Motörhead

  • Motörhead

    Zwischen 1979 und 1982 hatte die Band ihre kommerziell erfolgreichste Phase. Die Alben aus dieser Zeit wie Overkill, Bomber (beide 1979) und Ace of Spades (1980) gelten als wegweisend für den Heavy Metal und als Klassiker des Genres. Seit den frühen 2000er-Jahren verzeichnet Motörhead wieder eine steigende Popularität. Die Bandgeschichte ist von zahlreichen Wechseln in der Besetzung, beim Management und der Plattenlabel geprägt. Motörhead stand bislang bei insgesamt 16 verschiedenen Labels unter Vertrag. Seit 1995 ist die Gruppe unverändert in der Besetzung Lemmy Kilmister (E-Bass, Gesang), Phil Campbell (E-Gitarre) und Mikkey Dee (Schlagzeug) aktiv.

    Charakteristisch für Motörhead ist, dass der E-Bass die Rolle der Rhythmusgitarre übernimmt, wodurch die Klangfarbe der Musik deutlich basslastiger als die vergleichbarer Gruppen wie AC/DC ist. Durch die Übernahme eines Outlaw-Images im Auftreten und in den Liedtexten sicherte sich Motörhead die Sympathien der Punk-Szene der späten 1970er-Jahre und fungierte so als Bindeglied zwischen Punk und Heavy Metal.

    Geschichte

    Gründung und frühe Jahre

    Die Geschichte von Motörhead ist untrennbar mit der des Sängers und Bassisten Ian „Lemmy“ Kilmister verbunden. Der am 24. Dezember 1945 (Heiligabend) in Stoke-on-Trent, Staffordshire, England geborene Ian Kilmister, Sohn eines Feldkaplans und einer Bibliothekarin, spielte seit 1971 Bass bei der britischen Space-Rock-Band Hawkwind. Während einer Nordamerika-Tournee wurde er an der Grenze der USA zu Kanada im Mai 1975 wegen Besitzes von Amphetaminen festgenommen. Die Band stellte die Kaution für Kilmister, flog ihn für den Auftritt nach Toronto ein, weil sie auf die Schnelle keinen Ersatz finden konnte, und feuerte ihn nach dem Konzert.

    Kilmister kehrte nach England zurück und begann sofort mit der Zusammenstellung einer neuen Band. Gitarrist Larry Wallis kannte er von gemeinsamen Auftritten mit UFO und den Pink Fairies, Schlagzeuger Lucas Fox wurde ihm von einer damaligen Freundin empfohlen. Kilmister spielte Bass und übernahm den Gesang. Ursprünglich sollte die Band Bastard heißen, allerdings hielt der damalige Bandmanager Douglas Smith den Namen nicht für medientauglich. Daraufhin wählte Kilmister Motörhead als Bandnamen. Der Begriff stammt aus dem US-amerikanischen Slang, bedeutet ‚Speed-Freak‘ beziehungsweise ‚geschwindigkeitssüchtig‘ und steht als Synonym für Konsumenten amphetaminhaltiger Drogen. Zugleich ist Motorhead der Titel des letzten Liedes, das Kilmister für Hawkwind geschrieben hatte. Dieses Lied wurde ursprünglich als B-Seite der Hawkwind-Single Kings of Speed veröffentlicht. Die Verwendung des in der englischen Sprache nicht gebräuchlichen Buchstabens ö im Bandnamen geht auf die Gruppe Blue Öyster Cult zurück. Das Motörhead-Logo mit diesem Umlaut stammt vom Grafiker Joe Petagno, der das Cover für das erste Album der Gruppe anfertigte. Dieser sogenannte Heavy-Metal-Umlaut findet Verwendung bei den Spitznamen der Musiker sowie in verschiedenen Albumtiteln.

    Am 20. Juli 1975 absolvierte Motörhead den ersten Auftritt im Londoner Roundhouse im Vorprogramm der Band Greenslade. Im Oktober 1975 eröffnete die Gruppe für Blue Öyster Cult im Hammersmith Odeon.

    United Artists, das Plattenlabel von Hawkwind, hatte Motörhead unter Vertrag genommen, und im Frühjahr 1976 ging die Band ins Tonstudio, um ihr erstes Album On Parole aufzunehmen. Bereits während der Aufnahmen kam es zu Spannungen mit Schlagzeuger Lucas Fox, der mit dem von übermäßigem Konsum von Alkohol und anderen Drogen gekennzeichneten Lebensstil der übrigen Musiker nicht mithalten konnte. Durch einen gemeinsamen Freund lernte Kilmister Phil „Philthy Animal“ Taylor kennen. Nach einer Jamsession mit ihm wurde Lucas Fox gefeuert und durch Taylor ersetzt. In dieser Besetzung wurden die Aufnahmen fertiggestellt. Allerdings verhinderte das Plattenlabel die Veröffentlichung dieses Albums und einer Single, die Motörhead für ihr neues Label Stiff Records im Sommer 1976 aufgenommen hatte. Während dieser Zeit kam Kilmister auf die Idee, die Band mit Eddie Clarke um einen zweiten Gitarristen zu erweitern. Zur ersten gemeinsamen Probe erschien Larry Wallis um Stunden verspätet und verließ danach die Band.

    Kommerzieller Durchbruch und Erfolg

    Ende 1976 entließ United Artists die Band aus dem bestehenden Vertrag. Ohne gültigen Plattenvertrag beschloss Motörhead im Frühjahr 1977, sich wegen Erfolglosigkeit aufzulösen und ein letztes Konzert zu geben. Während dieses Konzertes war Ted Carroll von Chiswick Records anwesend und bot den Musikern im Anschluss einen Plattenvertrag für eine Single an. Aus den Aufnahmen zur Single wurden Aufnahmen für ein vollständiges Album, das im September 1977 unter dem Titel Motörhead erschien. Eingespielt wurde es in der Besetzung Kilmister, Taylor und Clarke und bedeutete mit Platz 43 der britischen Albumcharts den ersten kommerziellen Erfolg der Band. Die Beyond the Tresholds of Pain Tour zum Album musste Motörhead nach fünf Auftritten abbrechen, weil Phil Taylor sich das Handgelenk gebrochen hatte.

    Nachdem es Mitte 1978 zum Bruch mit Bandmanager Tony Secunda kam, weil dieser den Vertrag mit Chiswick Records gekündigt hatte, übernahm Douglas Smith wieder das Management und besorgte Motörhead einen Vertrag mit Bronze Records. Das erste Ergebnis dieser Zusammenarbeit war die Single Louie Louie, die am 25. August 1978 erschien und Platz 68 der britischen Singlecharts erreichte. Nach einer Tournee im Herbst 1978 wurde das Album Overkill aufgenommen und am 24. März 1979 veröffentlicht. Es erreichte in Großbritannien Platz 24 der Albumcharts und erhielt eine „Silberne Schallplatte“ für mehr als 60.000 verkaufte Einheiten. Nach Abschluss der Tournee zu Overkill nahm Motörhead das nächste Album auf, das unter dem Titel Bomber am 27. Oktober 1979 erschien. Dieses erreichte Platz 12 der britischen Albumcharts und ebenfalls Silber-Status. Damit erzielten die Musiker erstmals Einnahmen, von denen sie leben konnten, und investierten einen Großteil der Tantiemen in die Ausrüstung der Band.

    Kurz nach Bomber und dem damit verbundenen kommerziellen Erfolg veröffentlichte United Artists Records im Herbst 1979 das bereits 1976 aufgenommene On Parole. Da die Rechte an dem Album beim Plattenlabel lagen, benötigten sie dafür nicht das Einverständnis der Band.

    Während der Tournee zu Bomber wurden vier Titel live mitgeschnitten und erschienen im Mai 1980 als EP The Golden Years, die mit Platz 8 die britischen Top Ten erreichte. Die Strapazen des Tourneelebens forderten ihren Tribut, als Kilmister nach einem Konzert in der Stafford Bingley Hall im Juli 1980 kollabierte. Nach einer kurzen Erholungsphase begann die Band Anfang August mit den Aufnahmen zu Ace of Spades, das am 8. November 1980 erschien. Das Album ist der bislang größte Erfolg von Motörhead in Großbritannien mit Platz 4 der Albumcharts und Gold-Status für mehr als 100.000 verkaufte Einheiten. Die Single Ace of Spades erreichte Platz 15 der UK Top 40.

    Im November begann die Ace-Up-Your-Sleeve-Tour durch Großbritannien und Nordirland. Nach einem Auftritt in Belfast verletzte sich Phil Taylor an der Halswirbelsäule, sodass die für Anfang 1981 geplanten Auftritte in Europa verschoben werden mussten. Während dieser Zeit nahm Motörhead gemeinsam mit Girlschool die EP St. Valentine’s Day Massacre auf, auf der sich mit Please Don’t Touch eine Coverversion von Johnny Kidd & the Pirates befand. Die EP erreichte Platz 5 der Charts. Im März 1981 wurde die Tournee fortgesetzt. Während der Auftritte in Leeds und Newcastle wurden die Aufnahmen gemacht, die auf dem im Juni 1981 veröffentlichten Live-Album No Sleep ’til Hammersmith zu hören sind. Dieses Album stieg in der ersten Chartwoche auf Platz 1 der britischen Albumcharts ein. Für das Album erhielt Motörhead seine bislang letzte Goldene Schallplatte in Großbritannien.

    Bandinterne Streitigkeiten und Besetzungswechsel

    Nach Abschluss der USA-Tournee mit Ozzy Osbourne kehrte Motörhead nach Europa zurück und begann mit den Aufnahmen zum nächsten Album Iron Fist. Während dieser Zeit kam es zu Differenzen zwischen dem Management und der Band, da die Mitglieder von Motörhead vermuteten, dass sie in finanzieller Hinsicht betrogen worden waren. Diese Probleme schlugen sich in den Aufnahmen nieder, weil das Management nicht die nötigen 10.000 Pfund für die Produktion des Albums zur Verfügung stellte. Daraufhin entschied Kilmister, dass Eddie Clarke das Album produzieren sollte., in dessen Folge Clarke Motörhead verließ. Zwar spielte Clarke noch zwei ausstehende Shows in New York und Toronto, war aber zu dem Zeitpunkt bereits kein offizielles Mitglied von Motörhead mehr.

    Ersetzt wurde er durch Brian Robertson (ehemals Thin Lizzy), den Kilmister bereits seit Jahren kannte. Weil er kurzfristig verfügbar war, ließ ihn die Band von Europa nach Kanada einfliegen. Nach einer kurzen Probe spielte er das erste Konzert mit Motörhead in Detroit im Juni 1982.

    In einem Interview mit der Musikzeitschrift Melody Maker gab Kilmister bekannt, dass Motörhead auf der Suche nach einem neuen Gitarristen sei. Aus der Vielzahl der Bewerbungen wurden Phil Campbell und Michael „Würzel“ Burston ausgewählt. Um sich für einen entscheiden zu können, setzte Kilmister ein Vorspielen an, zu dem Schlagzeuger Taylor jedoch nicht erschien und stattdessen erklärte, aufhören zu wollen. Auf Vorschlag des Bandmanagers wurde er durch Pete Gill (ehemals Saxon) ersetzt, den Kilmister seit einer gemeinsamen Tour 1979 mit Saxon kannte. Weiterhin wurde entschieden, die Band mit zwei Gitarristen fortzuführen. In dieser Besetzung setzte Motörhead im Frühjahr 1984 die im Herbst 1983 unterbrochene Tournee fort. Zur Promotion der neuen Besetzung veröffentlichte Bronze Records im September 1984 das Best-of-Album No Remorse, das neben bereits veröffentlichten Stücken vier in der aktuellen Besetzung aufgenommene neue Titel enthielt. Aufgrund von Problemen mit dem Label, das sich laut Kilmister „nicht mehr für die Band interessierte“, verließ Motörhead Ende 1984 Bronze Records, war aber wegen Rechtsstreitigkeiten bis auf weiteres daran gehindert, ein neues Album zu veröffentlichen. Während dieser Zeit bestritt die Band verschiedene Auftritte, unter anderem zum zehnjährigen Jubiläum im Juni 1985 im Hammersmith Odeon.

    Im November 1985 war der Streit mit Bronze Records beigelegt, und Bandmanager Douglas Smith nahm Motörhead bei seinem eigenen Plattenlabel GWR Records unter Vertrag. Das Anfang 1986 aufgenommene Studioalbum Orgasmatron erschien am 6. August 1986, gefolgt von einer Tournee. Anfang 1987 fanden die Dreharbeiten zu Motörheads Cameo-Auftritt im Film Eat the Rich statt. Während des Drehs wurde Pete Gill von Kilmister wegen persönlicher Differenzen gefeuert, und Phil Taylor kehrte zur Band zurück. Mit ihm nahm Motörhead im Juni 1987 das nächste Album Rock ’n’ Roll auf, das im September des Jahres erschien. Die darauf folgende Tournee führte die Band 1988 im Vorprogramm von Alice Cooper in die USA. Im Juli 1988 wurde ein Konzert im finnischen Hämeenlinna beim Giants of Rock aufgenommen und als Live-Album No Sleep at All veröffentlicht. Nach einer kurzen Auszeit Anfang 1989 begann die Band mit dem Songwriting für das nächste Album. Dessen Veröffentlichung verschob sich allerdings erheblich, weil sich Motörhead im Herbst 1989 von ihrem Manager und damit auch von dessen Plattenfirma GWR Records trennte. Grund für die Trennung war der Verdacht finanzieller Unregelmäßigkeiten, der schließlich zu einem Vertrauensbruch zwischen Smith und Motörhead führte.

    Major-Deals und die Suche nach einem neuen Plattenlabel

    1990 fand Motörhead mit Phil Carson einen neuen Manager, der bereits für Robert Plant gearbeitet hatte. Carson verschaffte Motörhead einen Plattenvertrag bei WTG Records, einem Sublabel von Sony Music. Der Sitz des Unternehmens war Los Angeles, weshalb Kilmister im Juni 1990 seinen Wohnsitz dorthin verlegte, während die übrigen Bandmitglieder in England blieben. Kurz darauf begannen die Aufnahmen zum Album 1916, das im Februar 1991 erschien. Es erreichte mit Platz 142 die bis dahin höchste Notierung in den US-amerikanischen Billboard-200-Albumcharts. Während der anschließenden Tournee trennte sich Manager Carson von der Band, weil er ein besseres Angebot bekommen hatte. Das Management übernahm zunächst Sharon Osbourne, die allerdings finanzielle Unregelmäßigkeiten während der Japan-Tour der Band anlastete und den Vertrag kündigte. Ohne Management ging Motörhead auf Tour durch Australien. Darauf folgte die vom Sony-Konzern organisierte Operation-Rock-'n'-Roll-Tournee durch Nordamerika. Neben Motörhead nahmen mit Alice Cooper, Judas Priest, Metal Church und Dangerous Toys insgesamt fünf Bands daran teil, die alle bei verschiedenen Labels des Sony-Konzerns unter Vertrag standen. Gegen Ende der Tour fand Motörhead mit Doug Banker einen neuen Manager. Anfang 1992 begannen die Aufnahmen zum Album March ör Die, während der Schlagzeuger Taylor gefeuert wurde. Die Trennung hatte sich bereits abgezeichnet, endgültiger Auslöser war, dass Taylor zu den Aufnahmen erschien, ohne die neuen Stücke einstudiert zu haben.

    Als neuer Schlagzeuger wurde der Schwede Mikkey Dee verpflichtet, den Kilmister von einer gemeinsamen Tour mit King Diamond kannte. Dee ist erstmals auf March ör Die zu hören, das im August 1992 erschien. Erneut wechselte Motörhead das Management, neuer Manager wurde Todd Singerman. Zu dieser Zeit zeichnete sich zudem der Bankrott des Labels WTG ab. Anfang 1993 wechselte die Band zu dem auf Dance-Musik spezialisierten deutschen Label ZYX Music, weil dies das beste finanzielle Angebot machte. Im November 1993 erschien mit Bastards das nächste Studioalbum. Nach der Tour zum Album trennten sich Motörhead und ZYX und die Band wechselte zu CBH, dem Label ihres deutschen Promoters Rainer Hänsel. Für das im März 1995 veröffentlichte Album Sacrifice konnte mit CMC Records erst im Nachhinein ein Distributor für die Märkte außerhalb Europas gefunden werden. Kurz darauf verließ Gitarrist Michael „Würzel“ Burston die Band, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Lemmy Kilmister beschuldigte, ihn finanziell auszunehmen. Motörhead beschloss, keinen Ersatz für Burston zu suchen, und ist seitdem als Trio in der Besetzung Kilmister, Campbell und Dee aktiv.

    Nach einer Tournee erschien im Oktober 1996 das nächste Studioalbum Overnight Sensation. Die dazugehörige Tournee führte die Band erstmals nach Russland, wo sie vier Auftritte in Moskau, Rostow und Sankt Petersburg bestritt. Im März 1998 erschien das Album Snake Bite Love. Auf der anschließenden Tour wurde ein Auftritt in Hamburg mitgeschnitten und 1999 als Live-Album Everything Louder than Everyone Else veröffentlicht. Ebenfalls im Jahr 1999 wurde während der Pausen der laufenden Tournee das fünfzehnte Studioalbum aufgenommen. Am 16. Mai 2000 erschien We Are Motörhead, gefolgt von einer gut ein Jahr dauernden Tournee.

    Steigende Popularität

    Einen Wendepunkt in kommerzieller Hinsicht stellte das im April 2002 veröffentlichte Album Hammered dar. Motörhead verkaufte von der Platte innerhalb eines Monats mehr Exemplare als von den beiden vorangegangenen Alben bis dahin zusammen. Da die Band wieder für größere Konzertveranstaltungen gebucht wurde, bedeutete dies einen finanziellen Aufschwung für die Musiker. Es folgte ein Plattenvertrag beim renommierten deutschen Independentlabel SPV und 2004 das Album Inferno. Weiterhin nahm Motörhead im Jahr 2004 das Lied You Better Swim für den SpongeBob-Schwammkopf-Film auf. Für ihren Titel Whiplash, eine Metallica-Coverversion, erhielt Motörhead 2005 den Grammy Award in der Kategorie Best Metal Performance.

    Am 16. Juni 2005 wurde im Hammersmith Apollo in London das 30-jährige Bandjubiläum gefeiert. Für Motörhead eröffneten die langjährigen Weggefährten von Saxon und Girlschool. Ebenfalls im Jahr 2005 spielte Motörhead auf dem Vaya-con-tioz-Abschiedsfestival der Böhsen Onkelz auf dem Lausitzring.

    Motörhead hat seit 2000 mehrmals mit der amerikanischen Wrestling-Promotionsfirma World Wrestling Entertainment (WWE) zusammengearbeitet. So wurden drei Lieder aufgenommen (The Game, Line in the Sand (Evolution) und King of Kings), die als Einzugsmusik für den Wrestler Triple H verwendet werden. Auch sind die Lieder auf den verschiedenen CDs der Promotion zu finden. Zudem hatte Motörhead Auftritte bei Wrestlemania 17 (1. April 2001) und WrestleMania 21 (3. April 2005), wo sie Triple Hs Einzüge live begleiteten.

    Im August 2006 wurde das Album Kiss of Death veröffentlicht – das erste seit dem 1992er-Album March ör Die, das sich in den britischen Albumcharts platzieren konnte. In Deutschland stieg es in der ersten Chartwoche auf Platz 4 der Albumcharts ein. Im Jahr 2008 erschien das Album Motörizer. Für einen Teil der Amerika-Tour 2009 wurde als Ersatz für Schlagzeuger Mikkey Dee, der wegen der Teilnahme an der schwedischen Ausgabe des Dschungelcamps nicht verfügbar war, Ex-Guns-N’-Roses-Schlagzeuger Matt Sorum verpflichtet. Im Zuge der Vorarbeiten zum 21. Studioalbum The Wörld Is Yours, das im Dezember 2010 anlässlich des 65. Geburtstages von Lemmy Kilmister und des 35-jährigen Bandjubiläums erschien, gründete die Band ein eigenes Plattenlabel unter dem Namen Motörhead Music. Während der Tournee zum Album The Wörld Is Yours wurde ein Auftritt in Santiago de Chile am 9. Juli 2011 mitgeschnitten und im November 2011 als DVD The Wörld is Ours Vol. 1: Everywhere Further Than Everyplace Else veröffentlicht. Aufgenommen wurde das Konzert von Sam Dunns Produktionsfirma Banger Films.

    Seit 2011 bietet Motörhead eine eigene Getränkekollektion an. Sie besteht aus dem Rotwein Motörhead Shiraz, einem Rosé und einem Wodka mit dem Namen Vödka. Daneben wird verschiedenes Zubehör wie Wein- und Whiskygläser angeboten.

    Wegen Kilmisters Gesundheitszustandes infolge einer Operation und eines Sturzes sagten Motörhead am 2. Juli 2013 alle folgenden Festivalauftritte des Jahres ab. Dennoch trat die Band beim Wacken Open Air 2013 auf; das Konzert wurde aber wegen Kilmisters Gesundheitszustandes nach 30 Minuten abgebrochen.

    2014 nahmen Motörhead gemeinsam mit Biff Byford den Song Starstruck für ein Ronnie-James-Dio-Tribute-Album auf. Es wurde am 1. April 2014 veröffentlicht und heißt This Is Your Life. Im selben Jahr hatten sie ein Konzert in Birmingham, bei dem sie zum ersten Mal wieder mit Phil Taylor und Eddie Clarke auf der Bühne standen. Diese hatten bei Ace of Spades einen Gastauftritt.

    Das Band-Maskottchen Snaggletooth

    Zusätzlich zum Band-Logo benutzt Motörhead, ähnlich wie die Heavy-Metal-Band Iron Maiden, eine speziell für die Gruppe entworfene Fantasiefigur, die als Maskottchen dient und die in verschiedenen Variationen auf vielen ihrer Albumhüllen sowie auf Bühnenhintergründen und Band-T-Shirts abgebildet ist. Die Figur stellt einen Schädel mit bedrohlich aufgerissenem Maul dar und trägt den Fantasienamen Snaggletooth (auf Deutsch in etwa Krummzahn oder Schiefzahn, voller Name Snaggletooth B. Motörhead). Die Figur besteht aus dramatisch überzeichneten Elementen eines Keiler- und eines Hundeschädels sowie einigen martialisch anmutenden militärischen Elementen – darunter ein mit Stacheln besetzter Stahlhelm, ein Eisernes Kreuz und eine an den übergroßen Hauern befestigte Kette. Snaggletooth erschien erstmals auf dem Plattencover des 1977er-Debütalbums Motörhead. Entworfen wurde die Figur 1975 vom Künstler Joe Petagno, der damit seine Vorstellungen eines Hells-Angels-Schädels umsetzen wollte. Im Jahr 2007 beendete Petagno die Zusammenarbeit mit Motörhead.

    Stilistische Einordnung

    Motörhead wird in der Literatur und in Musikzeitschriften meist dem Genre des Heavy Metal zugeordnet, obwohl in die Musik Stilelemente aus dem Hard Rock, dem Punk- und dem Bluesrock

    Die Gruppe selber und besonders Bandgründer Lemmy Kilmister betrachtet die Gruppe allerdings nicht als Metal-Band. und Lemmy hatte Kontakte zur frühen Punk-Subkultur, unter anderem zu Sid Vicious und Wendy O. Williams.

    Musikalische Bedeutung

    Motörhead wird zu den Wegbereitern des Speed Metal gezählt.

    Über alle Subgenres des Metals sind Musiker und Bands von Motörhead beeinflusst. Bereits Ende der 1970er-Jahre spielten Gruppen wie die Tygers of Pan Tang Coverversionen der Band

    Musik und Texte

    Die Musik von Motörhead wird als Kombination aus schnellem Schlagzeugspiel, „matschigem“ Bass, Lautstärke und einem Gesang, der traditionelle Gesangstechniken mit Shouting kombiniert, bezeichnet.

    Als typisch für Motörhead wird der Klang des E-Bass bezeichnet, der weitestgehend die zweite Gitarre ersetzt.

    Motörhead adaptierte seit Bandgründung Elemente der Biker-Szene. Während zeitgenössische Gruppen wie Judas Priest die Verbindung durch das Tragen von Lederkleidung mit Nieten und Ketten dokumentierten, äußerte sich die Verbindung bei Motörhead durch die Adaption des Ethos des Verlierers in den Liedtexten. Durch diese eher einfache und bescheidene Sichtweise erschien Motörhead bodenständiger als andere Bands und sicherte sich so die Sympathien der Punk-Bewegung der späten 1970er-Jahre.

    Lemmy Kilmister schreibt den überwiegenden Teil der Liedtexte, die Themen sind breit gefächert. So wird das Titellied des Debütalbums Motörhead als Rock-’n’-Roll-Ode an die Droge Amphetamin bezeichnet.

    Diskografie

    Da die Rechte der frühen Motörhead-Alben nicht bei der Band liegen, werden diese Alben immer wieder in verschiedenen Formaten herausgebracht. Neben diesen offiziellen Alben gibt es noch diverse Bootlegs und dutzende Best-of-Alben. Hier sind nur die Studioalben aufgelistet.

    • Motörhead, 1977
    • Overkill, 1979
    • Bomber, 1979
    • On Parole, 1979 veröffentlicht, aber 1976 aufgenommen
    • Ace of Spades, 1980
    • Iron Fist, 1982
    • Another Perfect Day, 1983
    • Orgasmatron, 1986
    • Rock ’n’ Roll, 1987
    • 1916, 1991
    • March ör Die, 1992
    • Bastards, 1993
    • Sacrifice, 1995
    • Overnight Sensation, 1996
    • Snake Bite Love, 1998
    • We Are Motörhead, 2000
    • Hammered, 2002
    • Inferno, 2004
    • Kiss of Death, 2006
    • Motörizer, 2008
    • The Wörld Is Yours, 2010
    • Aftershock, 2013

    Literatur

    •  Holger Stratmann (Hrsg.): RockHard Enzyklopädie. 700 der interessantesten Rockbands aus den letzten 30 Jahren. Rock Hard Verlag, Dortmund 1998, ISBN 3-9805171-0-1, S. 264–266.
    •  Lemmy Kilmister mit Janiss Garza: White Line Fever – Die Autobiographie. I.P. Verlag Jeske/Mader, Berlin 2004, ISBN 3-931624-25-0.
    •  Jake Brown with Lemmy Kilmister: Motörhead: In The Studio. John Blake Publishing, 2010, ISBN 978-1-84454-978-8.
    • Verschiedene Autoren: Motörhead. Sonderausgabe der Zeitschrift Rock Hard. Rock Hard Verlag, Dortmund 2011. ISSN 2190-7285
    •  Steve Waksman: This Ain’t the Summer of Love: Conflict and Crossover in Heavy Metal and Punk. University of California Press, 2009, ISBN 978-0-520-25310-0, Chapter 4: Metal, Punk and Motörhead: The Genesis of Crossover, S. 146–171.
    •  Andrew L. Cope: Black Sabbath and the Rise of Heavy Metal Music. Ashgate Publishing, 2010, ISBN 978-0-7546-6881-7.
    •  Dietmar Elflein: Schwermetallanalysen: Die musikalische Sprache des Heavy Metal. transcript Verlag, 2010, ISBN 978-3-8376-1576-0.
    •  Mick Stevenson: The Motörhead Collector's Guide. Cherry Red Books, 2011, ISBN 978-1-901447-27-9.

    Weblinks

    Einzelnachweise

    1.  Christopher Knowles: The Secret History of Rock 'n' Roll. Cleis Press, 2010, ISBN 978-1-57344-564-1, S. 162.
    2. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 91.
    3. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 100.
    4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatTony Rettman: The King Of Oblivion Slings Mud. Larry Wallis Interview. Perfect Sound Forever, Juni 2002, abgerufen am 20. November 2010 (englisch).
    5. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 102.
    6. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 121.
    7.  Jan Jaedike: Fast Eddie Clarke: Die beste Zeit meines Lebens!. In: Rock Hard. Nr. Nr. 188, Januar 2003.
    8. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 144.
    9. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 146.
    10. a b c d  Essi Berelian: Motörhead. In: Peter Buckley (Hrsg.): The Rough Guide to Rock. Rough Guides, 2003, ISBN 978-1-84353-105-0, S. 698f.
    11. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 150
    12. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 151
    13. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 158.
    14. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 200.
    15. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 220f.
    16. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 236.
    17. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 258.
    18. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNewsflash 27. Oktober 2010. visions.de, 27. Oktober 2010, abgerufen am 30. Oktober 2010.
    19. Motörhead Beverages. Motörhead, abgerufen am 19. April 2012 (englisch).
    20. MOTÖRHEAD's WACKEN OPEN AIR Performance Cut Short Due To LEMMY's Health, 2. August 2013, abgerufen am 31. August 2013.
    21. Motörhead sagen alle europäischen Festivalshows ab. AMPYA, abgerufen am 5. Juli 2013 (deutsch).
    22. Motörhead sagen With Full Force ab. Festivalhopper, abgerufen am 5. Juli 2013 (deutsch).
    23.  Götz Kühnemund: Plauderstunde mit Mister Rock ’n’ Roll. In: Rock Hard. Nr. 317, Oktober 2013, S. 15.
    24. Motörhead: Tour auf 2014 verschoben. laut.de, 30. Oktober 2013, abgerufen am 31. Oktober 2013.
    25. MOTÖRHEAD: Rescheduled European Tour Canceled. blabbermouth.net, 24. Januar 2014, abgerufen am 24. Januar 2014 (englisch).
    26. MOTÖRHEAD Rejoined By 'FAST' EDDIE CLARKE, PHIL 'PHILTHY' TAYLOR At Birmingham Concert (Video). In: blabbermouth.net. 10. November 2014, abgerufen am 8. Juni 2015 (englisch).
    27.  Jan Jaedike: Exklusiv-Interview mit Lemmy. In: Rock Hard. Nr. 330, November 2014, S. 35, 37.
    28. MOTÖRHEAD New Album. UDR Music, 4. Juni 2015, abgerufen am 8. Juni 2015 (englisch).
    29. Pete Alander, Kassu Kortelainen: Joe Petagno Interview. K.K. Downing Steel Mill, 5. November 2010, abgerufen am 24. November 2010 (englisch).
    30. Dietmar Elflein: Schwermetallanalysen: Die musikalische Sprache des Heavy Metal, S. 130.
    31. Frank Schäfer: Musikexperte Elflein über Heavy Metal. In: taz.de. 1. April 2011, abgerufen am 24. Juli 2014.
    32. Steve Waksman: This Ain’t the Summer of Love, S. 171.
    33.  Ian Christe: Sound of the Beast. The Complete Headbanging History of Heavy Metal. ItBooks, ISBN 978-0-380-81127-4, S. 29f.
    34. a b c Brown/Kilmister: Motörhead: In The Studio. S. XIIIf.
    35. a b  Holger Stratmann (Hrsg.): RockHard Enzyklopädie. 700 der interessantesten Rockbands aus den letzten 30 Jahren. Rock Hard Verlag, Dortmund 1998, ISBN 3-9805171-0-1, S. 264.
    36.  Jörg Scheller: Vom Schrei zur Schreibschule: Heavy Metal als Paradessenz. In: Rolf F. Nohr, Herbert Schwaab (Hrsg.): Metal Matters. Heavy Metal als Kultur und Welt. Lit Verlag, Münster 2011, ISBN 9783643110862, S. 282.
    37. Jörg Scheller: Eine Legende trinkt Limo. Treffen mit Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister. In: tagesspiegel.de. 25. Juli 2014, abgerufen am 3. September 2014.
    38. a b c d Ronnie: Motorhead. Interview with Lemmy 6-20-2000. Ear Candy Mag, 20. Juni 2000, abgerufen am 16. September 2010 (englisch).
    39. Brown/Kilmister: Motörhead: In The Studio. S. 222.
    40. a b c d Jeb Wright: Better Motorhead Than Dead: An Interview with Lemmy Kilmister. Classic Rock Revisited, archiviert vom Original am 2. Februar 2008, abgerufen am 16. September 2010 (englisch).
    41.  Robert Walser: Running with the Devil: Power, Gender and Madness in Heavy Metal Music. Wesleyan University Press, 1993, ISBN 978-0-8195-6260-9, S. 14.
    42. Stephen Thomas Erlewine: Motörhead Biography. Allmusic, abgerufen am 22. September 2010 (englisch).
    43. Ian Christe: Sound of the Beast. S. 41.
    44. Cope: Black Sabbath and the Rise of Heavy Metal Music. S. 99.
    45. Ian Christe: Sound of the Beast. S. 32.
    46.  Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos. Erweiterte und überarbeitete Ausgabe. Index Verlag, 2007, ISBN 978-3-936878-00-4, S. 28.
    47. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLuxi Lahtinen: BATHORY - An Epic Interview With Quorthon. Metal Rules Webzine, 2001, abgerufen am 13. Oktober 2010 (englisch).
    48.  Lemmy Kilmister mit Janiss Garza: White Line Fever – Die Autobiographie. I.P. Verlag Jeske/Mader, Berlin 2004, ISBN 3-931624-25-0, S. 134.
    49. Ian Christe: Sound of the Beast. S. 113.
    50. Luxi Lahtinen: MASTER – Paul Speckmann.
    51. Ian Christe: Sound of the Beast. S. 198.
    52. Ian Christe: Sound of the Beast. S. 181.
    53. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRance: Darkthrone - Fenriz. Global Domonation Webzine, 15. Juli 2005, abgerufen am 13. Oktober 2010 (englisch).
    54. Anthony Morgan: New Wave of Black Heavy Metal – Fenriz pays tribute to the golden eighties era with Darkthrone's twelfth album F. O. A. D. 2007, abgerufen am 16. September 2010 (englisch).
    55. Cope: Black Sabbath and the Rise of Heavy Metal Music, S. 98.
    56. Cope: Black Sabbath and the Rise of Heavy Metal Music, S. 96.
    57. a b c Dietmar Elflein: Schwermetallanalysen: Die musikalische Sprache des Heavy Metal, S. 195.
    58. Cope: Black Sabbath and the Rise of Heavy Metal Music, S. 102f.
    59. Steve Waksman: This Ain’t the Summer of Love, S. 168.
    60. a b c Dietmar Elflein: Schwermetallanalysen: Die musikalische Sprache des Heavy Metal, S. 180.
    61. a b Dietmar Elflein: Schwermetallanalysen: Die musikalische Sprache des Heavy Metal, S. 182.
    62. Steve Waksman: This Ain’t the Summer of Love, S. 155.
    63. Steve Waksman: This Ain’t the Summer of Love, S. 159.
    64. Steve Waksman: This Ain’t the Summer of Love, S. 154.
    65. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 209.
    66. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 208.
    67. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 124f.

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