Sepultura

  • Sepultura (port. ‚Grab‘) ist eine 1984 gegründete Metal-Band aus Belo Horizonte (Brasilien). Auf ihren Bandnamen stießen die Mitglieder beim Übersetzen des Motörhead-Titels Dancing on Your Grave (engl. ‚Auf deinem Grab tanzend‘).

    Geschichte

    Die Band wurde 1984 gegründet; der ursprüngliche Gitarrist Wagner Lamounier verließ die Band noch im selben Jahr und gründete daraufhin Sarcófago. 1985 wurde die Split-LP Século XX/Bestial Devastation mit der Band Overdose über Cogumelo Records veröffentlicht, damals bestand Sepultura aus Igor und Max Cavalera, Paulo Xisto Pinto Jr. und Jairo Guedez. Im folgenden Jahr wurde mit gleicher Besetzung das Album Morbid Visions veröffentlicht. Anschließend verließ Jairo Guedez die Band und wurde durch Andreas Kisser ersetzt; Guedez gründete später Eminence. Mit dem neuen Gitarristen kam auch eine Veränderung der Musik, sie wurde technisch anspruchsvoller. 1987 wurde das erste Album in der neuen Besetzung, Schizophrenia, veröffentlicht. Dieses Album wurde erstmals in Europa verkauft. Zwei Jahre danach folgte das Album Beneath the Remains. Mit dieser Scheibe gingen Sepultura auf ihre erste internationale Tour. Das vierte Album Arise erschien 1991, produziert hatte Scott Burns in den Morrisound Studios in Florida. Chaos A.D. folgte 1993. Mit diesen Veröffentlichungen konnten erstmals größere Erfolge gefeiert werden – so gewann man z. B. für das Video zu Territory den MTV Video Music Award.

    1996 veröffentlichte Sepultura das Album Roots. Im gleichen Jahr trennte sich die Band von ihrem Sänger Max Cavalera, was für großes Aufsehen bei den Fans sorgte, war Cavalera doch in der ganzen Metal-Szene als charismatischer Frontmann bekannt. Grund für die Trennung war ein Streit: Der Vertrag der Bandmanagerin Gloria Cavalera lief aus. Max, Ehemann von Gloria, wollte es nicht akzeptieren, dass seine Band-Kollegen nicht verlängern wollten und stieg schließlich aus der Band aus. Anfangs sprach man davon, dass sich Gloria zu sehr in die Belange der Band einmischte und deshalb unbeliebt war. Sänger Max Cavalera nannte dagegen später als Grund, dass die Ehefrauen seiner Band-Kollegen mit ihrer krankhaften Eifersucht auf Gloria und Max die Band zerstört hätten.

    Nachdem Überlegungen, Andreas zum Sänger von Sepultura zu machen, verworfen wurden, lud man den Amerikaner Derrick Leon Green aufgrund seines Demo-Tapes ein. Er wurde neuer Sänger der Band, da er sowohl musikalisch als auch menschlich zur Band passte. Das erste Konzert mit neuem Sänger fand im Rahmen der Wohltätigkeitsveranstaltung Barulho contra Fome (auf deutsch: ‘Lärm gegen Hunger‘) statt. 1998 wurde das erste Album mit Green veröffentlicht, Against. Nachdem sich die Band nach eigenen Aussagen mit diesem Album frei gespielt hatte, veröffentlichte sie 2001 Nation, das erste gemeinsam geschriebene Album. Neben dem für Sepultura üblichen, wütenden Geschrei überraschte das Album seine Fans auch mit klarem Gesang. Eine weitere Besonderheit ist der Gastauftritt von Apocalyptica. Nach zahlreichen Auftritten, unter anderem auf dem Festival Rock in Rio 3 vor 150.000 Leuten, folgten 2003 das Album Roorback und die EP Revolusongs, auf der Sepultura Lieder von anderen Bands coverte, die zum Teil aus sehr unterschiedlichen Musikrichtungen stammten (unter anderem Public Enemy, Exodus, U2, …). 2005 wurde die DVD Live in Sao Paulo veröffentlicht, auf der neben dem Konzert auch eine Dokumentation von Derrick zu finden ist. Zeitgleich kam auch die Live-CD auf den Markt.

    Im selben Jahr begannen die Aufnahmen zum Album Dante XXI, das am 17. März 2006 veröffentlicht wurde und eine Vertonung von Dante Alighieri Göttlicher Komödie darstellt. Pünktlich zur Veröffentlichung des neuen Albums gingen Sepultura auf eine ausgiebige Europa-Tour mit In Flames. Igor Cavalera wurde auf der Tour von Roy Mayorga vertreten, welcher auch schon bei Soulfly spielte. Igor nahm sich angesichts der Geburt seines vierten Kindes eine Auszeit. Am 13. Juni 2006 wurde überraschend der Ausstieg Igor Cavaleras aus der Band verkündet; der Schlagzeuger habe sich in seinen musikalischen Visionen zu weit von der Band entfernt. Sepultura stellten ihren neuen Schlagzeuger Jean Dolabella am 21. Juli 2006 bei ihrem Auftritt am Vilar De Mouros Festival in Portugal vor. Im Januar 2008 wurde ein neues Musik-Video zum Titel Ostia vom Album Dante XXI veröffentlicht.

    Anfang 2008 begab sich die Band ins Studio, um ihr neues Album aufzunehmen, welches am 23. Januar 2009 erschien. Das Album ist wie Dante XXI ein Konzeptalbum und dreht sich im Kern um Alex, die Hauptfigur des Buches Uhrwerk Orange und seiner Verfilmung. Deshalb entschied man sich für den zweideutigen Albumtitel A-Lex, da die Begrifflichkeit für ‚gesetzlos‘ steht, was die Thematik ebenfalls einfängt. Sänger Green war zudem nun auch Mitglied in der Band Musica Diablo.

    Im Juli 2010 wurde bekannt, dass Sepultura einen Plattenvertrag mit Nuclear Blast unterzeichnet haben. Ein neues Album wurde seitens des Labels für 2011 angekündigt und erschien mit dem Titel Kairos im Juni desselben Jahres.

    Im Oktober 2013 erschien das dreizehnte Studioalbum mit dem Titel The Mediator Between the Head and Hands Must Be the Heart.

    Stil

    Auf Morbid Visions und Século XX/Bestial Devastation spielten Sepultura rohen, primitiven und aggressiven Metal, der sowohl als Death Metal bzw. die Einbindung eines komplett akustischen Tribal-Stückes (Kaiowas auf Chaos A.D.)) beeinflussten Version ihres Stils. Nach dem Einstieg von Derrick Green rückten die Alternative-, Punk- und Hardcore-Einflüsse stärker in den Vordergrund, aber auch die Tribal-, Percussion- und Weltmusik-Elemente fanden keinen Abbruch, was man vor allem auf den Alben Against und Nation hören kann. Seitdem finden sich auf den Alben neben dem typischen Schreigesang erstmals auch von Derrick Green klar gesungene Passagen wieder. Eine Besonderheit stellt die Zusammenarbeit mit der Taiko-Trommelgruppe Kodo im Stück Kamaitachi auf dem Against-Album, wo auch ex-Metallica-Bassist Jason Newsted und Ratos-de-Porão-Sänger João Gordo, zu hören sind, dar. Auch auf den folgenden Alben finden sich zahlreiche Gastmusiker wieder. Nach der reinen Cover-EP Revulsongs aus dem Jahr 2002 vermischte man die Elemente der vorherigen Alben wieder stärker mit Thrash Metal und legte auf dem 2003er-Album Roorback deutlich an Geschwindigkeit zu. Diese Entwicklung wurde auf dem Folgealbum Dante XXI nicht nur beibehalten und weiter vorangetrieben, sondern auch durch die Begleitung eines Orchester mit klassischer Musik angereichert. Das Album A-Lex von 2009 stellt schließlich eine Mischung aus rohem Thrash, Punk und Hardcore dar, die Tribal- und Worldmusic-Elemente sind fast komplett verschwunden, dafür werden erstmals Synthesizer benutzt und es findet sich in Ludwig Van, einer Variation von Freude schöner Götterfunken, auch ein klassisches Orchester wieder. Auf Kairos finden wieder verstärkt Groove-Metal-Elemente Eingang. Die Texte von Sepultura richten sich oft gegen die Politik der brasilianischen Regierung und rufen zu Widerstand auf (etwa Refuse/Resist).

    Diskografie

    VHS und DVDs

    Literatur

    • Keith Harris: „Roots“? The Relationship between the Global and the Local within the Extreme Metal Scene. In: Popular Music, Jg. 19 (2000), Heft 1, S. 13–30, ISSN 0261-1430.

    Weblinks

    Einzelnachweise

    1. http://newssquared.de/sepultura-verkuenden-neuen-drummer/
    2. Marcel Anders: SOULFLY. Spirituelle Grobmotorik. In: Gitarre & Bass, 07/1998.
    3. SEPULTURA's KISSER: MAX CAVALERA Is Trying Too Hard To Reproduce 'Roots', 4. Juli 2006, abgerufen am 12. Juli 2013 (engl.).
    4. Katharina Beck: Sepultura - Unterschreiben bei Nuclear Blast, 6. Juli 2010, abgerufen am 12. Juli 2013.
    5. SEPULTURA Completes Recording New Album, 10. Juli 2013, abgerufen am 12. Juli 2013.
    6. SEPULTURA: New Album Title Announced, 19. Juli 2013, abgerufen am 20. Juli 2013.
    7. a b Spiritech: Sepultura - Morbid Visions/Bestial Devastation (Memento vom 9. November 2007 im Internet Archive), abgerufen am 1. Januar 2013.
    8. a b Martin Loga: Sepultura - Morbid Visions/ Bestial Devastation, 27. Februar 2009, abgerufen am 12. Juli 2013.
    9. www.charts.de: Arise
    10. a b Quellen Chartplatzierungen: DE / AT / CH / UK / US, abgerufen am 17. Mai 2010.

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