Paradise Lost

  • Paradise Lost ist eine englische Band aus Halifax, West Yorkshire. Ursprünglich aus dem Death Metal stammend, übte sie in den frühen 1990er Jahren entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Death Doom und des Gothic Metal aus. Die Band benannte sich nach dem epischen Gedicht Paradise Lost des englischen Dichters John Milton.

    Derzeit besteht die Gruppe aus dem Sänger Nick Holmes, den Gitarristen Gregor Mackintosh und Aaron Aedy, dem Schlagzeuger Adrian Erlandsson sowie dem Bassisten Steven Edmondson.

    Bandgeschichte

    Beeinflusst durch Gruppen wie Celtic Frost Obwohl die Death-Metal-Einflüsse im Gesang auf diesem Album noch vorherrschend waren, wurde nun bei drei Liedern weiblicher Gesang der Gastsängerin Sarah Marrion verwendet, Orchesterpassagen und Keyboardklänge wurden erstmals eingesetzt. Zu der Zeit waren Paradise Lost ein Teil der später sogenannten „Big Three“ des Doom Metal zusammen mit My Dying Bride und Anathema, die alle bei Peaceville unter Vertrag standen.

    Mit dem dritten Album Shades of God erfolgte 1992 der Wechsel zu Music for Nations. Das alte, verschnörkelte Logo – Markenzeichen vieler Death-Metal-Bands – war verschwunden und auch der Klang hatte sich im Vergleich zu den beiden Vorgängeralben gewandelt, insbesondere an Nick Holmes’ Gesang wurde eine Abkehr vom Death Metal offenkundig, insofern lässt sich dieses Album am ehesten als Doom Metal mit leichten Death-Metal-Einflüssen beschreiben. Das auf der CD-Version als Bonustitel enthaltene Lied As I Die gehört zu den erfolgreichsten der Band. Auf dem 1993 veröffentlichten Album Icon waren kaum noch Death-Metal-Einflüsse zu hören. In der Folge bestritt man Tourneen u.a. mit Sepultura. 1995 veröffentlichte die Band das Album Draconian Times und erreichte innerhalb der Metal-Szene ihre größte Popularität, unter anderem spielte sie vor 120.000 Zuschauern als Headliner auf dem Dynamo Open Air.

    Ab Mitte der 1990er Jahre veränderte die Band ihren Stil mit jeder neuen Veröffentlichung signifikant, wobei vor allem die stärkere Miteinbeziehung elektronischer Elemente die Richtung vorgab. So überraschte das 1997er-Album One Second durch teils bedächtigeres, aber andererseits auch dynamischeres Songwriting. Rezensenten befürchteten, ältere Fans könnten vor den Kopf gestoßen werden, nannten die Platte aber auch ein „rundes und aufregendes Rock-Album der Spitzenklasse“.

    Höhepunkt dieser Entwicklung war das Album Host von 1999, dessen elektronische Klänge und ruhige Grundstimmung stark an Depeche Mode erinnerten und außer einer immanenten Melancholie nichts mehr mit dem Gothic Metal gemein hatten. Der Frage nach der Zuordnung zu einem musikalischen Stil begegnete Sänger Nick Holmes mit der eigenen Genredefinition Dark Rock.

    In der Folge wandte sich die Band mit ihrem 2001 veröffentlichten Album Believe in Nothing und der 2002 erschienenen Platte Symbol of Life sukzessive wieder härteren Tönen zu, ohne jedoch zu ihren Wurzeln im Metal zurückzukehren.

    Ende Februar 2005 erschien das zehnte Album der Band, schlicht Paradise Lost betitelt. In der limitierten Ausgabe waren zusätzlich String-Dub-Mixes von Over the Madness und Don’t Belong enthalten.

    Das elfte Studioalbum mit dem Titel In Requiem erschien am 18. Mai 2007. Noch vor dem offiziellen Verkaufsdatum kürte das Magazin Metal Hammer In Requiem zum Album des Monats. Es weist Einflüsse von Shades of God oder Icon auf, vernachlässigt dabei, wie auch Nick Holmes meinte, nicht Paradise Losts musikalisches Schaffen der letzten zehn Jahre. Wie schon bei den beiden Vorgängeralben gab es neben einer Standardversion noch eine limitierte Version, die zwei Bonustitel enthielt. Im November 2007 wurde eine DVD-Dokumentation mit dem Titel Over the Madness veröffentlicht.

    Am 23. Mai 2008 erschien eine Live-DVD sowie -CD mit dem Titel The Anatomy of Melancholy. Das Konzert hierfür fand am 12. April 2007 in London statt. Im August 2008 erklärte Schlagzeuger Jeff Singer seinen Ausstieg bei Paradise Lost aus persönlichen Gründen. Die Position des Schlagzeugers wurde im März 2009 mit Adrian Erlandsson besetzt, der bereits bei At the Gates, Nemhain, The Haunted, Samsas Traum und Cradle of Filth aktiv war.

    Am 25. September 2009 erschien in Deutschland und Europa das zwölfte Studio-Album Faith Divides Us – Death Unites Us. Auf der anschließenden Europatournee wurde Gregor Mackintosh wegen eines Krankheitsfalles in seiner Familie durch Milly Evans, den Keyboarder von Terrorvision, ersetzt.

    Die DVD Draconian Times MMXI wurde am 4. November 2011 veröffentlicht. Neben diversen Bonusmaterial ist ein Mitschnitt eines Konzerts vom 1. April 2011 in London enthalten. Aus Anlass des 15-jährigen Jubiläums wurde hierbei das Studio-Album Draconian Times aus dem Jahre 1995 komplett live gespielt.

    Tragic Idol ist das 13. Studioalbum der Band. Es erschien am 20. April 2012 in Deutschland, am 23. April im übrigen Europa und am 24. April 2012 in den USA.

    Zum 25-jährigen Band-Jubiläum veröffentlichte Paradise Lost am 18. Oktober 2013 die Compilation Tragic Illusion 25 (The Rarities). Dieses Album enthält den neuen Song Loneliness Remains und neu aufgenommene Versionen von Gothic und Our Savior.

    Am 1. Juni 2015 wurde das Album The Plague Within veröffentlicht.

    Diskografie

    Demos

    • 1988: Paradise Lost
    • 1989: Frozen Illusion
    • 1989: Plains of Desolation

    Alben

    • 1990: Lost Paradise
    • 1991: Gothic
    • 1992: Shades of God
    • 1993: Icon
    • 1995: Draconian Times
    • 1997: One Second
    • 1999: Host
    • 2001: Believe in Nothing
    • 2002: Symbol of Life
    • 2003: At the BBC (Live)
    • 2005: Paradise Lost
    • 2007: In Requiem
    • 2008: The Anatomy of Melancholy (Live)
    • 2009: Faith Divides Us – Death Unites Us
    • 2012: Tragic Idol
    • 2015: The Plague Within

    Singles und EPs

    • 1990: In Dub
    • 1992: As I Die
    • 1994: Gothic EP
    • 1994: Seals the Sense
    • 1995: Forever Failure
    • 1995: The Last Time
    • 1997: True Belief '97
    • 1997: Say Just Words
    • 1997: One Second
    • 1999: Permanent Solution
    • 1999: So Much Is Lost
    • 2001: Fader
    • 2001: Mouth
    • 2002: Erased
    • 2005: Forever After
    • 2007: The Enemy

    Kompilationen

    • 1997: The Single Collection
    • 1998: Reflection
    • 2009: Drown in Darkness – The Early Demos
    • 2013: Tragic Illusion 25 (The Rarities)

    VHS

    • 1990: Live Death
    • 1993: Harmony Breaks
    • 1999: One Second Live

    DVD

    • 2002: Evolve
    • 2005: Live Death
    • 2007: Over the Madness
    • 2008: The Anatomy of Melancholy
    • 2011: Draconian Times MMXI

    Quellen

    1. a b c Matthias Mader: Paradise Lost – Die letzten Innovatoren, Iron Pages, Ausgabe 24, S. 5, Oktober/November 1993
    2. a b c Rock Power: Kein Trend ist der Trend, S. 26, 1993
    3. Holger Stratmann: PARADISE LOST. One Second. In: Rock Hard, Nr. 123.
    4. Interview mit Nick Holmes, Zillo Musik-Magazin, Nr. 7/8, 1999, S. 27.
    5. Sven Freuen: Interview mit Paradise Lost, Zillo Musikmagazin, Ausgabe 7/8/95, S. 82, Juli/August 1995
    6. The-Pit.de: Neuer Drummer, abgerufen am 17. März 2009
    7. a b c d e f g h i j k l Chartverfolgung auf musicline.de (Zugriff am 11. Februar 2008)
    8. a b c d e f g h i austriancharts.at: Paradise Lost in der österreichischen Hitparade (Zugriff am 12. Februar 2008)
    9. a b c d e f g h i hitparade.ch: Paradise Lost in der Schweizer Hitparade (Zugriff am 12. Februar 2008)
    10. a b c d chartstats.com (Zugriff am 17. Januar 2009)
    11. Chartverfolgung auf musicline.de (Zugriff am 11. Februar 2008)

    Weblinks

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