Gerry Rafferty

  • Gerald „Gerry“ Rafferty (* 16. April 1947 in Paisley, Renfrewshire, Schottland; † 4. Januar 2011 in Stroud, Gloucestershire, England Seine Komposition Baker Street (1978) machte ihn weltbekannt und vermögend, da dieses Lied bis heute häufig von Radiosendern gespielt wird.

    Leben

    Gerry Rafferty war das dritte und unerwünschte Kind des irischen Bergarbeiters Joseph Rafferty († 1963) und dessen schottischer Frau Mary, geb. Skeffington. Sie blieb jedoch bis zu seinem Tode mit ihm in Kontakt.

    Musikalischer Werdegang

    Seine frühen musikalischen Erfahrungen waren katholische Kirchenchoräle, traditionelle Folk-Musik und die populäre Musik der 1950er-Jahre. Mit 21 Jahren begann Rafferty, als Sänger und Gitarrist professionell Lieder zu schreiben, und suchte nach Gelegenheiten für öffentliche Auftritte. So verdiente er in seinen frühen Jahren Geld mit damals illegalen Auftritten als Straßenmusikant in den Passagen der Londoner U-Bahn.

    Gegen Ende der 1960er Jahre spielte er bei der Beatformation Fifth Column, bevor er zusammen mit Billy Connolly und Tam Harvey das dritte Mitglied der Folk-Band The Humblebums wurde. Deren Live-Auftritte waren durch Connollys komödiantisches Talent und Raffertys Pop-Rock-Kompositionen durchaus populär, ihre Alben blieben aber kommerziell erfolglos. Zusammen mit seinem Schulfreund Joe Egan und anderen gründete sich 1972 die Folk-Rockband Stealers Wheel, die als Großbritanniens Antwort auf Crosby, Stills, Nash & Young gehandelt wurde. Sie erzielten 1973 immerhin einen Top-Ten-Hit mit Stuck in the Middle with You, der 1992 in Quentin Tarantinos Film Reservoir Dogs – Wilde Hunde ein zweites Mal ein größeres Publikum erreichte. Einige weitere Titel konnten an diesen kommerziellen Erfolg trotz Top-200-Platzierungen nicht mehr anknüpfen, und 1975 löste sich die Gruppe auf. Rechtsstreitigkeiten zwischen den Musikern hielten bis 1978 an.

    Solokarriere

    Parallel dazu arbeiteten Egan und Rafferty als Solokünstler: 1971 veröffentlichte Gerry Rafferty ein eigenes Album mit dem Titel Can I Have My Money Back? Das ausgekoppelte Lied Baker Street erreichte in gekürzter und überarbeiteter Form weltweit Spitzenpositionen in den Hitparaden und ließ das Album weiter in den Charts steigen. Baker Street hat eines der bekanntesten Saxophon-Soli der Pop-Rock-Geschichte. Die Nachfolge-LP Night Owl konnte 1979 die britischen Top-10 erreichen, die Single Get It Right Next Time erreichte die UK Top 40, insgesamt konnte er aber nicht mehr an den Vorjahreserfolg anknüpfen.

    Gerry Raffertys nachfolgende Veröffentlichungen – auch sein von der Kritik wohlwollend aufgenommenes Album Snakes and Ladders hatte durchaus Potenzial zu einem Bestseller. Auch dieses von der Kritik gelobte Album wurde von Radiostationen seltener als seine Vorgängeralben gespielt, woraufhin sich Rafferty in den familiären Bereich zurückzog. 1983 trug er The Way It Always Starts zum Soundtrack der britischen Komödie Local Hero mit Burt Lancaster bei.

    Mit North and South.

    Das skurrile und mehrdeutige Her Father Didn’t Like Me Anyway (erstmals 1969 auf dem Album The Humblebums erschienen) auf dem 1994er Album Over My Head der ebenfalls die Cover von City to City, Night Owl und Snakes and Ladders, Can I Have My Money Back und die beiden ersten Alben von Stealers Wheel gestaltet hatte.

    Die letzten Jahre

    Rafferty lebte bis 2005 alleinstehend in seinem Haus in Hampstead (London). Nach einem durch übermäßigen Alkoholkonsum verursachten Zusammenbruch wurde er in eine Entzugsklinik der schottischen Kirche eingewiesen. Im Juli 2008 mietete er eine Suite in einem Londoner 5-Sterne-Hotel und fiel dort negativ auf. Am 25. Juli wurde er zu einer Leberkontrolle ins Londoner St. Thomas Hospital geladen und galt seit dem 1. August 2008 als vermisst, nachdem er aus seinem Krankenzimmer spurlos verschwunden war. Schon ein Teil der Aufnahmen zum poetischen Album Another World, das erst 2003 in einer Luxusedition von 15.000 Exemplaren weltweit auf CD erschien, war in der Toskana und auf der Karibikinsel Barbados entstanden. Am 27. November 2009 wurde das neue Album Life Goes On veröffentlicht. Es beinhaltet Neuaufnahmen von Stücken aus den vorigen drei Alben sowie neue Lieder, die aber nicht ausschließlich aus Raffertys Feder stammen, wie beispielsweise ein Beatles-Cover aus dem Album Abbey Road oder einige Weihnachtslieder (u. a. Silent Night). Gerry Rafferty starb am 4. Januar 2011 im englischen Stroud an Leber- und Nierenversagen.

    Diskografie

    Alben

    • 1971: Can I Have My Money Back?
    • 1994: Over My Head
    • 2009: Life Goes On

    Singles

    Quellen

    1. Nick Wakefield: Baker Street singer Gerry Rafferty died at daughter's Stroud home. In: Stroud News vom 24. Januar 2011 (englisch, abgerufen am 21. Oktober 2014).
    2. Douglas Martin: Gerry Rafferty, Songwriter, Dies at 63. In: New York Times, 4. Januar 2011:
      «Reviewing “City to City” in Rolling Stone, Ken Emerson said Mr. Rafferty “writes with the sweet melodiousness of Paul McCartney and sings with John Lennon’s weary huskiness.”»
    3. a b c d Michael Gray: Gerry Rafferty obituary. In: The Guardian, 4. Januar 2011.
    4. „Can I Have My Money Back?“ auf AMG (englisch)
    5. „City to City“ auf „AMG“ (englisch)
    6. „Snakes and Ladders“ auf „AMG“ (englisch)
    7. „Sleepwalking“ auf „AMG“ (englisch)
    8. „North and South“ auf „AMG“ (englisch)
    9. „On a Wing and a Prayer“ auf „AMG“ (englisch)
    10. Music Obituaries: Gerry Rafferty, The Telegraph, 4. Januar 2011
    11. „On A Wing and A Prayer“, Album Credits
    12. „Over My Head“ auf „AMG“ (englisch)
    13. „Another World“ auf „AMG“ (englisch)
    14. „Trip Pictures: Psychedelic Painter Connell Patrick Byrne Draws on Prog Rock, Weird Science, and a Lot of Stuff In Between“ (englisch)
    15. Jerome Taylor: The lonely road from 'Baker Street' to skid row. (Memento vom 11. März 2010 im Internet Archive) The Independent, 17. Februar 2009
    16. Sarah Knapton: Celebrity news. Gerry Rafferty happily stuck in the middle of Tuscany.' In: Daily Telegraph, 18. Februar 2009.
    17. a b c Chartquellen: Singles Alben US
    18. The Billboard Albums von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2006, ISBN 0-89820-166-7
    19. a b c Gold-/Platin-Datenbanken: UK US

    Weblinks

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