.

    Wirken

    1968 von seinen Eltern zur Erholung und Aufbesserung seiner Englischkenntnisse nach Cambridge geschickt, schrieb er dort seinen ersten Song La vida sigue igual (engl. Life Goes on as Usual), mit dem er das Song Festival in Benidorm gewann und den Grundstein seiner Karriere begründete. 1970 vertrat er sein Land mit dem Titel Gwendolyne beim Grand Prix de la Chanson de l'Eurovision und wurde Vierter.

    Nach den Alben Como el Alamo al camino (1972), El amor (1975), A mis 33 años (1977) und Emotiones (1978) entschied sich Iglesias, zur Plattenfirma CBS zu wechseln und dort einen millionenschweren Vertrag zu unterschreiben, der dem Vater des Latin-Pop ab 1987 weitere 85 Mio. DM in fünf Jahren sicherte. Seit 1984 schreibt er seine Lieder nicht mehr selbst.

    Anfang der 1980er Jahre eroberte Iglesias den US-amerikanischen Markt. Im Frühjahr 1984 nahm er zusammen mit Diana Ross, Stan Getz, den Beach Boys, den Pointer Sisters sowie mit dem Country-Star Willie Nelson das Album 1100 Bel Air Place auf.

    Wiederholt plagten ihn schwere Depressionen, die ihn an der Ausübung der musikalischen Tätigkeit hinderten, waren Rekorde, Ruhm und Reichtum für den besessenen Arbeiter anscheinend nur „Abfallprodukte“,

    1993 musste sich Iglesias in Argentinien in einem Plagiatsprozess verantworten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er mit seinem 1982 aufgenommenen Hit Morrinas den Song Yolanda des Argentiniers Larry Moreno kopiert hatte, und er wurde daraufhin zu einer Schadensersatzzahlung von 300.000 Pesos (ca. 51.300 €; Stand 2. September 2012) verurteilt. Er war nicht bereit, die Strafe zu bezahlen, und so drohte seiner argentinischen Ranch Anfang 1996 die Versteigerung.

    Sein Album Divorcio wurde 2003 in nur wenigen Tagen über 350.000 Mal verkauft und beherrschte in Spanien, Portugal, Frankreich, Italien und Russland die Hitlisten. Eine zehnmonatige Welttournee mit guten Verkaufszahlen folgte. Für den asiatischen Markt nahm er das erfolgreiche Lied Crazy eigens in Mandarin, Indonesisch und Philippinisch auf und ersetzte Diana Ross, mit der er vorher das Duett All of You sang, durch einheimische Künstlerinnen.

    In den fast 40 Jahren seiner Karriere gab Iglesias mehr als 5000 Konzerte und verkaufte über 250 Mio. Tonträger in mehr Ländern als irgendein anderer Sänger. Dafür erhielt er einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.

    Bei einem Festakt im Dezember 2011 im Instituto Cervantes kündigte Iglesias an, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen.

    Lebensstationen

    • 1963: Ein schwerer Autounfall beendet die Fußballkarriere des Spielers der Jugendmannschaft von Real Madrid. Studium der Rechtswissenschaften (zunächst ohne Abschluss)
    • 1968: Gewinner des Song Festivals in Benidorm mit La Vida Sigue igual
    • 1970: Gwendolyne: größter Hit des Jahres
    • 1978: Eroberung des amerikanischen Markts
    • 1984: Album 1100 Bel Air Place unter Mitwirkung von Diana Ross, Stan Getz, den Beach Boys, den Pointer Sisters, Willie Nelson
    • 1988: erster westlicher Star im chinesischen Fernsehen mit ca. 300 Mio. Zuschauern
    • 1989: Veranstaltung von 30 Konzerten zugunsten von UNICEF
    • 1993: Plagiatsprozess in Argentinien
    • 1994: Das Album Crazy erschien. Eingespielt wurden gemeinsame Songs u. a. mit Dolly Parton, Art Garfunkel, Stevie Wonder, Nana Mouskouri und Sting.[7]
    • 1998: American Music Award in der Kategorie „Beliebtester Latino-Künstler“
    • 2001: Abschluss des Studiums der Rechtswissenschaften
    • 2003: Start zu einer Welttournee
    • 2008: Start zu einer Welttournee

    Auszeichnungen

    • „Diamond Disk Award“ des Guinness-Buch der Rekorde mit mehr als 250 Millionen verkauften Tonträgern
    • über 2600 Schallplatten in Gold und Platin
    • 1985: Stern auf dem Walk of Fame
    • 1998: American Music Award in der Kategorie beliebtester Latino-Künstler
    • 2007: „Music Legend Award“ für den populärsten Künstler aller Zeiten
    • 2007: Ritter der französischen Ehrenlegion
    • 2011: Ehrung für sein Lebenswerk bei einem Festakt im Dezember im Instituto Cervantes

    Singles

    1983–2007

    Weblinks

    Quellen

    1. a b c d e Biografie auf MOG.com. Abgerufen am 2. September 2012.
    2. a b c d e f g h i j k l Julio Iglesias im Munzinger-Archiv, abgerufen am 2. September 2012 (Artikelanfang frei abrufbar)
    3. Iglesias hat geheiratet in Schweizer Fernsehen vom 27. August 2010
    4. Albumdetails 1100 Bel Air Place auf Discogs.com. Abgerufen am 2. September 2012.
    5. Albumdetails 1100 Bel Air Place auf Allmusic.com. Abgerufen am 2. September 2012.
    6. FAZ. Magazin. 2. September 1988.
    7. Albumdetails Crazy auf Discogs.com Abgerufen am 2. September 2012.

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